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23. Mai 2005

Schnelle Gäste aus Afrika beherrschten das USC-Sportfest

Margaret Chirchir und Shadrack Langat aus Kenia gewannen die Heidelberg-Meile – Ernest Osei aus Ghana der schnellste Sprinter

Shadrack Langat (rechts) setzte sich im Meilenrennen knapp gegen seinen kenianischen Landsmann Hassan Kemei durch.
Shadrack Langat (rechts) setzte sich im Meilenrennen knapp gegen seinen kenianischen Landsmann Hassan Kemei durch.

Die Sprinter Michael Eregare und Ernest Osei sowie die Meilenläufer Margaret Chirchir und Shadrack Langat beherrschten die Szene beim Leichtathletik-Sportfest des USC Heidelberg, das am Samstag bei idealen äußeren Bedingungen im Heidelberger Universitätsstadion leider nur geringe Zuschauerresonanz fand. "Unsere Gesellschaft setzt offenbar andere Prioritäten", bewertete Walter Abmayr, der Leichtathletik-Abteilungsleiter des USC, die traurige Tatsache, dass sich – bei freiem Eintritt und leckerem Kuchenbüfett(!) – kaum hundert Zuschauer auf der großen Tribüne verloren.

Carl Kaufmann coachte seine Tochter

Dabei war das Sportfest erfreulich gut besetzt und von den Studenten des Leichtathletik-Schwerpunktfachs der Universität perfekt organisiert worden. Die Siegespreise überreichte die in Heidelberg studierende Mannheimer Hockey-Olympiasiegerin Fanny Rinne, und ihr Honorar in Form einer knackigen Bratwurst verspeiste sie genüsslich vor der Ehrung der Sieger im Sprint-Cup, der 1977 zum ersten Male vergeben worden ist und bei dem Athleten aus Afrika stets eine Hauptrolle gespielt haben.

Prof. Dr. Hermann Rieder gratulierte dem siegreichen Speerwerfer Stefan Schlechter zum Gewinn des
Prof. Dr. Hermann Rieder gratulierte dem siegreichen Speerwerfer Stefan Schlechter zum Gewinn des "Rieder-Cups".
Fotos : HP

Diesmal gewann Michael Eregare aus Nigeria mit 2719 Punkten vor Michael Germann (LG/USC Heidelberg, 2388) und Hauke Hein (LG Karlsruhe, 2341). Für die Sieger und Platzierten hatten Sponsoren nützliche Geschenke wie Kaffeetassen, Rucksäcke oder Sporttaschen spendiert, so dass es viele frohe Gesichter gab. Der 26-jährige Michael Eregare hatte im 100-m-Lauf nach 10,84 Sekunden Platz 3 belegt, war über 200 m in 22,18 Sekunden Zweiter und hatte den 300-m-Lauf in 35,60 Sekunden gewonnen. Die Zeiten wurden gemäß einer geheimnisvollen ungarischen Tabelle in Punkte umgerechnet, was für Eregare 2.719 Zähler ergab.

Schnellster Mann im Uni-Stadion war der aus Ghana stammende Lokalmatador Ernest Osei. Der 21-Jährige sprintete über 100 m erst 10,93 und dann 10,72 Sekunden, war danach zu allerlei Späßen aufgelegt und weiß nun, dass er mit diesem Leistungsvermögen in Deutschland nicht viele ernsthafte Gegner finden wird. Bei den deutschen Hallenmeisterschaften war Osei Fünfter, und er ist steigerungsfähig. Das gilt auch für USC-Neuzugang Christian Staud, der 11,22 Sekunden lief und wesentlich dazu beitrug, dass die USC-Staffel in der Besetzung Michael Germann, Christian Staud, Daniel Alu und Ernest Osei mit 42,74 Sekunden sicher gewann. Bei den deutschen Meisterschaften soll es, so Walter Abmayr, rund eineinhalb Sekunden schneller gehen, was bei flüssigeren Wechseln möglich erscheint.

Den Sprint-Cup der Frauen eroberte die 22-jährige Isabel Maderer (LAC Quelle Fürth/München 1860) mit 3.021 Punkten vor Sophie Winterhalder (LG/USC Heidelberg, 2.592) und Barbara Sange (LG Neckargemünd, 1.362), die – dem Alter nach – Isabells Mama sein könnte und sich ganz wacker schlug. Maderer war in 12,34 Sekunden, 24,82 Sekunden und 39,20 Sekunden jeweils Zweite über 100, 200 und 300 Meter. Schnell-ste Kurzsprinterin war die Nigerianerin Christy Ekpukhon mit 12,05 Sekunden.

