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29. Juni 2005

Ökumene lebt von Begegnung und Gespräch

Theologen legen Ringvorlesung als Buch vor – Faszinierende Porträts – Arbeits- und Lehrbuch für Fachleute und Laien

"Wegbereiter der Ökumene im 20. Jahrhundert" – unter diesem Titel sind nun endlich bei Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen die Texte einer viel besuchten Ringvorlesung der Theologischen Fakultät vom Wintersemester 2001/2 in einem ansehnlichen Band von 380 Seiten erschienen; herausgegeben haben ihn Christian Möller, Ordinarius für Praktische Theologie an der Universität Heidelberg, zusammen mit seinen Kollegen Christoph Schwöbel (Tübingen), Christoph Markschies (Berlin) und dem katholischen Stadtdekan Heidelbergs, Klaus von Zedtwitz.

Der Titel verspricht eine spannende Lektüre, erzählt das Buch doch von Menschen, die auf den Weg der Ökumene gefunden und durch ihr Lebenswerk dazu beigetragen haben, anderen einen Zugang zu dieser Bewegung zu eröffnen. Ökumene lebt von der Begegnung zwischen Menschen, die einander im Gespräch, auch im Streitgespräch, ihren christlichen Glauben bezeugen.

Das Buch bietet faszinierende Einblicke in die Lebensgeschichten und die Lebensarbeit sehr unterschiedlicher Menschen, die alle von der ökumenischen Frage bewegt und gemeinsam den Weg der Ökumene gegangen sind. Von Nathan Söderblom, dem schwedischen Bischof und bahnbrechenden Religionswissenschaftler, der zum "ökumenischen Kirchenvater" wurde, bis zu Philip A. Potter, dem dritten Generalsekretär des Weltkirchenrates und "Wegbereiter einer handlungsorientierten Ökumene", reicht die Reihe der vorgestellten Personen.

Illustre Gestalten der römisch-katholischen Kirche sind darunter wie Papst Johannes XXIII., Augustin Kardinal Bea und Karl Rahner, aber auch der französische Dominikanertheologe Yves Kardinal Congar und der Wegbereiter ökumenischer Bibelwissenschaft Anton Vögtle. Dem stehen Protestanten gegenüber wie der Ökumene-Pionier Adolf Deißmann (der für ein Jahrzehnt als Neutestamentler in Heidelberg wirkte), die im Laiendienst engagierte Ökumenikerin Suzanne de Diétrich, der lutherische Bischof und praktische Theologe Wilhelm Stählin und der holländische Reformierte Willem Visser't Hooft, der zum Chefarchitekten der ökumenischen Bewegung wurde.

Von besonderem Reiz ist das Doppelporträt von Dietrich Bonhoeffer und dem anglikanischen Bischof George Bell, an deren Freundschaft die Unabdingbarkeit gemeinsamer spirituell-theologischer Grundlagen für die Ökumene deutlich wird. Als erfreuliches Zeichen Natürlich wissen die Herausgeber, dass eine Sammlung wie diese nicht vollständig sein kann. Dennoch: warum wurden Protestanten wie Martin Niemöller und Martin Luther King nicht berücksichtigt? Ganz zu schweigen von dem katholischen Theologen Hans Küng, der in mehreren Beiträgen nebenbei erwähnt wird.

Das mindert aber nicht den hohen Wert dieses Bandes für alle, die an der ökumenischen Gemeinschaft der Kirchen arbeiten. Gerade jetzt, nachdem noch völlig offen ist, welchen Kurs der neue Papst in der Ökumene einschlagen wird, ist die Hoffnung auf Ökumene zu stärken. Das Buch erscheint zum richtigen Zeitpunkt. Es stellt eine Erinnerung nach vorn dar und eignet sich vorzüglich als Arbeits- und Lesebuch für alle an Ökumene interessierte Menschen.

Michael Heymel



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Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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