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30. April 2005

In der Aula spielten Brahms und Weber

"300 Jahre Universität Breslau / Wroclaw" - Eine Ausstellung im Foyer der Neuen Uni Heidelberg

An diesem Wochenende eröffnet Bundespräsident Horst Köhler in Berlin das deutsch-polnische Jahr. In diesem Zusammenhang kommt der Heidelberger Ausstellung über "300 Jahre Universität Breslau / Wroclaw" besondere Bedeutung zu. Im Foyer der Neuen Universität wird die wechselvolle Geschichte der 1702 gegründeten Hochschule vorgeführt von den Anfängen bis nahe an die Gegenwart heran, obwohl das Jubiläum bereits drei Jahre zurückliegt. Die Gründung der Breslauer Universität durch Kaiser Leopold hing mit dem Auftreten der Jesuiten zusammen, die im Bildungswesen eine Monopolstellung einnahmen. Zunächst hatte es nur zwei Fakultäten, Philosophie und Theologie, gegeben. Erst 100 Jahre später kamen weitere hinzu.


Motiv aus der Heidelberger Ausstellung: Blick vom mathematischen Turm der Universität Breslau.
Repro: Alex

Die Ausstellung dokumentiert die Entwicklung der Leopoldina unter den Habsburgern, den Preußen und schließlich unter polnischer Regierung. Ihre einzelnen Räumlichkeiten werden vorgestellt wie der Mathematische Turm oder die repräsentative Aula mit ihrem prachtvollen Deckengemälde. Man lernt berühmte Dozenten und die jeweiligen Rektoren kennen, das Studentenleben mit den "Kommersspielen" und wird auch über die Reorganisation der Universität zwischen 1946-55 informiert, nachdem aus Breslau Wroclaw geworden war. Neun Nobelpreisträger waren aus den einstigen Professoren und Studenten der Leopoldina, die 1879 Johannes Brahms die Ehrendoktorwürde verliehen hatte, hervorgegangen, unter anderem Theodor Mommsen und Friedrich Bergius. Heute hat die Universität acht Fakultäten.

Die von Ursula von Dallwitz und Gerd Schneider organisierte Übersicht wurde im Senatssaal der Alten Universität im Beisein zahlreich erschienener Gäste eröffnet. Der Heidelberger Prorektor Angelos Chaniotis bezeichnete die Ausstellung als Anlass, die Beziehung zur Universität Wroclaw zu vertiefen, und deren Prorektorin Krystyna Gabrijelska artikulierte ihren Stolz darüber, "dass wir uns hier bei der älteren Schwester zeigen dürfen". Bevor Matthias Untermann vom Universitätsmuseum, das gemeinsam mit der Initiative Partnerschaft mit Polen das Projekt veranstaltete, allen Beteiligten gedankt hatte, gab Prof. Norbert Heisig, Präsident der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Wroclaw (Breslau), in seinem profunden Vortrag einen komprimierten Überblick über die Geschichte der Stadt und der Universität Breslau. Er erwähnte die Schlesischen Kriege, als deren Folge Schlesien an Preußen kam und bezeichnete den Einfall Friedrichs II. in Schlesien als Katastrophe für die hier lehrenden Jesuiten, die der Preußenkönig allerdings als Hochschullehrer brauchte. In Breslau schrieb Lessing seine "Minna", die Brüder Eichendorff studierten an der Universität, die auch von Goethe gelobt wurde und die im 19. Jahrhundert die Osteuropa-Forschung als Schwerpunkt entwickelte. In ihrer Aula musizierten Brahms und Weber, Paganini und Liszt, und zu den berühmten Forschern, die an ihr lehrten, gehörten Dilthey und Sombart und der Chirurg Sauerbruch. 1945 schlug das Ende der deutschen Universität. Polnische Professoren der Universität Lemberg bauten die Einrichtung nach dem Krieg wieder auf. Heute ist die Hochschule Wroclaw eine der größten Universitäten in Mitteleuropa.

Die Ausstellung in der Neuen Universität Heidelberg ist bis zum 29. Mai zu sehen.

Von Heide Seele


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Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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