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1. Juli 2005

Über den Tellerrand der Geographie hinausschauen

Klaus-Tschira-Stiftung ermöglicht die neunte Hettner-Lecture – Referent ist Professor Denis Cosgrove

"Heidelberg ist eine typische Universitätsstadt", sagt Prof. Denis Cosgrove. Unsere Stadt erinnert den Besucher aus den USA an andere altehrwürdige Städte wie Oxford und Padua. In Großstädten merkt man manchmal gar nicht, dass sie eine Universität haben. Aber in Städten wie Heidelberg ist das nicht zu übersehen, die Studenten und die Universität prägen das Straßenbild und den Alltag der Stadt. "Das macht Heidelberg zu einer schönen Stadt", sagt Prof. Cosgrove, und das freut die Heidelberger natürlich. Der Wissenschaftler hat Deutschland schon öfter besucht, aber in Heidelberg ist er das erste Mal. Denn Prof. Cosgrove ist dieses Jahr der Referent der Hettner-Lecture.

Die Heidelberger Hettner-Lecture gehört inzwischen zu den wichtigsten, jährlichen Veranstaltungen der Humangeografie im deutschsprachigen Raum. Die Idee dazu hatte Prof. Peter Meusburger vom Geographischen Institut der Universität Heidelberg. Er wollte Geographiestudenten die Möglichkeit geben, international bekannte Wissenschaftler ihres Fachs in Gastvorlesungen persönlich kennen zu lernen. SAP-Gründer Klaus Tschira überzeugte die Idee, und nun ermöglicht die Klaus-Tschira-Stiftung bereits zum neunten Mal die Hettner-Lecture. Den Namen erhielt die Veranstaltung nach Alfred Hettner (1859 bis 1941), der zu den Gründern des Fachs "Geographie" zählt. Er hatte den ersten Lehrstuhl für Geographie in Heidelberg inne und rief die Geographische Zeitschrift ins Leben.

Wie beeinflusst...

Prof. Cosgrove hat in Oxford studiert und promoviert. Seine Forschungen führten ihn unter anderem nach Italien und nach Nordamerika, seit 2000 ist der Professor für Kulturgeographie an der University of California in Los Angeles (USA). Er interessiert sich vor allem dafür, wie geographische Vorstellungen unsere Kultur beeinflussen und verändern können – und umgekehrt. Das bedeutet, dass er über den Tellerrand der Geographie hinausschauen und Verbindungen zu anderen Fächern herstellen möchte. Und genau dieses Denken soll die Hettner-Lecture fördern.

Im RNZ-Gespräch sprach Prof. Cosgrove über die Vorstellung der Menschen von der Erde. So glaubten die Menschen im 14. Jahrhundert, dass die Erde eine begrenzte Platte sei. Noch 1520 gibt es Bilder, auf denen die Erde als ein großes Herz dargestellt ist. "In beiden Fällen begreift sich der Mensch als Zentrum des Universums", sagt Prof. Cosgrove. Der Mensch sieht sich sozusagen als Herrscher über die Welt, er hat alles unter Kontrolle.

Das ändert sich mit der Neuzeit. Ein Bild von 1972 zeigt die Erde, wie sie auf der letzten Apollo-Mission fotografiert wurde. Plötzlich fühlte sich der Mensch ganz klein. Aber nicht nur das. "Es wurde die Idee der Erde als Einheit geschaffen", sagt Prof. Cosgrove. Diesen Gedanken gab es zwar schon bei den Griechen, Römern und Humanisten, aber in der Moderne wurde sie neu belebt. "Eigentlich sind wir mit allen anderen Menschen auf dieser Erde verbunden", so Prof. Cosgrove.

...Geographie unsere Kultur?

Zur Hettner-Lecture gehören zwei öffentliche Vorträge. Anschließend hält der Referent ein mehrtägiges Seminar für 28 Studenten und Doktoranden. Sie kommen aus Deutschland, Ungarn, Russland, Israel, Frankreich, Bulgarien, Österreich und aus der Schweiz. "Die jungen Nachwuchswissenschaftler lernen einen renommierten Wissenschaftler aus der Nähe kennen", sagt Tim Freytag vom Geographischen Institut, "aber sie lernen sich auch gegenseitig kennen". Schließlich sind sie ja die wissenschaftliche Zukunft und sollen später zusammenarbeiten – über die Grenzen von Fächern und Ländern hinweg.

Marion Gottlob



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Tel. 06221 542310, Fax 542317
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