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24. August 2005

Bedeutender Schritt hin zu einer besseren Kinderbetreuung durch die Universität Heidelberg

Einladung an die Medien zur Eröffnung der Kinderkrippe im "Kinderhaus der Universität Heidelberg" (Mittwoch, 31. August 2005, 15 Uhr, Im Neuenheimer Feld 685) – 25 zusätzliche Krippenplätze – Flexible Öffnungszeiten kommen vor allem Wissenschaftlerinnen entgegen – Fruchtbare Kooperation zwischen der Ruperto Carola, der Tschira Stiftung, der Heidelberger Volksbank-Stiftung und der Stadt Heidelberg brachte das Projekt auf den Weg

Nach zweijähriger Planung wird es nun endlich eröffnet – das Heidelberger Kinderhaus im Neuenheimer Feld. 25 zusätzliche Krippenplätze werden künftig im Campusbereich zur Verfügung stehen. Vor allem junge Eltern, die an der Universität forschen und arbeiten, werden von dieser speziellen Betreuungseinrichtung profitieren, die beispielsweise mit flexiblen Öffnungszeiten auf die Bedürfnisse von Akademikerinnen und Akademikern mit Elternpflichten eingeht. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Tätigkeitsfeldern ist Teilzeitarbeit im wissenschaftlichen Alltag mit all seinen Labortätigkeiten, Teamsitzungen oder Forschungsreisen kaum möglich.

Das Hauptproblem ist also vor allem die zeitliche Flexibilität, zumal gerade von Nachwuchswissenschaftlerinnen eine hohe Bereitschaft erwartet wird, auch abends oder am Wochenende zu arbeiten – von regelmäßig zu besuchenden Kongressen und Tagungen ganz abgesehen. Deshalb scheiden "normale" Betreuungsangebote, die beispielsweise nur am Vormittag zur Verfügung stehen, von vorneherein aus. Vor allem die Betreuung von Kleinkindern unter drei Jahren stellt die jungen Mütter vor erhebliche Probleme, sind doch private Krippen – falls man überhaupt einen freien Platz findet – mitunter kaum finanzierbar.

Diese Situation wird sich nun – zur Freude vieler Universitätsangehöriger – durch das neue Kinderhaus ganz sicherlich entspannen. Indes soll hier kein elitärer "Betriebskindergarten" entstehen, sondern eine Einrichtung für die breite Öffentlichkeit, was wiederum der gesamten Stadt zu Gute kommt. Möglich wurde das dringend benötigte Kinderhaus, das am 31. August mit einem Festakt eröffnet werden wird, jedoch erst durch die gemeinsame Anstrengung privater sowie öffentlicher Partner, wie es Prof. Dr. Jochen Tröger, Prorektor der Universität Heidelberg, erklärt: "Die Hochschule, das private Sponsoring der Tschira Stiftung, die großzügige Spende der Heidelberger Volksbank-Stiftung und die öffentlichen Zuschüsse der Stadt Heidelberg gingen hier Hand in Hand, was an sich schon sehr bewundernswert ist. Und ich denke, das Resultat kann sich durchaus sehen lassen – auch wenn uns natürlich allen klar ist, dass wir hier in Heidelberg einen Riesenbedarf an solchen speziellen Kinderbetreuungsplätzen haben, den wir mit dem jetzt fertiggestellten Haus gar nicht decken können."

Rund 50 Anmeldungen liegen bereits jetzt für die neue Einrichtung vor. "Und das scheint nur die Spitze des Eisbergs zu sein", meint Jochen Tröger, der in diesem Zusammenhang auf die negativen Folgen hinweist, die sich ergeben, fehlt es an adäquaten Kindergartenplätzen speziell für den akademischen "Nachwuchs". "Wir verlieren jedes Jahr hervorragende Wissenschaftlerinnen, die möglicherweise noch ihre Promotion beenden, dann aber eine Auszeit nehmen, in der sie sich ihren Kindern widmen können. Da man jedoch gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern schon nach wenigen Monaten den sprichwörtlichen Faden verliert, werden immer wieder junge Frauen mit hoffnungsvollen Karrierechancen durch Schwangerschaft oder Erziehungszeit aus der wissenschaftlichen Laufbahn hinausgestoßen", bedauert Jochen Tröger. "Unser Ziel ist es deshalb, der Universität dieses wichtige wissenschaftliche Potenzial zu erhalten, indem wir für entsprechende Betreuungsmöglichkeiten – beispielsweise im neuen Kinderhaus – sorgen."

