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22. Juli 2005

Neuer Wirkstoff gegen Malaria in Sicht

Wissenschaftsminister Frankenberg: Zusammenarbeit mit Burkina Faso vorbildhaft – Sonderforschungsbereich "Kontrolle tropischer Infektionskrankheiten" kürzlich von der DFG als exzellent bewertet

"Die Universität Heidelberg leistet einen vorbildlichen Beitrag bei der Bekämpfung von Malaria, AIDS und anderer Infektionskrankheiten. Durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit afrikanischen Forscherinnen und Forschern wird exemplarisch vorgeführt, wie durch Forschung über eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation auch die Wirtschaftskraft und das soziale Leben in einer Region dauerhaft gestärkt und gefördert werden kann." Mit diesen Worten würdigte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg die Arbeit des Sonderforschungsbereichs "Kontrolle tropischer Infektionskrankheiten", den die Deutsche Forschungsgemeinschaft kürzlich begutachtet und exzellent bewertet hat. Der Sonderforschungsbereich wurde im Jahr 1999 eingerichtet.

Bei einer Pressekonferenz am 22. Juli in Stuttgart wurde die Arbeit der Wissenschaftler vorgestellt. Vertreten waren neben dem Wissenschaftsminister der Sprecher des Sonderforschungsbereichs und Ärztliche Direktor des Hygiene-Instituts der Universitätsklinik Heidelberg, Prof. Dr. Hans-Georg Kräusslich, der Direktor des Centre de Recherche en Santé de Nouna, Burkina Faso, Dr. Bocar Kouyaté, sowie der Ärztliche Direktor der Abteilung Tropenhygiene und Öffentliches Gesundheitswesen, Prof. Dr. Rainer Sauerborn.

Malaria, AIDS und Tuberkulose gehören zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Millionen Menschen fallen diesen Erregern jährlich zum Opfer. Die Krankheiten verhindern wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftlichen Wohlstand. Vor allem die in den Tropen liegenden afrikanischen Staaten sind bedroht: Durch krankheits- und todesbedingte Ausfälle ist es in einigen Landesteilen nicht mehr möglich, soziale Netze und Wirtschaftsbetriebe verlässlich zu organisieren. Ganze Familien und Dorfgemeinschaften zerfallen. Benötigt werden nicht nur neue Medikamente und Impfstoffe, sondern auch ein verbessertes Gesundheitssystem, um diese zielsicher und wirkungsvoll an die Betroffenen zu bringen. So wissen viele Menschen beispielsweise nicht, dass Malaria durch Mücken übertragen wird und wie sie sich dagegen schützen können.

20 Projekte mit afrikanischen Forschern

"Der Sonderforschungsbereich ‚Kontrolle tropischer Infektionskrankheiten' hat das Ziel, den Kampf gegen die Infektionskrankheiten auf allen Ebenen zu führen", erklärte Prof. Dr. Hans-Georg Kräusslich. Dafür arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Lebenswissenschaften mit Sozialwissenschaftlern und Humanmedizinern interdisziplinär zusammen. Eine entscheidende Grundlage für die Arbeit ist die langjährige Kooperation mit dem Centre de Recherche en Santé de Nouna in Burkina Faso. Diese wurde im vergangenen Jahr vom Global Health Forum als Modell für eine exzellente und faire Zusammenarbeit bezeichnet. "Das Forschungszentrum Nouna entstand Anfang der 90er Jahre als Kooperationsprojekt zwischen dem Gesundheitsministerium von Burkina Faso und der Universität Heidelberg. Es verfügt über einen eigenen interdisziplinär ausgerichteten Wissenschaftlerstab", erläuterte Kräusslich.

Heidelberger Wissenschaftler arbeiten in über 20 gemeinsamen Projekten mit dem westafrikanischen Forschungszentrum zusammen. Dabei geht es um klinische Projekte, also um die praktische Medikamentenerprobung am Patienten, um Grundlagenforschung, beispielsweise Virusforschung im Labor, sowie um sozialwissenschaftliche Aspekte. Im Zentrum steht hier vor allem die Frage der Umsetzung einer effektiven Gesundheitsversorgung vor Ort sowie die Zusammenarbeit mit kommunalen Politikern.

Das Land Baden-Württemberg unterstützt und fördert die Zusammenarbeit mit dem Centre de Recherche en Santé de Nouna mit enormen Mitteln. "Von 1999 bis 2005 haben wir insgesamt rund 1,2 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Weitere 600.000 Euro sind bereits für die nächsten Jahre bewilligt", sagte Minister Frankenberg. Die Gelder fließen direkt in die Finanzierung der Infrastruktur des Centre de Recherche en Santé de Nouna. Dies ist eine Besonderheit, da die meisten Geldgeber eine Beteiligung an der Grundfinanzierung ablehnen und sich auf konkrete Projekte konzentrieren. Die Organisation ist jedoch auf eine gesicherte Finanzierung der Infrastruktur angewiesen, da ohne sie keine zusätzlichen Forschungsmittel eingeworben werden können. Frankenberg: "Wir unterstützen das Projekt, weil es nicht nur in sich Erfolg hat, sondern auch exemplarisch vorführt, wie Forschung gesellschaftliche Strukturen verbessern kann."

Für Aufsehen hat zum Beispiel eine Patientenstudie in Burkina Faso gesorgt, bei der erstmals eine neuartige Wirkstoff-Kombination gegen Malaria getestet wird: das so genannte BlueCQ-Projekt. Die Wirkstoffkombination kann möglicherweise die derzeit verfügbaren Medikamente, gegen die Malariaparasiten zunehmend resistent geworden sind, ergänzen. Nach erfolgreichen Tests und Voruntersuchungen wird das Medikament seit 2003 an rund 700 afrikanischen Kindern erprobt. Die bisherigen Ergebnisse sind viel versprechend und sollen in Kürze veröffentlicht werden.

Prof. Kräusslich stellte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Burkina Faso heraus: "Der direkte und schnelle Zugang zu einer leistungsfähigen Forschungsinfrastruktur in Afrika und zu kompetenten Wissenschaftlern vor Ort, die mit der lokalen Situation bestens vertraut sind, ist eine wichtige Grundlage unseres gemeinsamen Erfolges, der sich in Veröffentlichungen in Fachzeitschriften sowie Beiträgen für internationalen Konferenzen und nicht zuletzt in der Beratung der Gesundheitspolitik des Landes dokumentiert."



Rückfragen bitte an
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Pressestelle
Königstr. 46
70173 Stuttgart
Tel. 0711 2793005, Fax 2793081
presse@mwk.bwl.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse




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