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6. Mai 2005

Der Buddha lächelt als Computergraphik

Heidelberger Studenten digitalisieren das Weltkulturerbe von Angkor Wat

Der Buddha lächelt. Er hält die Augen geschlossen, während ein Halogenstrahler sein Gesicht hell erleuchtet. Das gleißende Licht braucht Philipp Struck für gute Fotos: Der Heidelberger Physikstudent lichtet den Kopf, die Kopie eines Buddhakopfes vom berühmten Bayon-Tempel in Angkor aus dem 12. bis 13. Jahrhundert, von 15 Seiten ab. Der Computer bastelt hinterher ein dreidimensionales Modell daraus.

Gemeinsam wollen sie die Tempelanlage in Angkor rekonstruieren: Holger Rapp, Jens Schöbel und Dr. Stefan Körkel (v.r.) vom IWR der Universität Heidelberg und ihre Kollegen vom World Monuments Fund.
Gemeinsam wollen sie die Tempelanlage in Angkor rekonstruieren: Holger Rapp, Jens Schöbel und Dr. Stefan Körkel (v.r.) vom IWR der Universität Heidelberg und ihre Kollegen vom World Monuments Fund.
Foto: Dombrowski

Währenddessen ist Lun Rayi, der in Phnom Penh Architektur studiert, damit beschäftigt, Baupläne der Tempelanlage von Angkor Wat einzuscannen. Seine Kommilitonen bilden eine Traube um Jens Schöbel, der an dem langen Tisch in der Bibliothek seinen Laptop aufgeklappt hat und das Programm erklärt, mit dem die Scans bearbeitet werden. Der Heidelberger Mathematikstudent arbeitet an der Visualisierung des Angkor-Geländes in Echtzeit. "Die Optimierung von 3D-Computergrafik ist mein Spezialgebiet", erklärt der 27-Jährige.

Im Nationalmuseum in der kambodschanischen Hauptstadt arbeiten Studenten vom Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen (IWR) der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg, an das verschiedene Fakultäten angekoppelt sind, und Architekturstudenten der Königlichen Universität der Schönen Künste in Phnom Penh gemeinsam daran, das Weltkulturerbe Angkor zu digitalisieren (die RNZ berichtete). Unter surrenden Ventilatoren scannen sie Baupläne, die die französischen Kolonialherren in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts von dieser größten Tempelanlage der Welt erstellt haben. Später werden sie am Computer zusammengesetzt.

Von allen Bauplänen, die die Studenten aufgrund ihrer Größe stückweise scannen, macht Pheakdey Nguonphan zusätzlich Fotos. Die Fotos dienten dann als Vorlage, um aus den einzelnen Puzzleteilen das Original zu rekonstruieren. Der Kambodschaner hatte schon vor einiger Zeit Kopien der Pläne von Angkor Wat mit nach Deutschland gebracht. Das war ein Anstoß für das Projekt, das Prof. Hans Georg Bock, Leiter des IWR, mit Gründung der Projektgruppe "Angkor Wat" Anfang des Jahres in Heidelberg und bei einem kurzen Besuch Ende Februar in Kambodscha endgültig ins Rollen brachte. Einige Tage später in Angkor sehen die Heidelberger "ihre" Tempel zum ersten Mal in Wirklichkeit. Während Philipp Struck vor allem Oberflächen der Tempel, einzelner Reliefs und Statuen für die 3-D-Modelle fotografiert, sammeln die anderen Studenten, was sie an Plänen und Informationen bekommen können.

Viele Ansätze für mögliche Projekte sind vor Ort entstanden. "Wir haben Ideen entwickelt, wie man virtuell ausprobieren kann, welche Köpfe zu welchen Statuen gehören", nennt der Physikstudent ein Beispiel. "Real ist das nicht möglich, weil die Köpfe zu schwer sind." Nun geht es vor allem darum, weitere interessierte Studenten und Sponsoren zu finden.

Wann sich die nächste Gruppe auf den Weg macht, sei noch nicht geplant. Bis dahin hoffen die Heidelberger auf Zuarbeit der kambodschanischen Architekturstudenten. Wenn es gelingt, alle Daten zusammenzubekommen, um Angkor virtuell darzustellen, wären die Studenten gerne im nächsten Jahr auf der Bundesausstellung über die Khmer-Kultur in Bonn dabei.

Von Katja Dombrowski


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Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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