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12. April 2005

Räume der Heilung

Kolloquium an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg im Sommersemester 2005

Das 16. Interdisziplinäre Kolloquium des Heidelberger Arbeitskreises Wissenschaftlichkeit in der Medizin an der Medizinischen Fakultät trägt den Titel "Räume der Heilung". Es sollen in diesem Semester vier verschiedene Orte und Institutionen aus Geschichte und Gegenwart der Medizin aufgesucht werden, in denen sich heilkundliches Handeln in Forschung oder Praxis abspielt.

Das moderne Krankenhaus blickt auf eine annähernd zweitausendjährige Geschichte zurück. Während die christliche Barmherzigkeit das Grundmotiv des europäischen Hospitals von der Spätantike bis um 1800 darstellte, kam seit dem 19. Jahrhundert die naturwissenschaftlich geprägte Medizin als Leitprinzip hinzu. Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts scheinen indessen Wirtschaftlichkeit und Nützlichkeitsdenken jene beiden traditionellen Orientierungspunkte in den Hintergrund zu drängen. Angesichts dieses Wandels in der Entwicklung des europäischen Krankenhauses soll der Vortrag "Barmherzigkeit, Wissenschaftlichkeit, Nützlichkeit: Historische Wurzeln des modernen Krankenhauses", den der Kölner Medizinhistoriker Prof. Axel Karenberg am 28. April halten wird, einige grundsätzliche Überlegungen bieten.

Gerade im 19. Jahrhundert sah sich die Medizin zunehmend als ein naturwissenschaftlich fundiertes Fach. Für ihr Verständnis von Krankheiten blieb das nicht ohne Folgen: Das Krankenbett wurde in seiner zentralen Rolle als dem Ort der klinischen Beobachtung von Patienten durch das Labor als einem Ort der Rekonstruktion von Krankheiten ersetzt. Im wissenschaftlichen Erkenntnisprozess traten oftmals Versuchstiere an die Stelle kranker Menschen. In seinem Vortrag "Krankheit im Labor" wird am 19. Mai Privatdozent Dr. Christoph Gradmann vom Heidelberger Institut für Geschichte der Medizin diesen Wandel untersuchen.

Sterbende bewegen sich auf eine andere Form der Wahrnehmung hin. Was können wir dann tun? Vielleicht nur dieses: "Mensch sein" – riechen, hören, sehen, schmecken. Auf den Menschen vor mir hören, auf mich und auf meinen geistlichen Beistand hören, daraus das "Richtige" empfangen. So beschreibt Günther Gehrlein, der Leiter des Heidelberger Hospiz Louise, das Thema seines Vortrags "Das Hospiz zwischen Wohngemeinschaft und Intensivstation" am 9. Juni.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben die medizinische Forschung und deren Auswirkungen auf die Krankenversorgung rasante Fortschritte gemacht. Immer differenziertere und schonendere Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten mit der Folge kürzerer Verweildauern führten zu einer Verschiebung vom Pflegebereich zum Diagnostik- und Therapiebereich. Seit den 1970er Jahren gewann außerdem die ganzheitliche Betrachtung des Patienten als personales Individuum an Bedeutung. In der Folge setzten Überlegungen zur Gestaltung des "menschlichen" Krankenhauses ein. Heute verlangen Patienten höchste Qualität der medizinischen Versorgung bei gleichzeitig gehobener, hotelähnlicher Unterbringung.

Doch der wachsende Kostendruck zwingt die Krankenhäuser zu wirtschaftlicher Prozessgestaltung. Die Klinik von heute muss hier auch baulich flexibel reagieren. Dies ist ein wesentliches Merkmal nachhaltiger Krankenhausplanung. Wie man architektonisch mit diesen scheinbar widersprüchlichen Forderungen umgehen kann, wird die Stuttgarter Architektin Erika Putz in ihrem Vortrag "Die neue Medizinische Universitätsklinik in Heidelberg: Ort der Heilung von heute" am 16. Juni schildern.
Axel W. Bauer

Die vier Vorträge mit anschließender Diskussion finden jeweils donnerstags von 18.15 bis 19.45 Uhr im Hörsaal der Medizinischen Klinik Im Neuenheimer Feld 410 statt. Das Programm kann im Internet unter http://www.wissmed.uni-hd.de/ abgerufen werden.

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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