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1. August 2005

Heidelberger Akademie der Wissenschaften lädt zum "Tag des offenen Denkmals" ein

Fünf Forschungsprojekte stellen sich der Öffentlichkeit vor – Zwei Führungen auch durch die Beletage des Großherzoglichen Palais'

Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften, heute Landesakademie Baden-Württembergs, sieht sich in der Tradition der Kurpfälzischen Akademie der Wissenschaften, die Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz im Jahre 1763 in Mannheim gegründet hatte. Die Akademie ist zugleich Gelehrtengesellschaft und moderne Forschungseinrichtung.
Foto : Akademie/Oestergaard

Am "Tag des offenen Denkmals" (Sonntag, 11. September 2005) lädt die Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Landesakademie Baden-Württembergs, alle Interessierten zur Besichtigung des ansonsten der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Großherzoglichen Palais' am Karlsplatz ein.

Der Sitz der Akademie der Wissenschaften ist ein typischer Adelshof der Barockzeit. Die fast vollständig erhaltene Gesamtanlage, die detailreiche Ausführung der Gebäudearchitektur und die gepflegte Innenausstattung machen das Haus zu einem der bedeutendsten Baudenkmäler des 18. Jahrhunderts in Heidelberg.

Aufgrund seiner privilegierten Lage unmittelbar unterhalb des Schlosses blieb das Grundstück stets im Besitz führender Persönlichkeiten des kurfürstlichen Hofes. Nach der Zerstörung Heidelbergs im Orléans'schen Krieg (1689 – 93) begann man um 1710 mit dem Bau des Stadtpalais' für den Geheimen Regierungsrat und Kameraloberamtmann Carl Philipp Freiherr von Hundheim. Der Bautypus ist der eines beidseitig in die Straßenfront eingebundenen Wohngebäudes mit Durchfahrt zum dahinterliegenden Hof und Terrassengarten. Das Palais unterscheidet sich in seiner großzügigen Anlage und stilistischen Eleganz deutlich von den übrigen Heidelberger Adelshöfen jener Zeit und verrät in bezug auf die Grundrißeinteilung und das Formenrepertoire die Hand eines auf der Höhe seiner Zeit stehenden Architekten französischer Schulung (Louis Rémy de La Fosse). Nachdem das Schloß 1767 durch Blitzschlag unbewohnbar geworden war, diente das Gebäude dem pfälzischen Kurfürsten und später dem Großherzog von Baden als Residenz. Seit 1920 ist das Anwesen Sitz der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften unterhält derzeit 22 Forschungsstellen, in denen rund 190 Mitarbeiter, überwiegend Wissenschaftler, beschäftigt sind.

Die Räumlichkeiten in der Beletage sowie der Innenhof des Großherzoglichen Palais' können von 10.00 bis 17.00 Uhr besichtigt werden. Führungen werden um 11.00 und um 14.30 Uhr angeboten.

Fünf Forschungsstellen der Akademie präsentieren ihre Arbeit in einer für die Öffentlichkeit gut verständlichen Form. Sie bieten internationale Spitzenwissenschaft ‚zum Anfassen', unsere Forscher stellen sich gerne zum persönlichen Gespräch zur Verfügung:

Radiometrie
Die Forschungsstelle verfolgt das Ziel, Paläoumwelt-Archive wie Sedimente, Baumringe und Wasser in hoher zeitlicher Auflösung zu datieren und so Klimaschwankungen der Vergangenheit zu untersuchen. Durch diese Forschungen können die Veränderungen des globalen und regionalen Klimas in den letzten 10.000 bis 300.000 Jahren rekonstruiert werden. Die in dem Projekt erarbeiteten wissenschaftlichen Informationen sind von großer aktueller Bedeutung, da wir durch sie die Prozesse, die unser Klima steuern, verstehen lernen.

