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11. April 2005

Neue Gestaltungsfreiräume für deutsche Spitzenuniversitäten

Zur Eröffnung des Symposiums "Impulse für Eliten" sprach die Ministerin für Bildung und Forschung Edelgard Bulmahn am 7. April in der Universität Heidelberg – Ministerin fordert, durch mehr Autonomie und Eigenverantwortung die Leistungsfähigkeit und Entwicklungsdynamik deutscher Universitäten zu stärken

"An dem Impulse-Projekt der Universität Heidelberg können sich andere Universitäten orientieren", lobte die Bundesministerin für Bildung und Forschung Edelgard Bulmahn anlässlich des Symposiums "Impulse für Eliten". Das Symposium bildete den Abschluss des Impulse-Projektes, das von der VolkswagenStiftung im Rahmen des Programms "Leistungsfähigkeit durch Eigenverantwortung" in Heidelberg mit etwa 2,55 Millionen Euro gefördert wurde. Ziel von "Impulse" war es, neue Gestaltungsfreiräume für eine erfolgreiche Wissenschaft zu schaffen. Hierin ist die Ruperto Carola tatsächlich eine Vorreiterin in der deutschen Universitätslandschaft: Keine andere deutsche Universität wagte es, vom Universitätshaushalt ausgehende strukturelle Reformen bis auf die Institutsebene vorzunehmen.

Im Zuge des Impulse-Projekts wurde das ehemals kamerale System auf einen Jahresabschluss nach kaufmännischen Prinzipien umgestellt. Dadurch können die Institutsleiter übrig bleibende Gelder einfach ins nächste Jahr übernehmen und beispielsweise für größere Anschaffungen und wichtige Projekte ansparen. Das verleiht ihnen eine größere Selbständigkeit und Flexibilität. Im Zuge der Umstellung des Rechnungssystems und der gleichzeitig immer knapper werdenden Mittel wurde das gesamte inneruniversitäre Finanzsystem umgekrempelt. Für die kaufmännische Buchführung wurde SAP/R3 eingeführt, und die Institutsbudgets wurden neu berechnet. Sie bestehen nun aus drei Säulen: der Grundausstattung, dem leistungsorientierten Teil und einem über Verhandlungen mit dem Rektorat festzulegenden Anteil. "Durch den Verhandlungsteil hat das Rektorat die Möglichkeit, mit den Instituten Zielvereinbarungen zu schließen", erläuterte der Rektor der Ruperto Carola, Prof. Dr. Peter Hommelhoff, bei der Vorstellung des Projektes. In den Zielvereinbarungen kann beispielsweise die Verbesserung des Angebots der Institutsbibliothek für Studenten festgelegt werden. Sollten die Ziele nicht erreicht werden, hat es durchaus Konsequenzen für die Institute, denn so der Rektor: "Was angedroht wird, wird auch umgesetzt".

Um die deutschen Hochschulen fit für den sich zurzeit rasant entwickelnden europäischen Wissenschaftsraum zu machen, müssen sich aber noch weitere Voraussetzungen ändern. Eine stärkere Autonomie der Universitäten forderten Edelgard Bulmahn, Peter Hommelhoff und der Generalsekretär der VolkswagenStiftung Dr. Wilhelm Krull unisono. Vehement trat die Ministerin für einen eigenständigen Tarifvertrag für Wissenschaftler und Universitäten ein. "Der Bundes-Angestelltentarifvertrag ist zurzeit ein Korsett, das für wissenschaftliches Arbeiten nicht den richtigen Rahmen darstellt", führte die Ministerin für Bildung und Forschung aus.

Einen weiteren wichtigen Punkt stellte für die SPD-Politikerin die Vernetzung der Hochschulen mit außeruniversitären Einrichtungen dar, wie sie beispielhaft zwischen Universität Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum stattfinde. Es seien aber nicht nur gemeinsame Forschungsprojekte notwendig, sondern auch gemeinsame Berufungen. Außer den stärkeren Verknüpfungen mit außeruniversitären Einrichtungen war der Ministerin an einer zunehmenden Internationalisierung deutscher Universitäten gelegen. "Momentan entwickelt sich ein europäischer Wissenschaftsraum", erläuterte Edelgard Bulmahn. Deshalb sei es wichtig, europäische Forschungsverbünde zu schaffen, und darin müssten die Universitäten eine wichtige Rolle spielen. Im Zuge der Internationalisierung sei es überdies von Bedeutung, die Vorgaben des Bologna-Prozesses zügig umzusetzen. An deutschen Universitäten seien erst etwa ein Viertel der Studiengänge auf die neuen Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt worden. In Frankreich liege die Quote der umgestellten Studiengänge bereits bei 80 Prozent.

Neben einem effizienteren Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sei auch eine bessere finanzielle Ausstattung der deutschen Spitzen-Universitäten nach Ansicht der Ministerin dringend erforderlich. Einig waren sich Edelgard Bulmahn und Peter Hommelhoff darüber hinaus, dass hochschulrechtliche Kompetenzen, die vom Bund abgegeben werden, nicht von den Ländern einkassiert werden dürften. Denn sonst können die dynamischen Effekte, die sich aus eigenverantwortlichen Hochschulen entfalten, nicht erzielt werden.
Stefan Zeeh

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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