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23. Mai 2005

Prof. Christof Koch im Heidelberger Forum Biowissenschaft und Gesellschaft

Interessierte Zuhörer und Diskussionsteilnehmer willkommen – "Heidelberger Forum Biowissenschaft und Gesellschaft" lädt zum Vortrag von Prof. Dr. Christof Koch am 25. Mai 2005 ein – Thema: Über die neurobiologischen Grundlagen des Bewusstseins

Am kommenden Mittwoch (25. Mai 2005) spricht Prof. Dr. Christof Koch aus dem California Institute of Technology in der Reihe "Heidelberger Forum Biowissenschaft und Gesellschaft", zu der sich führende Forschungsinstitutionen mit Sitz in Heidelberg zusammengeschlossen haben. Das Forum, finanziell unterstützt von der Manfred Lautenschläger Stiftung, lädt alle Interessierten um 18 Uhr in das Auditorium der Print Media Academy ein (Kurfürstenanlage 52 – 60, 69115 Heidelberg). Der Vortrag trägt den Titel "Über die neurobiologischen Grundlagen des Bewusstseins".

Das Bewusstsein ist eines der letzten großen ungelösten Rätsel der Wissenschaft. Wir können den salzigen Geschmack von Kartoffel-Chips spüren, den unverkennbaren Geruch von Hunden wahrnehmen, wenn sie im Regen waren, und kennen das besondere Gefühl, wenn man nur an den Fingerkuppen hängend viele Meter über dem sicheren Boden in einer Felswand klettert. Wie können diese subjektiven Eindrücke aus den Neuronen und den mit ihnen assoziierten Synapsen und molekularen Prozessen entstehen?

Die Frage nach dem Bewusstsein, was es ist, wo es auftritt und welchen Zweck es erfüllt, wurde bisher primär durch Philosophen angegangen, jedoch ohne nennenswerten Erfolg. Die Klärung dieses Problemkreises wird jetzt durch die Hirnforscher einen entscheidenden Schritt nach vorne getrieben.

Der Molekularbiologe Francis Crick und der Heidelberger "Forum"-Referent Christof Koch argumentieren, dass eine besondere Gruppe von Nervenzellen, verteilt über kortikale und subkortikale Gehirnareale, dem Phänomen Bewusstsein zugrunde liegen. Diese Hypothese lässt sich durch gezielte neurobiologische Experimente beim Menschen, an Affen und anderen Säugern überprüfen. Der Vortrag in deutscher Sprache gibt eine Übersicht über die relevanten psychologischen, neurophysiologischen und klinischen Befunde in einer der Allgemeinheit zugänglichen Sprache.

Prof. Dr. Christof Koch beschäftigt sich seit zwei Jahrzehnten mit dem Problem, wie das Gehirn Information verarbeitet und welchen Code Nervenzellen dabei benutzen. Er promovierte 1982 in Tübingen am Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik. Nach vier Jahren am MIT in Boston nahm er einen Ruf an das California Institute of Technology in Pasadena, Kalifornien, an, wo er das Department für Computation and Neural Systems leitet. Seit 1989 arbeitet er zusammen mit Dr. Francis Crick an den neurobiologischen Grundlagen des Bewusstseins. Sein Buch "Bewusstsein – ein neurobiologisches Rätsel" erscheint im Spektrum/Elsevier Verlag.

Das "Heidelberger Forum Biowissenschaft und Gesellschaft", das im Sommer 2001 erstmals zu einem Vortrag lud, geht auf eine Initiative von Wissenschaftlern der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Zentrum für Molekulare Biologie ZMBH und Medizinische Fakultät Heidelberg), des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL) sowie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zurück. In regelmäßigem Turnus hält ein international herausragender Forscher einen Vortrag zu einem aktuellen Forschungsthema, das die Bedeutung der Wissenschaften für die Gesellschaft deutlich – aber auch verständlich – macht. Denn die Referenten richten sich vor allem an die interessierte Bevölkerung, die hier auch die Gelegenheit zur Diskussion mit den Experten und Fachleuten hat.

Weitere Informationen :
www.klab.caltech.edu
www.embl.de/aboutus/sciencesociety/hdforum.html


Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse




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