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29. April 2005

Die Zukunft der Nachwuchsforschung

Das zeitgeschichtliche Graduiertenkolleg

Die Aufarbeitung von Diktaturen sind eine langwierige Angelegenheit. Diese Weisheit kennt Marianne Birthler, die Leiterin der Stasiakten-Behörde aus eigener Erfahrung. Eine passendere und bedeutendere Festrednerin zur Eröffnung des neuen zeitgeschichtlichen Graduiertenkollegs an der Universität Heidelberg kann man sich kaum vorstellen. Als Leiterin der Behörde, die über 180 Kilometer Akten des ehemaligen DDR-Geheimdienstes wacht, ist sie für die Aufbereitung eines der wichtigsten Kapitel deutscher Zeitgeschichte verantwortlich.

Eine Zeit, die auch die ersten fünf Doktoranden des Kollegs zu schätzen wissen. Diese neue Kollegform wissenschaftlicher Ausbildung und Betreuung stellt eine Abkehr von althergebrachten Mustern der akademischen Ausbildung dar. Angehende Doktoranden werden nicht mehr einzeln gefördert, sondern in Gruppen. Das Graduiertenkolleg besteht aus den besten Magister- oder bald Masterabsolventen der jeweiligen Fachbereiche. Im Kollegstudiengang werden die besten Nachwuchswissenschaftler zusammengebracht, um sich auszutauschen.

Finanziert wird das neue Graduiertenkolleg durch eine Kooperation mit der Berliner Heinrich-Böll-Stifung, die in den nächsten drei Jahren 300000 Euro garantiert. Der wissenschaftliche Leiter ist Prof. Edgar Wolfrum, der vor drei Jahren die Abteilung Zeitgeschichte in Heidelberg ins Leben rief. Die ersten fünf Forschungsprojekte stehen unter dem Motto: "Diktaturüberwindung und Zivilgesellschaft in Europa". Die Bandbreite reicht von der geschichtlichen Aufarbeitung der NS-Diktatur in der Bundesrepublik, der ehemaligen DDR und Österreich bis zu Problemen der Identitätsfindung in Lettland.

Fächerübergreifende Ansätze

Besonders stolz ist Wolfrum auf die fächerübergreifenden Ansätze, die seine Doktoranden bei ihren Forschungen verwenden. Ein kulturwissenschaftlich angelegtes Projekt beschäftigt sich mit der Bildsprache spanischer Filme der siebziger Jahre, deren Inhalte den Protest gegen die Franco-Diktatur ausdrücken. Diese neue Form wissenschaftlicher Forschung hat allerdings auch ihre Tücken. Zwar ist die Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit durchgehend vorhanden, die Koordination der Betreuung gestaltet sich jedoch noch schwierig, weil sie mit den Kooperationspartnern an den Partneruniversitäten in Wien und Berlin koordiniert werden müssen.

Aller logistischer Anfangsschwierigkeiten zum Trotz: Graduiertenkollegs sind die Zukunft der Nachwuchsforschung. Das zumindest hat sich die Universität Heidelberg in ihrem aktuellen Strategiepapier auf die Fahnen geschrieben. Das zeitgeschichtliche Graduiertenkolleg hat gute Zukunftsaussichten, da die Finanzierung durch die Heinrich-Böll-Stifung gewährleistet sind. Die Kosten sind hoch und die Etats der Universität beschränkt.

Wolfrum kennt Marianne Birthler noch aus Berliner Professorenzeiten. Ein Kontakt, der dieses Mal eine Festrede nach sich zog. "Das Thema des Kollegs passt gut zu ihrer Behörde", meinte Wolfrum nach der Eröffnungsfeier. Unterschwellig klang es nach der Hoffnung, dass er sich da mehr vorstellen kann.
RL

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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und
Irene Thewalt
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Tel. 542311
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