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15. April 2005

Von der Identität Europas

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert mit zwei Millionen Euro ein Projekt zur Erforschung europäischer Integrationsprozesse im Mittelalter – Erstes mediävistisches Schwerpunktprogramm der DFG seit 20 Jahren – Geleitet wird das Projekt von den Professoren Michael Borgolte (Berlin) und Bernd Schneidmüller (Universität Heidelberg)

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ein neues Schwerpunktprogramm "Integration und Desintegration der Kulturen im europäischen Mittelalter" (SPP 1173) eingerichtet. Für eine erste Arbeitsphase (2005-2007) stehen zwei Millionen Euro bereit. Geleitet wird das Projekt von den Professoren Michael Borgolte (Humboldt-Universität zu Berlin) und Bernd Schneidmüller (Universität Heidelberg). Das mediävistische Forschungsvorhaben geht dabei von aktuellen Problemstellungen aus.

Europa schafft sich im 21. Jahrhundert erstmals in seiner Geschichte eine freiwillige politische Einheit. Dabei stellen sich Fragen nach der "Identität" Europas sowie der Bestimmung der Grenzen – Fragen, die dringend diskutiert und im weitgehenden Konsens geklärt werden müssen. Das Schwerpunktprogramm soll europäische Integrationsprozesse und Entzweiungen in der Vergangenheit erforschen. Damit werden die Voraussetzungen für Chancen und Probleme europäischer Einigungsversuche deutlich.

Das erste mediävistische Schwerpunktprogramm seit 20 Jahren will keine europäische Identität aus geschichtlicher Erfahrung begründen, sondern die Vorstellung von der historischen Einheit Europas problematisieren. Europa existierte auch im Mittelalter als Gefüge mehrerer Einheiten: religiös-kultureller, sprachlicher, politisch-rechtlicher oder wirtschaftlicher. Diese erneuerten sich in beständigem Wandel und gegenseitigen Bezügen.

Interdisziplinäre Ausrichtung

Zur Analyse komplexer Wechselwirkungen ist das Schwerpunktprogramm interdisziplinär angelegt und ermöglicht die Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Fachgebieten Byzantinistik, Germanistik, Geschichte, Judaistik, Kunstgeschichte, Philosophie, Orientalistik und Theologie. Mit seinem vergleichenden Ansatz wird das SPP traditionelle Konzentrationen auf nationale Bezugsfelder aufbrechen und Ausgleichsprozesse sowie Differenzen in europäischen Bezügen betrachten. Untersucht werden in mehreren miteinander verzahnten Teilprojekten die "Realbegegnungen" von Menschen und Gruppen sowie die Wahrnehmung und mentale/intellektuelle Auseinandersetzung mit dem "Anderen" oder dem "Fremden".

Das Schwerpunktprogramm beschränkt sich dabei nicht auf die Beziehungsgeschichte von Kulturen, sondern erforscht auch die Ursachen für Differenzen und die Chancen für deren Überwindung. Explizites Anliegen ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Stärkung früher Selbständigkeit junger Projektmitarbeiter. Der Interdisziplinarität entspricht die dezentrale Leitung an der Humboldt-Universität zu Berlin wie an der Universität Heidelberg. In einem deutschlandweiten Exzellenzverbund sollen am Historischen Seminar der Universität Heidelberg unter Leitung der Professoren Bernd Schneidmüller und Stefan Weinfurter ab Sommer 2005 drei von insgesamt achtzehn Projekten betrieben werden.

Koordination und Informationen:
Annette Seitz
Historisches Seminar der Ruprecht-Karls-Universität
Grabengasse 3-5, 69117 Heidelberg
Tel. 06221 543742
annette.seitz@urz.uni-heidelberg.de

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Bernd Schneidmüller
Institut für fränkisch-pfälzische Geschichte und Landeskunde (FPI) der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542272
bernd.schneidmueller@urz.uni-heidelberg.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse


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