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12. Mai 2005

Zentrum für deutschsprachige Kultur und Philosophie an der Universität St. Petersburg gegründet

Übereinkommen zwischen Universitäten Heidelberg und St. Petersburg unterzeichnet – Im Bewusstsein der kulturellen Vergangenheit und aus dem Interesse an der Entwicklung in Wissenschaft und Philosophie im deutschsprachigen Raum werden im neuen Zentrum in St. Petersburg drei Studiengänge eingerichtet

Repräsentanten der Ruprecht-Karls-Universität und der Universität St. Petersburg unterzeichneten heute ein Übereinkommen über die Gründung eines Zentrums für deutschsprachige Kultur und Philosophie an der Universität St. Petersburg. Zugleich ging das vom 9. bis 12. Mai in Heidelberg stattfindende Symposion "Zivilgesellschaft: Deutsche Erfahrungen und russische Perspektiven" zuende.

Die Übereinkunft der beiden Universitäten setzt die fruchtbare Zusammenarbeit auf einem weiteren Gebiet fort: Das Zentrum für deutschsprachige Kultur und Philosophie wird an der St. Petersburger Universität an der dortigen Philosophischen Fakultät eingerichtet. Russische Studierende sollen künftig in drei Studiengängen Kulturwissenschaften und Philosophie des deutschen Sprachraumes studieren können; alle Lehrveranstaltungen werden in deutscher Sprache abgehalten. Zudem soll den jungen Studierenden ermöglicht werden, ein Studienjahr an der Universität Heidelberg zu verbringen.

Von Seiten der Ruprecht-Karls-Universität sollen zukünftig in jedem Semester ein bis zwei kurze Blockveranstaltungen durch Professoren aus den Fachbereichen Philosophie, Geistes- und Kulturwissenschaften, aber auch Theologie in St. Petersburg abgehalten werden.

Im 18. und 19. Jahrhundert war Heidelberg das Ziel von Tausenden russischen Studierenden. Für Petersburger Studenten gehörte es zum guten Ton, ein Jahr in Heidelberg verbracht zu haben. Mit der Oktoberrevolution 1917 brach diese Tradition abrupt ab. Dies heißt aber nicht, dass nicht auch noch heute vieles in St. Petersburg an deutsche Philosophie und Kultur erinnert. Das Interesse an dem gesamten deutschen Sprachraum besteht weiter, ja wurde in den letzten Jahren neu geweckt, und deutschsprachige Gegenwartsautoren in Philosophie, Literatur, Kunst und Geschichte gehören zum festen Bestand der russischen Curricula.

Überraschend viele Einwohner sind des Deutschen noch mächtig, und an den Universitäten verdrängt das Englische erst langsam das Deutsche als erste Fremdsprache. Im Bewusstsein der kulturellen Vergangenheit und aus dem Interesse an der Entwicklung in Wissenschaft und Philosophie im deutschsprachigen Raum werden in dem neuen Zentrum für deutschsprachige Kultur und Philosophie in St. Petersburg drei Studiengänge eingerichtet: Bachelor der Kulturwissenschaften mit dem Schwerpunkt auf Kultur des deutschen Sprachraums; Bachelor der Philosophie mit dem Schwerpunkt auf Angewandter Ethik; Magister der Philosophie mit dem Schwerpunkt auf neuzeitlichen westeuropäischen Philosophieansätzen.

Heidelberger Professoren aus den verschiedensten Fachgebieten von Philosophie, Geistes- und Kulturwissenschaften ebenso wie Theologie werden eingeladen, in maximal 14 Tage dauernden Blockveranstaltungen junge russische Studierende in unser Denken und den deutschsprachigen sowie westeuropäischen Wissenschaftsbetrieb einzuführen. Für Studierende und Dozenten der Universität St. Petersburg soll es die Möglichkeit geben, für ein Jahr am Heidelberger Vorlesungs- und Studienbetrieb teilzunehmen und mit Heidelberger Kollegen in ein wissenschaftliches Gespräch zu treten.

Die Bedeutung der Einrichtung dieses Zentrums reicht weit über den wissenschaftlichen Austausch und den Lehrexport hinaus und soll zu einem gegenseitigen Verstehen führen, das Baustein der Begegnung unterschiedlicher Kulturen werden kann. Nicht zuletzt der Schwerpunkt Angewandte Ethik macht deutlich, für wie notwendig der kulturüberschreitende Transfer von Normen und Werten eingestuft wird.

Die Beziehungen zwischen Heidelberg und St. Petersburg haben sich erst durch gegenseitige Dozentenbesuche, später dann durch gemeinsame wissenschaftliche Colloquien vertieft und erreichten im Oktober 2003 ihren Höhepunkt bei einem gemeinsamen Symposion in St. Petersburg mit dem Thema "Wissenschaft und Ethik in der modernen Gesellschaft". Damals nahmen seitens der Universität Heidelberg 15 Professoren und Assistenten aus den verschiedensten Fakultäten mit einem besonders starken Anteil an Psychologen und Medizinern teil.



Rückfragen bitte an
Prof. Dr. Heimo Hofmeister
Tel. 06221 543300, Fax 543256
rph@urz.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse




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