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12. August 2005

Heidelberg als Mekka der Antikenforschung

Lebendig und für jedermann: Die Epigraphische Datenbank Heidelberg (EDH) erschließt römische Denkmäler

Professor Géza Alföldy ist es in einem hohen Maße zu verdanken, dass Heidelberg heute als ein Mekka der Antikenforschung gilt. 1986 erhielt er den mit drei Millionen Mark dotierten Leibniz-Preis, eine der angesehensten Auszeichnungen für Wissenschaftler überhaupt. Dieses Geld investierte er unter anderem in den Aufbau der Forschungsstelle "Epigraphische Datenbank Heidelberg", kurz EDH genannt. Alföldy beschreibt die Aufgaben: "Wir streben in internationaler Zusammenarbeit danach, sämtliche Inschriften der Römerzeit, wenn möglich auch mit Fotos, zu erfassen. Wir bearbeiten alle Inschriftenmonumente, die uns zugänglich sind – von einfachen Grabsteinen für Sklaven bis hin zu monumentalen Kaiserinschriften. Die Ergebnisse unserer Forschung – und das ist ganz wesentlich – bereiten wir elektronisch auf. Unsere Datenbank ist für jedermann kostenlos im Internet zugänglich."

Seit 1993 ist die EDH eine Forschungsstelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, der Landesakademie Baden-Württembergs. Alföldy, heute Emeritus und zuvor 30 Jahre lang Professor am hiesigen Seminar für Alte Geschichte, wurde aufgrund seiner Leistungen zum Mitglied der Heidelberger Akademie ernannt. Das Forscherleben des gebürtigen Ungarn vollzog sich jedoch nicht zwischen Türmen aus alten Folianten, wie es das Klischee will. Rund zwei Millionen Kilometer reiste er bislang, eine Million Kilometer davon war er mit dem Wagen unterwegs, um in Europa, Nordafrika und Vorderasien die steinernen Reste des römischen Imperiums zu dokumentieren. Zehn Autos wurden vor allem durch diese Reisetätigkeit verbraucht, "und jedes einzelne rechnet mir meine Frau heute noch vor", so Alföldy.

"Rund fünf Jahre meines Lebens verbrachte ich, mit dem Fotoapparat bewaffnet, auf Reisen", erinnert er sich heute, nicht mitgerechnet die Gastprofessuren in Italien, Spanien, Frankreich, Ungarn und Polen. Drei Mitarbeiterinnen und einen Mitarbeiter hat die Forschungsstelle EDH heute, rund 38.000 Inschriftendokumente hat sie bislang aufbereitet und ins Internet gestellt. Sie besitzt einen Bestand von mehr als 20.000 Fotos.

Die Verbindung von klassischer Antikenforschung und moderner elektronischer Datenverarbeitung zielt aber nicht nur auf den Fachwissenschaftler, sondern steht auch dem Laien zur Verfügung. "Wer etwa wissen möchte, welche römischen Inschriften es in Heidelberg gibt und was auf ihnen zu lesen ist, der findet alle diese Angaben bei uns", erklärt Dr. Francisca Feraudi-Gruénais, die seit 1997 in der EDH mitarbeitet.

Plant etwa eine Schulklasse einen Ausflug zum Limes im Odenwald oder soll der sonntägliche Familienausflug auf den Spuren der Römer nach Ladenburg führen, so ist mit ein paar Mausklicks das Wissenswerte über die inschriftlichen Denkmäler im Internet abrufbar. Über die Datenbank sind gute Einblicke in den römischen Alltag möglich. Welche Begräbnisriten etwa üblich waren, wie die einfachen Leute ihren Lebensunterhalt bestritten, welche religiösen Vorstellungen sie hatten, oder wie sich die vornehme Gesellschaft amüsierte. "Die Inschriftendatenbank eröffnet uns heute vor allem auf internationaler Ebene Möglichkeiten, von denen die Forschung bisher nicht zu träumen wagte", so Feraudi-Gruénais.

Im Römerjahr 2005 arbeitet die EDH auch mit dem Kurpfälzischen Museum zusammen, gemeinsam will man auf die vielfältigen Spuren der Römer in Heidelberg hinweisen. Über 50 Fotos stellte Dr. Renate Ludwig, die Leiterin der Archäologischen Abteilung zur Verfügung, deren Internetseiten mit denen der EDH verlinkt sind.

Auf wissenschaftlicher Ebene arbeiten die Heidelberger eng mit Inschriftenforschern weltweit zusammen, die ihre Ergebnisse in die Heidelberger Datenbank einstellen. Gemeinsam betreiben sie das Projekt "Eagle" (Electronic Archives of Greek and Latin Epigraphy), und zusammen mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gibt Alföldy überdies das "Corpus Inscriptionum Latinarum" heraus.

Johannes Schnurr

INFO: www.epigraphische-datenbank-heidelberg.de. Besondere Anfragen beantworten die Mitarbeiter telefonisch unter 06221/ 54 22 39.



Rückfragen von Journalisten bitte an:
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542311, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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