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5. Juli 2005

Die Kennedy-Familie besuchte Heidelberg

JFK-Schwester Eunice Kennedy Shriver und ihr Sohn Anthony K. Shriver stellen Heidelberger Studenten ihr Projekt "Best Buddies" vor – Besuch erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Heidelberg Center for American Studies

Fast genau 41 Jahre waren seit dem Besuch von Robert Kennedy im Juni 1963 in Heidelberg vergangen, als letzte Woche erneut Mitglieder der Kennedy-Familie nach Heidelberg kamen. Eunice Kennedy Shriver (83), die Schwester von Robert und John F. Kennedy (kurz: JFK), begleitete ihren Sohn Anthony K. Shriver (39) auf einer Deutschlandreise. Organisiert wurde dieser Besuch in Zusammenarbeit mit dem Heidelberg Center for American Studies (HCA). Anlass des Besuchs war die Vorstellung des Wohlfahrtsprojekts "Best Buddies" (Beste Freunde), für das die Kennedys die Unterstützung von Heidelberger Studenten gewinnen wollen. "Best Buddies" wurde 1989 von Anthony Shriver gegründet, während er noch an der Georgetown University in Washington studierte. Ziel des Programms ist es, direkte Freundschaften zwischen Menschen mit und ohne geistige Behinderung zu fördern. Schüler und Studenten sollen ermutigt werden, durch ihr Engagement in solchen Freundschaften geistig behinderte Menschen stärker in die Gesellschaft zu integrieren.

Als Anthony Shriver und seine Mutter nach einem kurzen Besuch beim Rektor der Universität, Professor Peter Hommelhoff, den Senatssaal betreten, wartet das Publikum gespannt. Studenten der Universität und der Pädagogischen Hochschule sind gekommen, dazu Vertreter der Stadt Heidelberg, der Lebenshilfe e.V. und anderer Behindertenverbände.

Dr. Philipp Gassert, Geschäftsführer des HCA, erinnert an die besondere Beziehung der Deutschen zu den Kennedys seit der Rede von "JFK" 1963 vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin. Shriver bestätigt das: "Es gibt kaum ein Land, in dem wir so offen willkommen geheißen wurden", und fügt hinzu "auch wenn ich in Deutschland hauptsächlich als der Schwager von Arnold Schwarzenegger bekannt bin". Das soll sich jetzt ändern, denn auch hierzulande soll ein "Best Buddies"-Verein gegründet werden. Shriver plauderte, was sein Engagement angeht, auch aus dem Familiennähkästchen: Er erzählte von seiner Anfang des Jahres verstorbenen Tante Rosemary Kennedy. Sie war selbst geistig behindert. "Es gab so viele Dinge, die sie nicht tun konnte wie du und ich. Aber schwimmen konnte sie wie ein Fisch!"

Das ist die Lehre, die Shriver gezogen hat: "Egal, wer es ist, jeder hat Fähigkeiten, die andere nicht haben. Es geht nur um die Möglichkeit, diese Fähigkeiten auch ausüben zu können." Und "Best Buddies" schafft genau diese Möglichkeiten. Inzwischen erreicht "Best Buddies" jedes Jahr mehr als 250000 Menschen durch Freundschaften zwischen Studenten und geistig behinderten Menschen an Schulen und Universitäten weltweit. Nun sollen auch in Deutschland erste Vereine gegründet werden. "Wir wollen mit fünf Schulen und Universitäten in Deutschland beginnen", sagt Shriver. Heidelberg soll eine davon sein. Dabei ist es unwichtig, wie viele Menschen sich für das freiwillige Ehrenamt melden. "Wenn auch nur ein einziger Heidelberger Student beginnt, hier einen Verein zu gründen, bedeutet das, dass mindestens ein Leben verändert wird." Denn es hat sich gezeigt, dass durch die von "Best Buddies" geförderten Freundschaften nicht nur die behinderten Teilnehmer profitieren. "Auch wir lernen von unseren behinderten 'Buddies', wir lernen Verantwortung und Freundschaft, wir werden motiviert und inspiriert."

Besonders beeindruckend war an diesem Abend Eunice Kennedy Shriver: Sie hörte während der Veranstaltung ruhig zu, machte sich ab und zu Notizen. Dann ergriff sie das Wort. Sie spricht leise, aber sehr deutlich, jedes Wort ist überlegt gewählt. Sehr ernst spricht sie von ihrem Bruder, John F. Kennedy, über sein "Vermächtnis", den Geist der Einsatzbereitschaft für die eigene Gemeinschaft, die Selbstverpflichtung für das Ehrenamt. Nachdenklich verlässt das Publikum den Raum, gerade hatten Größen der Weltgeschichte geredet. Zwar gibt es erste Interessenten, aber noch keine festen Zusagen, sich zu engagieren.

Daniel Sommer

INFO: Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter "www.bestbuddies.org".



Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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Irene Thewalt
Tel. 06221 542311, Fax 542317
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