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29. Juli 2005

3800 Krankheitsbilder im Netz

Die Homepage "medrapid-info" bietet Ärzten medizinisches Wissen online

Auch beim besten Arzt soll es schon vorgekommen sein, dass er nicht weiter wusste. Da blieb ihm nichts anderes übrig, als mühsam in den verschiedensten Fachbüchern nachzuschlagen. Doch diese Zeit ist jetzt vorbei. Mit medrapid.info steht Ärzten nun eine kostenlose elektronische Wissensdatenbank zu Verfügung, die zur Zeit bereits 3800 Krankheitsbilder umfasst. Bis zum Jahresende sollen schließlich alle bekannten Krankheitsbilder im Internet unter www.medrapid.info verfügbar sein.

Erstellt wurde die Datenbank durch Dr. Ekkehard Finkeißen und seine zahlreichen Mitarbeitern. Vor etwa sechs Jahren kam der Physiker Finkeißen, der in medizinischer Informatik promovierte, auf die Idee eine derartige medizinische Datenbank zu erstellen. Der Anlass dafür war recht einfach. "Die Ärzte verlangten regelrecht nach Unterstützung in Form aktuellster Informationen", erzählt der Informatiker Finkeißen. Doch eine Datenbank, die einfach nur Informationen in Form von Texten zu den einzelnen Krankheiten enthält, schien ihm nicht genug. Deshalb wurden die einzelnen Begriffe miteinander verknüpft. So finden sich unter dem Suchbegriff "Lunge" nicht nur die 515 dazugehörigen Krankheitsbilder, sondern auch die 157 mit denen es Verwechslungen geben kann. In dem der Arzt nun das Symptom, beispielsweise Heiserkeit anklickt, bekommt er weitere Information, unter anderem auch, welche weiteren Schritte für die Behandlung angesagt sind.

Ein solch komplexes System kann natürlich nicht von einem Einzelnen erstellt werden und so arbeiten an medrapid.info etwa 30 Personen. Darunter mehrere Entwickler für die Software und etwa sechs Doktoranden, welche die Daten nicht nur eingeben, sondern vor allem erst einmal alles verfügbare Material zu einer Krankheit zusammensuchen. Hinzu kommen mehrere Ärzte aus der Heidelberger Universitätsklinik und Berater von außerhalb. Die meisten von ihnen arbeiten ehrenamtlich, denn um die Finanzierung dieses Mammutprojektes ist es schlecht bestellt.

"Am Anfang stellten wir einen Förderantrag an die Europäische Union, doch der wurde abgelehnt", berichtet Alexander Finkeißen, der seinen Bruder vor allem in seiner Funktion als Unternehmensberater unterstützt. Doch dieser Antrag wurde abgelehnt, mit der Begründung, eine solche Datenbank sei gar nicht notwendig und die Antragsteller wären auch nicht dazu in der Lage, so etwas zu erstellen. Glücklicherweise unterstützt Professor Thomas Wetter vom Institut für Medizinische Biometrie und Informatik der Universität Heidelberg das Projekt. Und Ekkehard Finkeißen kann es auch für seine Habilitation zum Thema "Speicherung und Management von medizinischem Wissen" nutzen.

Doch medrapid.info ist vielmehr als nur eine Datenbank. In der nächsten Ausbaustufe, die zwar schon funktioniert, aber noch nicht im Internet verfügbar ist, wird es dann auch möglich sein sich fortzubilden. Dies kann in Form von Prüfungsfragen geschehen, die das Programm zu einem Thema zusammenstellt oder, wem dies zu langweilig ist, der bekommt das Ganze als Kreuzworträtsel geliefert. Und auch als Grundlage für das Abrechnungssystem der Ärzte kann medrapid.info in Zukunft genutzt werden.

Geld verdienen wollen die beiden Brüder Finkeißen allerdings erst einmal nicht mit ihrer Datenbank, auch wenn sie extra dafür eine Firma gegründet haben. Aber dies geschah ausschließlich aus haftungsrechtlichen Gründen. Trotzdem denken sie bereits darüber nach, wie sich zumindest der laufende Betrieb von medrapid.info finanzieren lässt.

Stefan Zeeh

INFO: FMB gmbH – medrapid.info, Telefon 80 56 46 oder www.medrapid.info



Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse




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