Buddhistische Steinschriften in China
Die zweite Hälfte des 6. Jahrhunderts n.Chr. stellte für den chinesischen Buddhismus eine schwierige Epoche dar. In den Jahren 577/578 litten die Gläubigen unter schweren Verfolgungen. Aus Angst vor der Vernichtung ihrer Schriften wurden die heiligen Texte in mühevoller Arbeit in bis zu drei Meter hohen Zeichen in den gewachsenen Fels gemeißelt. So schufen die chinesischen Buddhisten damals die kulturhistorisch bedeutsamsten Monumente Nordchinas. Aufgabe der in diesem Jahr neu eingerichteten Forschungsstelle ist eine systematische Dokumentation der teilweise erst in den letzten Jahren wieder entdeckten Steinschriften. Das Forschungsprojekt stellt eine der wichtigsten deutsch-chinesischen wissenschaftlichen Kooperationen dar.

Buddhistische Steinschriften in China
Buddhistische Steinschriften in China
Foto : Akademie

Martin Bucers Deutsche Schriften
Der Straßburger Reformator Martin Bucer hat über die von ihm für verschiedene deutsche Territorien und Reichsstädte entworfenen Kirchenordnungen den gesamten reformierten Protestantismus geprägt und ist dadurch von erheblicher Bedeutung für die Institutionen der evangelischen Kirchen. Darüber hinaus bemühte er sich unermüdlich um die Verständigung der Protestanten untereinander und mit der katholischen Kirche, so daß seine Schriften auch für die heutigen ökumenischen Gespräche bedeutsam bleiben. Die Edition der deutschen Schriften Martin Bucers ist für die gesamte Epoche der Reformation eines der derzeit wichtigsten Vorhaben.

Edition literarischer Keilschrifttexte aus Assur
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts führten deutsche Archäologen Ausgrabungen in Assur, der im heutigen Nordirak gelegenen Hauptstadt des assyrischen Reiches, durch. Dabei fanden sie in den Ruinen der 614 v.Chr. vollständig zerstörten Stadt mehr als 4500 Tontafeln und Fragmente mit im weitesten Sinne literarischen Keilschrifttexten. Neben Epen, mythischen Erzählungen und Weisheitstexten blieben auch zahlreiche historische Inschriften erhalten. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die antiken Texte zur Gänze zu rekonstruieren, sie zu entziffern und mit einem Kommentar versehen zu übersetzen. Besucher können sich ihren Namen in 3000 Jahre alter Keilschrift auf Täfelchen schreiben lassen und diese zur Erinnerung mit nach Hause nehmen.

Weltkarte der tektonischen Spannungen
Die Forschungsstelle untersucht tektonische Spannungen in der Erdkruste und dem oberen Erdmantel. Die tektonischen Spannungen spielen eine entscheidende Rolle bei den schnellen und langsamen Deformationen der Erdplatten. Der weltweit einzigartige Datensatz der sogenannten Weltspannungskarte (World Stress Map) wird dabei ständig aktualisiert, erweitert und der Öffentlichkeit über das Internet zugänglich gemacht. Zum Beispiel hinsichtlich der Frage, wo und wann Erdbeben oder Tsunamis entstehen können, sind die Erkenntnisse der Karlsruher Forscher von großer Bedeutung. Die Wissenschaftler der Forschungsstelle spielen deshalb auch eine wichtige Rolle in den Krisenstäben des internationalen Katastrophenmanagements.



Rückfragen bitte an
Dr. Johannes Schnurr
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Telefon: 06221 / 54 34 00
Fax: 06221 / 54 33 55
E-Mail: johannes.schnurr@urz.uni-heidelberg.de
Internet: www.haw.baden-wuerttemberg.de

sowie

Gunther Jost
Geschäftsführer
Telefon: 06221 / 54 35 46
Fax: 06221 / 54 33 55
E-Mail: gunther.jost@urz.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse

Irene Thewalt
Tel. 06221 542311, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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