Die Planungen hierfür begannen bereits 2003, als eine Fragebogenaktion den eklatanten Bedarf an Krippenplätzen mit flexiblen Öffnungszeiten deutlich machte. Daraufhin handelte das Rektorat der Universität und initiierte das Projekt – was kurz zuvor noch gar nicht möglich gewesen wäre. Denn erst ein halbes Jahr zuvor hatte das Finanzministerium der Hochschule überhaupt die Erlaubnis erteilt, sich mit Geldern an solchen Vorhaben zu beteiligen. Viel weniger schwierig gestaltete sich da die Standortsuche, besaß doch das Studentenwerk ein geeignetes Gebäude im Neuenheimer Feld. Das Haus im Klausenpfad beherbergte bislang die Kinderkrippe für Studierendenkinder und konnte recht problemlos durch einen Umbau des ersten Stocks erweitert werden. Da das Anwesen zudem über einen hübschen Garten verfügt und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist, kann man von geradezu idealen Voraussetzungen sprechen.

Beinahe jedoch wäre das gesamte Projekt an einer Bauvorschrift gescheitert, die aus Sicherheitsgründen sowie aus der Notwendigkeit barrierefreien Bauens die Installation eines Fahrstuhl ins bereits bestehende Haus verlangte. "Der jedoch hätte das Kinderhaus beinahe gekippt – und zwar wegen der immensen Mehrkosten", erinnert sich Jochen Tröger an die Probleme. "Zum Glück jedoch hat der Landtag kurz zuvor eine gesetzliche Ausnahme zum ‚barrierefreien Bauen' zugelassen. Diese Regelung besagt, dass man auf Alternativen zurückgreifen kann, wenn ein spezieller Umbau – wie beispielsweise ein Fahrstuhl – die Kosten für das Gesamtprojekt erheblich steigen lassen würde. Da dies nun der Fall gewesen wäre – und zudem im Erdgeschoss bereits barrierefrei zugängliche Kinderbetreuungsplätze vorhanden sind, machte die Bauaufsicht eine Ausnahme", freut er sich. Als Alternative zum Fahrstuhl wurde nun eine Notfallrutsche eingebaut – ein sehr passendes Detail für ein Kinderhaus, wie der Prorektor findet.

Ab Anfang September werden nun also die ersten Kinder ihren Platz in der neuen Einrichtung finden, was den Eltern eine enorme Erleichterung bedeuten dürfte. Denn oft genug versuchen junge Familien, mit einem – nicht immer ganz unkomplizierten – Netz aus Freundinnen, Nachbarinnen, Verwandten oder dem Babysitter für Abhilfe zu sorgen. Dass hierbei viel Zeit und Energie verloren geht, muss nicht extra erwähnt werden. Ganz davon abgesehen, dass ständig wechselnde Bezugspersonen gerade für Kleinkinder alles andere als vorteilhaft sind. Mit der neuen Einrichtung wird hier eine spürbare Verbesserung eintreten – was zugleich den Ruf Heidelbergs als sympathischer Universitätsstadt fördert. Denn Familienfreundlichkeit ist nicht zuletzt in Hochschulstädten ein echter Standortfaktor, sind sich die Verantwortlichen sicher.

Natürlich kann dieses eine Projekt "Kinderhaus" – trotz der guten Ansätze – nicht alle Probleme auf einmal lösen. Aber es kann ein deutlich sichtbares Zeichen dafür sein, dass sich die Universitätsstadt Heidelberg um bessere Rahmenbedingungen für Familien mit Kindern bemüht – und auch weiter bemühen wird. "Wir sehen das Kinderhaus deshalb als einen wichtigen Schritt – aber eben nur als einen Schritt von vielen an. Wir wollen nämlich künftig auch eine Kinderbetreuung beispielsweise für Kongressbesucherinnen anbieten, um so den Standort Heidelberg noch weiter zu stärken", blickt Jochen Tröger bereits in die Zukunft. Ideen gibt es also noch viele – während das neue Kinderhaus den Mut verdeutlicht, sie auch umzusetzen.

Heiko P. Wacker



Rückfragen bitte an
Prof. Dr. Jochen Tröger
Prorektor der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542306, Fax 562998
troeger@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse




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