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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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14. Juni 2005

Rektor: Horst Bredekamp setzt die prächtig bestückte Reihe der Gadamer-Professoren glanzvoll fort

Prof. Dr. Peter Hommelhoff: Mit der "Hans-Georg Gadamer-Professur für Geisteswissenschaft" strebt die Universität an, international renommierte Geisteswissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen, Meister ihres Fachs, nach Heidelberg einzuladen

"Manche Universitäten können sich glücklich schätzen, Wirkstätte für Professoren gewesen zu sein, die mit ihrem Werk, ihrem Wirken gegenüber Studenten, Schülern und den Kollegen, aber auch und vor allem mit ihrer Persönlichkeit über ihre Zeit hinaus ihr Fach prägen und ihrer Universität insgesamt auf Dauer Glanz verleihen." So eröffnete der Rektor der Universität Heidelberg, Professor Dr. Peter Hommelhoff, heute die diesjährige Gadamer-Professur in der Neuen Universität.

Mit der Professur vergewissere sich die Ruprecht-Karls-Universität stets aufs Neue dankbar all dessen, was sie Hans-Georg Gadamer auch heute noch verdanke. Mit ihrer Teilnahme am Vortrag "Theorie des Bildaktes" trügen die Zuhörer zu dieser Selbstvergewisserung bei. Dafür dankte ihnen der Rektor im Namen der Ruperto Carola.

Hier seine Rede im Wortlaut: "Mit der ‚Hans-Georg Gadamer-Professur für Geisteswissenschaft' strebt die Universität an, international renommierte Geisteswissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen, wahre Meister ihres Fachs, nach Heidelberg einzuladen. Interdisziplinär interessant sollen die Gastprofessoren durch ihr Werk die Einheit der Geisteswissenschaften sichtbar machen können und damit einem Konzept nachwirken, das sich auf Hegels Heidelberger ‚Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften' von 1816 zurückführen lässt. Maßgeblich realisiert von der an Hegel anschließenden Historischen Schule, in der Heidelberger Gelehrte eine herausragende Rolle spielten, begründete dies Konzept die Blütezeit der Geisteswissenschaften im 19. und frühen 20. Jahrhundert – überhaupt die Blütezeit der deutschen Universität."

"In unserer Zeit jedoch zweifeln die Geisteswissenschaften schon seit langem an sich selbst; dies kommt auch in Bestrebungen zum Ausdruck, statt von ‚Geisteswissenschaften' lieber von ‚Kulturwissenschaften' zu sprechen. Indes Gadamer – seine philosophische Hermeneutik, in allen Geisteswissenschaften als eine ihrer methodischen Grundlagen rezipiert, schafft auch heute noch die Einheit der Geisteswissenschaften. Sie sind über den Begriff des Geistes auf die Philosophie zentriert; zugleich schlägt ‚Geist' die Brücke hinüber zur Theologie, aber auch zu den Naturwissenschaften – so etwa in der Debatte ‚Geist/Gehirn'. Aus diesen Gründen versteht sich die Gadamer-Professur als Aushängeschild der Heidelberger Geisteswissenschaften; über sie möchte die Ruperto Carola einer breiteren Öffentlichkeit die Attraktivität und Leistungsfähigkeit ihrer Geisteswissenschaften vermitteln. Dank gebührt deshalb auch an dieser Stelle all´ denen, die die Universität dazu finanziell in die Lage versetzt haben: die Kulturstiftung der Deutschen Bank, das Land Baden-Württemberg und Ehrenbürger unserer Universität. Sie alle unterstützen damit großzügig ein geisteswissenschaftliches Vorzeigeprojekt."

"Als Gadamer-Professor dieses Jahres darf ich mit ganz großer Freude Sie, Herr Bredekamp, in der neuen Universität der Ruprecht-Karls-Universität begrüßen; Sie setzen die mit Karl-Heinz Bohrer, Peter Burke, Jacques Derrida und Jan Assmann prächtig bestückte Reihe der Gadamer-Professoren glanzvoll fort. – Der Kunsthistoriker und Bildtheoretiker Horst Bredekamp, in Kiel geboren und nach dem Studium der Kunstgeschichte, Archäologie, Philosophie und Soziologie in Marburg promoviert und in Hamburg habilitiert, amtiert seit mehr als einem Jahrzehnt als Ordinarius für Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin. Sein Wirken und Werk zur Kunst der Renaissance und des Barock ebenso wie zur Wirklichkeits-erschließenden Funktion von Bildern bis hin zu den neuesten bildgebenden Verfahren in den Naturwissenschaften ist vielfach durch Auszeichnungen und Preise gewürdigt worden – so u.a. durch den Warburg-Förderpreis der Freien und Hansestadt Hamburg, durch den Siegmund-Freud-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie durch zahlreiche fellowships: am Insitute for Advanced Studies in Princeton, am Getty-Institute Los Angeles, am Collegium Budapest und am Wissenschaftskolleg Berlin – ihm gehört Herr Bredekamp seit 2002 als Permanent Fellow an."

"Zur Wirklichkeits-erschließenden Funktion von Bildern hat Herr Bredekamp diese zentrale These entwickelt: Der durch Bilder vermittelte Weltzugang ist mindestens so ursprünglich und umfassend wie der durch die Sprache vermittelte. Für die Kultur seien Bilder und die Bildwissenschaften von grundlegender Bedeutung. Noch gewichtiger als die Diskursivität sei die Intuition. Bilder hätten konstruktiven Charakter, sie konstituierten die Welt. Deshalb seien die Bildwissenschaften Grundlagenwissenschaften. Mit seinem Heidelberger Eröffnungsvortrag ‚Theorie des Bildaktes' wird uns Herr Bredekamp wohl mitten in diesen faszinierenden Fragenkreis voll Interdisziplinarität führen: wir sind gespannt" (Hommelhoff).



Rückfragen von Journalisten bitte an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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