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11. Mai 2005

Universität Heidelberg schlägt neue Brücken ins Reich der Mitte

Reise des Rektors und des Universitätsrats-Vorsitzenden nach Peking mit raschen Resultaten belohnt – Besuch einer Delegation der Tsinghua University in Heidelberg vom 10. bis 12. Mai – Ausbau des Kooperationsabkommens vorgesehen – Lehrexport und gemeinsame Studiengänge entsprechen Zielen des Strategiepapiers, das Heidelberg in der Weltspitze besser wahrnehmbar machen soll

Prorektor Prof. Dr. Angelos Chaniotis (links) und Vizepräsident Prof. Gong Ke unterzeichneten das Memorandum of Understanding.

Prorektor Prof. Dr. Angelos Chaniotis (links) und Vizepräsident Prof. Gong Ke unterzeichneten das Memorandum of Understanding. Foto: Rothe

Als Rektor Prof. Dr. Peter Hommelhoff und der Universitätsrats-Vorsitzende Dr. Dr. Peter Bettermann kürzlich die Tsinghua University in Peking besuchten, war dies nicht weniger als der Aufbau einer internationalen Partnerschaft mit der chinesischen Hochschule. Denn beim Gegenbesuch einer Delegation aus der Volksrepublik in Heidelberg steht ein neues Kooperationsabkommen im Mittelpunkt. Auf Grundlage dieses Abkommens sollen jedoch nicht nur gemeinsame Forschungsprojekte oder der Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern realisiert werden, sondern auch ein Lehrexport ins Reich der Mitte auf Basis gemeinsamer Studiengänge. Damit setzt die Ruperto Carola ihren Weg hin zu einer international ausgerichteten Spitzenuniversität zielstrebig fort.

"In drei Jahren wollen wir zur europäischen Spitze gehören", sagte Rektor Prof. Dr. Peter Hommelhoff anlässlich der Präsentation des Strategiepapiers im vergangenen Winter. Diese Aussage - von manchen als regelrechte "Kampfansage" gewertet - erregte großes Aufsehen und sorgte für eine beachtliche bundesweite Resonanz in den Medien. Insgesamt enthält das zukunftsweisende Dokument 38 Vorhaben, die die älteste Universität in Deutschland ganz nach vorne bringen sollen. Dabei setzt man unter anderem auf eine weitere Intensivierung der internationalen Beziehungen mit den USA und eben mit China.

Immerhin boomt das Riesenreich seit einigen Jahren - und ist deshalb auch stark an wissenschaftlichem Transfer interessiert. Konkret wird derzeit über Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Medizin, der Sinologie und den Rechtswissenschaften gesprochen. Im Bereich Jura beispielsweise besteht Interesse an einem gemeinsamen englischsprachigen LL.M.-Programm (Legum Magister). Hinter der Abkürzung versteckt sich ein Programm zur Pflege der internationalen Zusammenarbeit im Hochschulbereich, zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und zur Verbreitung der Kenntnisse des deutschen Rechts im Ausland.

Hierbei wird Studenten aus dem Ausland der akademische Grad eines Legum Magister verliehen. Der Grad kann indes auch Deutschen verliehen werden, die ein rechtswissenschaftliches Studium an einer ausländischen Hochschule erfolgreich abgeschlossen haben. Zudem soll die Möglichkeit der Einrichtung eines Konfuzius-Instituts in Heidelberg beraten werden, das man mit einem deutschen Goethe-Institut im Ausland vergleichen könnte.

Pläne und Überlegungen in dieser Richtung existierten schon seit einiger Zeit. Doch wurde das Vorhaben durch die Reise des Rektors beschleunigt, so dass eine beachtliche Dynamik entstand. So erwartete man denn bereits am 10. Mai eine sechsköpfige chinesische Delegation zum zweitägigen Gegenbesuch in Heidelberg, beispielsweise auch in der Medizinischen Fakultät im Neuenheimer Feld sowie der Juristischen Fakultät und dem Germanistischen Seminar. Heute nun wurde ein "Memorandum of Understanding" unterzeichnet, mit dem die Partnerschaft zwischen den beiden Universitäten in ihrem weiteren Ausbau schriftlich fixiert wird.

Rektor Prof. Hommelhoff: "Wünsche unserer Partner aufgenommen"

"Gerne haben wir beim Besuch in China die Wünsche unserer Partner aufgenommen" und das Programm in Heidelberg in diesen Tagen so gestaltet, dass die Delegation der Tsinghua Universität ihre Wunschpartner kennen lerne, sagte Rektor Prof. Hommelhoff bei der Unterzeichnung des Memorandums durch Vizepräsidenten Prof. Gong Ke und den Heidelberger Prorektor für Internationale Beziehungen, Prof. Dr. Angelos Chaniotis. Auch die Ruperto Carola habe einen Wunsch, so Hommelhoff weiter: dass die Erfahrungen der Juristischen Fakultät beim Lehrexport auch mit der Tsinghua Universität zum Tragen kämen. Vizepräsident Prof. Gong vor der Unterzeichnung: "Ich sehe eine sehr große Zukunft für unsere Kooperation."

Im Rahmen des Besuches der Delegation in Deutschland wurde auch der Kooperationsvertrag mit den Unternehmen Freudenberg & Co., Weinheim, Klüber Lubrication, München, und Pepperl & Fuchs, Mannheim, mit der Universität Tsinghua verlängert. Die Unternehmen unterstützen bereits seit 1993 den deutschen Sprachunterricht an der Tsinghua Universität durch die Finanzierung von Lehrern, Sachmitteln und eines Sprachlabors. Auf diese Weise ist es gelungen, Deutsch zur zweitwichtigsten Fremdsprache nach Englisch an der Tsinghua Universität zu machen. Im vergangenen Jahr lernten mehr als 300 Studenten, Doktoranten und Professoren Deutsch an der Pekinger Eliteuniversität.

"Dass der Besuch der Delegation gemeinsam mit Wirtschaftsunternehmen gestaltet wird, ist ein wichtiger Punkt", meint Dr. Walter Kühme, Leiter der Stabsstelle Strategie der Universität Heidelberg. "Immerhin sind wir damit schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Zusammenarbeit über den engeren Kreis universitärer Kooperation hinausgetreten. Das Projekt zieht noch vor dem eigentlichen Start beachtliche Kreise, was nicht nur von chinesischer, sondern auch von der deutschen Seite begrüßt wird. Durch eine Kooperation mit der Wirtschaft gewinnt die Partnerschaft zusätzliche Stärke", ist sich Walter Kühme sicher.

Vorteilhaft für den geplanten Lehrexport im Rahmen der Zusammenarbeit ist auch die Tatsache, dass die Ruperto Carola auf teilweise langjährige Erfahrungen zurückblicken kann, dienen doch das Postgraduierten- und Weiterbildungszentrum der Universität Heidelberg in Santiago de Chile, die "Schule des deutschen Rechts" in Krakau und die Beteiligung der Universität Heidelberg an Programmen der Andrássy Universität in Budapest schon jetzt dem Lehrexport. Von dem mit diesen Projekten gewonnenen Know-how wird nun auch die Kooperation mit China profitieren.

Heiko P. Wacker



Rückfragen bitte an
Dr. Walter Kühme
Stabsstelle Strategie
Tel. 06221 542330, Fax 542147
kuehme@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse




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