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1. Juli 2005

"Was man bewahren will, muss man kennen"

Institut für Zoologie legt Dokumentation zum Tag der Artenvielfalt vor – Was krabbelt, fliegt und blüht in der Stadt? – Vielfältiger Lebensraum unter der Lupe

Der Schwalbenschwanz wird einmal aus dieser farbenfrohen Raupe schlüpfen. Der Winzling an ihrem Kopf ist ein Laufkäfer.
Über 95 Schmetterlingsarten konnten beim "Tag der Artenvielfalt 2004" in Heidelberg beobachtet werden; eine davon ist der Schwalbenschwanz, der einmal aus dieser farbenfrohen Raupe schlüpfen wird. Der Winzling an ihrem Kopf ist ein Laufkäfer.
Foto : Glass/Institut für Zoologie

Die Lage ist dramatisch. "Seit die Erde am Ende der Kreidezeit, also vor rund 65 Millionen Jahren, von Meteoriten aus dem Weltraum getroffen wurden, war das Artensterben nicht mehr so groß wie gegenwärtig", bringt Professor Volker Storch vom Institut für Zoologie der Universität die Lage auf den Punkt. Zwar weisen viele Biologen seit geraumer Zeit auf den globalen Verlust von Organismenarten hin, doch da die meisten Menschen diesen Vorgang gar nicht bemerken, ist das Thema in der Öffentlichkeit wenig präsent.

Der Tag der Artenvielfalt, zu dem die Zeitschrift "Geo" 1999 aufrief, und der in den Jahren 2000, 2002 und 2004 bundesweit durchgeführt wurde und in Heidelberg ein Besuchermagnet war, hat auf dieses Problem aufmerksam gemacht. Und er hat gezeigt, welche Tier- und Pflanzenarten es in Heidelberg gibt, wo sie auftreten – und wie man sie schützen kann. "Was man bewahren will, muss man kennen", wissen Professor Storch und seine Kollegen. Damit dieses Wissen auch nach dem "Tag der Artenvielfalt" nicht verloren geht, ist jetzt eine Dokumentation erschienen.

Das Buch ist die erweiterte Auflage eines Tagungsbandes; auf über 400 Seiten werden die einzelnen Arten aus Zoologie und Botanik vorgestellt, detailliertes Kartenmaterial, Tabellen und Fotos ergänzen die Darstellung. Wer in dem Band blättert, wird staunen, was Heidelberg alles zu bieten hat. "Die Stadt Heidelberg bietet einen vielfältigeren Lebensraum als die Umgebung", erklärte Professor Storch im RNZ-Gespräch.

Da sind beispielsweise die über 100 verschiedenen Bienenarten, die Konrad Schmidt in Neuenheim aufgespürt hat. In seinem rund 500 Quadratmeter großen Garten in der Jahnstraße haben Bienenvölker offenbar das Paradies auf Erden gefunden. Zwischen Apfelbäumen, Himbeersträuchern, Erdbeeren, Tulpen, Rosen und vielen "Unkräutern" tummeln sich die verschiedenen Arten; von Anfang März und bis Anfang Oktober dauert das "Bienenjahr".

Weniger beliebt als diese fleißigen Honigproduzenten sind die Spinnen; dass es in Heidelberg über 90 Arten gibt, ist zumindest für die Biologen eine gute Nachricht. Artenreichster Standort ist der Steinbruch in Rohrbach, wo immerhin 35 Arten nachgewiesen werden konnten. Gleich fünf Beiträge von Dietrich Nährig widmen sich diesen durchaus nützlichen Krabbeltieren. Bekannt und aus dem Stadtbild gar nicht mehr wegzudenken sind die grünen Halsbandsittiche, die pfeilschnell über die Autos an der Autobahnauffahrt in Bergheim flitzen und sich in Wieblingen derart laut kreischend etabliert haben, dass sich sogar eine Schüler-AG der Elisabeth-von-Thadden-Schule mit dem Thema beschäftigte.

Vorfreude auf dem 3. Juni 2006

Die botanischen Beiträgen widmen sich unter anderem den Themen Moose, Flechten und Algen; der Botanische Garten mit seiner weltweit einmaligen Madagaskar-Sammlung wird in dem Band ebenso vorgestellt wie die "Pflegelosen Pflanzendächer", die 1990 im Rahmen des Ökologieprogramms der Universität als Form der Dachbegrünung eingeführt wurden. Philosophenweg, Mausbachtal und das Zoologische Museum werden als Lebensräume ebenfalls anschaulich beschrieben. Letzteres ist eine Fundgrube für Auge und Ohr, können hier nicht nur viele längst ausgestorbene Tierarten besichtigt, sondern auch sehr lebendige Vogelstimmen gehört werden.

Die Lektüre des Bandes macht auch interessierten Laien Spaß, wenn sie sich für Heidelberg und seine Artenvielfalt interessieren. Wahrscheinlich wird der Leser mit offeneren Augen und Ohren durch die Stadt gehen – und sich den nächsten Tag der Artenvielfalt schon im Kalender vormerken: am 3. Juni 2006 ist es wieder soweit.

Ingeborg Salomon

Info: Brandis, Hollert, Storch (Hg). "Tag der Artenvielfalt", Selbstverlag Zoologisches Institut der Universität, Heidelberg, 2005. Der Band wird zum Selbstkostenpreis im Institut, INF 230, abgegeben; Auskünfte unter Telefon 545532



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Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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Irene Thewalt
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