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27. Juli 2005

Diagnose im Schlaf

Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg erweitert ihr Schlaflabor auf zwei Untersuchungsplätze

Schlaflabore tun nicht weh: Mit Messfühlern werden Hirnströme und andere Körperfunktionen registriert.
Schlaflabore tun nicht weh: Mit Messfühlern werden Hirnströme und andere Körperfunktionen registriert.
Foto: Abteilung Neonatologie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg

Die Abteilung Neonatologie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg hat jetzt ihr Schlaflabor für junge Patienten – von Frühgeborenen bis hin zu 16jährigen Jugendlichen – von einem auf zwei Untersuchungsplätze erweitert. Dort werden junge Patienten untersucht, die an Schlafstörungen leiden oder die durch ihre Erkrankungen während des Schlafs besonders gefährdet sind.

"Wir reagieren mit der Erweiterung auf die zunehmende Nachfrage", sagt der Leiter des Schlaflabors, Oberarzt Dr. Jürgen Brüssau. "Zu uns kommen Kinder aus dem gesamten südwestdeutschen Raum, da es nicht viele solcher Einrichtungen gibt." Bislang wurden im Heidelberger Schlaflabor 180 Kinder pro Jahr untersucht.

Schlafstörungen können ernste Folgen haben

"Meist sind Schlafstörungen bei den Kleinen harmlos. Die Ursachen können einfach behoben werden oder verschwinden mit der Zeit von selbst. Solche Fälle müssen nicht im Schlaflabor untersucht werden", erklärt Dr. Jürgen Brüssau. Schlafstörungen können jedoch auch ernste Folgen haben, z.B. leiden die Kinder unter Konzentrations- und Lernschwäche, Wachstumsstörungen oder Herz-Kreislauf-Problemen.

Störungen der Atmung sind die häufigsten Ursachen, die Kinder an einem erholsamen Schlaf hindern. Oft schnarchen die Kleinen auch, im Vorschulalter immerhin zehn Prozent der Kinder. Zugrunde liegen z.B. vergrößerte Mandeln oder Polypen, Kieferfehlbildungen, aber auch chronische Erkrankungen wie Asthma und Allergien.

Im Säuglingsalter erfolgen Schlafuntersuchungen vor allem, wenn ein Risiko für den plötzlichen Kindstod besteht. Ein erhöhtes Risiko haben Frühgeborene, Säuglinge mit Lungenerkrankungen und Kinder, bei denen bereits ein Atemstillstand oder ein plötzliches "Blauwerden" beobachtet wurde. Wenn ein Geschwisterkind am plötzlichen Kindstod verstorben ist, werden Schlafuntersuchungen durchgeführt. Weitere Gründe für Schlafuntersuchungen bei Kindern sind Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, epileptische Anfälle oder so genannte "unruhige Beine" ("Restless Legs Syndrome") während des Schlafes.

Schlaflabore tun nicht weh – Körperfunktionen mit Messfühlern bestimmt

Im Schlaflabor schlafen die Kinder in einem ganz normalen Bett bzw. Säuglingsbettchen. "Wichtig ist: Schlaflabore tun nicht weh", betont Dr. Jürgen Brüssau. Zahlreiche Körperfunktionen wie Atem-, Augen- und Kinnbewegungen, Sauerstoff- und Kohlendioxidkonzentration, Herzschlag und Hirnströme können mit Messfühlern, die vor dem Schlafen angeklebt werden, bestimmt werden. In einem Nachbarraum überwachen die Ärzte und Kinderkrankenschwestern an Monitoren die Messdaten. Über eine Infrarot-Video-Kamera ist das Kind trotz des abgedunkelten Schlafraumes ständig zu sehen.

Wenn auch nicht schmerzhaft, so sind die Untersuchungen doch aufwendig. Deshalb führen die Eltern vor der Aufnahme ins Schlaflabor – möglichst über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen – ein Schlafprotokoll und füllen einen umfangreichen Fragebogen aus. Zusammen mit der Voruntersuchung durch die Experten und Rücksprache mit dem niedergelassenen Arzt können so bereits viele Fälle ohne Schlaflabor-Termin abgeklärt werden.

Eine Begleitperson kann bei dem Kind übernachten. Je nach Alter bleiben die Kleinen für ein bis drei Nächte. Tagsüber können sie ganz normal in den Kindergarten oder die Schule bzw. nach Hause gehen.

Gaumenplatte korrigiert Kieferfehlbildungen und lindert Atembeschwerden

Auch klinische Studien führen die Experten im Heidelberger Schlaflabor durch. Gemeinsam mit den Kollegen der Mund-Zahn-Kiefer-Universitätsklinik Heidelberg (Geschäftsführender Direktor: Professor Dr. Dr. Joachim Mühling) untersuchen die Ärzte den Einsatz spezieller Gaumenplatten bei Kindern mit bestimmten Gaumen-Kieferfehlbildungen. Die betroffenen Kinder leiden oft unter schweren Atemproblemen. Mit Hilfe der Gaumenplatte kann die Fehlbildung korrigiert werden und die Atemwegsbehinderungen nehmen deutlich ab.

Ansprechpartner:
Dr. Jürgen Brüssau
E-Mail: juergen_bruessau@med.uni-heidelberg.de
Tel. (Sekretariat Neonatalogie, Viktoria Karulewski): 06221 – 56 19 83

Informationen im Internet: http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/index.php?id=6495



Rückfragen bitte an
Dr. Annette Tuffs, Julia Barth
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 – 56 45 36
Fax: 06221 – 56 45 44
Handy: 0170 – 57 24 725
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg


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