Die traditionsreiche Heidelberg-Meile über 1.609 Meter gewannen Margaret Chirchir aus Kenia und ihr Landsmann Shadrack Langat, und zwar vor weiteren Landsleuten, die gegenwärtig von Walter Abmayr auf die großen europäischen Meetings vorbereitet werden und das USC-Sportfest zu einer besseren Trainingseinheit nutzten. Margaret Chirchir gewann zum zweiten Male nach 2002 und verfehlte mit 4:41,66 Minuten ihren damals aufgestellten Stadionrekord (4:38,46) nur knapp. Shadrack Langat lief 4:06,31 Minuten und damit die achtbeste jemals in Heidelberg gelaufene Zeit. Er lag 15 Sekunden vor dem zweitplatzierten Hassan Kemei (Kenia) und 35 Sekunden vor dem besten Deutschen Manuel Giesen von der LG Karlsruhe.

Die Karlsruher waren übrigens mit einer größeren Athletengruppe nach Heidelberg gekommen. Die 19-jährige Larissa Kaufmann lief 12,74 Sekunden über 100 Meter und 25,54 Sekunden über 200 m und wurde dabei von ihrem Vater Carl betreut. Der Karlsruher Theatermann war bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom im 400-m-Finale mit 44,9 Sekunden Weltrekord gelaufen – und hatte "nur" Silber erhalten, weil der zeitgleiche US-Amerikaner Otis Davis beim Zieleinlauf eine längere Brustwarze hatte. "Larissa entwickelt sich gut. Sie trainiert trotz des anstrengenden Studiums der Molekularbiologie regelmäßig und mit großem Eifer. Ich möchte sie noch ein wenig auf den kurzen Strecken stabilisieren, dann werden wir schauen, ob sie in meine Fußstapfen treten kann", sagte Carl Kaufmann, der bei "seinen" olympischen Spielen gemeinsam mit Johannes Kaiser (Nürnberg), Manfred Kinder (Wuppertal) und Hans-Joachim Reske (Nußloch) auch Staffel-Silber gewonnen hatte.

Siege für Kresin und Schlechter

Das USC-Sportfest war auch ein Tummelplatz für junge Sprinter und für Athleten, die die Leichtathletik als schönste Nebensache der Welt betrachten. Beim Nachwuchs überzeugten der 18-jährige Timo Datismann aus Eislingen mit 11,59 über 100 Meter oder die beiden Mannheimer Carla Jungmann und Bartosz Bogobowicz, die die Gesamtwertung im Sprint-Cup der A-Jugendlichen für sich entschieden. Im Speerwerfen zeigte der 22-jährige Stefan Schlechter von der LG/USC Heidelberg mit 59,19 Metern, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. Stefans Vater Hermann war Achter der Europameisterschaften von 1971 in Helsinki, nun erhielt Stefan den von Professor Dr. Hermann Rieder gestifteten Ehrenpreis für die beste Speerwurf-Leistung. Rieder war Hermann Schlechters (und Olympiasieger Klaus Wolfermanns) Trainer gewesen und weilte am Samstag im Stadion. Er bedauerte sehr, dass wegen eines gleichzeitig stattfindenden Werfer-Cups in Halle/Saale die besten Athleten fern geblieben sind, was freilich Stefan Schlechters Leistung – er gewann mit 25 Metern Vorsprung – nicht schmälern soll.

Nur wenige Konkurrenten hatte Nordbadens bester Weitspringer Heiko Kresin. Der 23-jährige Sport- und Anglistikstudent von der LG/USC Heidelberg trat zwar vier Mal über, hatte aber den mit 6,63 Metern weitesten Sprung und siegte um einen Zentimeter vor George Tounas von der Mannheimer TG. "In zwei Wochen bei den baden-württembergischen Meisterschaften in Ettlingen will ich weiter springen, denn 6,90 Meter habe ich drauf", sagte der Regio-Meister, der diesen Titel kürzlich auch im Kugelstoßen gewonnen hat und in diesem Jahr noch mindestens einen Zehnkampf absolvieren will.

Claus-Peter Bach



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Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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Irene Thewalt
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