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12. April 2005

Immense Vitalität auf Schritt und Tritt

RNZ-Gespräch mit Michael Schwarz über das Heidelberg Center in Santiago de Chile

Im Obergeschoss des Heidelberg Center Lateinamerika in Santiago de Chile diskutieren Studierende in gediegenem Ambiente. Das Angebot dieser Dependance der Universität Heidelberg zieht Interessierte auch aus Argentinien, Brasilien oder Ecuador an.

Im Obergeschoss des Heidelberg Center Lateinamerika in Santiago de Chile diskutieren Studierende in gediegenem Ambiente. Das Angebot dieser Dependance der Universität Heidelberg zieht Interessierte auch aus Argentinien, Brasilien oder Ecuador an. Foto : Universität


Sie haben kürzlich das Heidelberg Center in Santiago de Chile besucht. Welchen spontanen Eindruck hatten Sie von dieser Dependance der Universität Heidelberg?

Dr. Michael Schwarz

Foto : Landry

Einen sehr, sehr guten. Natürlich war mir vorher bewusst, dass dem Heidelberg Center als einzigem Graduiertenzentrum einer deutschen Universität in Lateinamerika eine besondere Bedeutung zukommt. Aber es ist doch etwas anderes, die Vitalität vor Ort zu erleben – statt ohne Bilder, Gesichter, Erfahrungen darüber zu sprechen. Eine immense Vitalität auf Schritt und Tritt. Santiago boomt als Stadt, das Wirtschaftswachstum Chiles übersteigt sechs Prozent, das Heidelberg Center floriert. Als ich Santiago vor 23 Jahren zum letzten Mal sah, lag die Tristesse der Diktatur über allem. Heute sieht das völlig anders aus. Was das Center betrifft, ist es längst aus dem Stadium des "interessanten Experiments" hinaus, von dem der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Hans-Otto Solms, vor einiger Zeit sprach. Meine Bilanz: Im vierten Jahr nach der Gründung fährt das Heidelberg Center auf der Erfolgsschiene.

162 Jahre alt ist die Universidad de Chile, wie dieses Transparent am Hauptgebäude wirbt: "Die erste Universität Chiles".

162 Jahre alt ist die Universidad de Chile, wie dieses Transparent am Hauptgebäude wirbt: "Die erste Universität Chiles". Sie ist eine der beiden Partneruniversitäten des Heidelberg Centers – neben der Universidad Católica. Foto : privat


Wie sieht das Wissensangebot nun aus?

Heute präsentiert sich ein breit gefächertes Tableau von der Rechtswissenschaft über Medizin und Physik bis hin zur Theologie. Ich habe mich vor zwei Wochen – nur um ein Beispiel zu nennen – in einen "internationalen Kurs" des Heidelberg Center und der Universidad de Chile gesetzt, zu dem als Hauptreferent Prof. Sebastian Hoth aus der Heidelberger Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik eingeflogen kam. Es ging um die Frage, warum und wie man ein systematisches Scree-ning von Neugeborenen und Kleinkindern aufbauen muss, um Taubheit zu erkennen und zu verhindern. Aber im Spektrum des Heidelberg Center sind auch die Deutschkurse nicht zu unterschätzen. Obwohl das Goe-the-Institut seit Jahren von rückläufigem Interesse am Deutschen spricht, hatten sich so-eben 100 Teilnehmer am Heidelberg Center eingeschrieben – eine Steigerung von hundert Prozent in einem Jahr.

Skizzieren Sie bitte die Studierenden dort.

So breit gefächert das Angebot, so unterschiedlich die Studierenden. Der einjährige Masterstudiengang "International Law, Investments and Trade" spricht Teilnehmer zum Beispiel auch aus Argentinien, Brasilien, Ecuador an, die im Beruf stehen oder ihrer Jura-Ausbildung eine internationale Komponente aufsetzen wollen. An Richter, Staatsanwälte und Rechtspraktiker wendet sich der Zertifikatskurs "Rechtsstaat und Zugang zur Justiz". Dagegen zog der genannte Audio-metrie-Kurs Ärzte, Medizinstudenten und Medizinisch-Technische Assistenten an.

Wie ist das Center mit Heidelberg verbunden?

Es ist Teil der Ruprecht-Karls-Universität und durch regen Austausch mit ihr verbunden. Was mir aber unbekannt war, darauf machte mich der renommierte Psychosomatiker Prof. Fernando Lolas von der Universidad de Chile aufmerksam: Es gibt eine sehr viel längere akademische Tradition der Verbundenheit zwischen Chile und Heidelberg als vermutet. Den Anfang machten in den 60er und 70er Jahren vor allem Mediziner und Psychiater wie Otto Dörr, Rafael Parada und Fernando Lolas, die mit Hubertus Tellenbach, Paul Christian und Walter Bräutigam kooperierten. Später kamen die Rechtswissenschaften und vor allem die Politologie hinzu.

Wie sieht die Hochschullandschaft in Santiago de Chile aus?

Etwa 60 Universitäten konkurrieren am Markt – die zwei größten und seriösesten sind die Partner des Heidelberg Centers: Universidad de Chile und Universidad Católica. Sehr aufschlussreich erschien mir, dass diese beiden 60 Prozent aller wissenschaftlichen Publikationen erbringen. Die Hochschulen Santiagos werben sich in ganzseitigen Zeitungsanzeigen die Interessenten ab und plakatieren großflächig an der Stadtautobahn. Der gigantische Werbeaufwand kulminierte in einem Papiertischtuch im Restaurant. Wenn man das Werbeblatt zur Einschreibung mitbringe, bekomme man 10 Prozent Gebührenerlass. Ich habe mir das Gesicht unseres Rektors vorgestellt, wenn ich ihm so etwas für Heidelberg vorschlagen würde...

Wie beeinflusst das Institut das Deutschland-Bild in der Stadt?

In diesen Tagen, da der Gründer der "Colonia Dignidad", Paul Schäfer, den Richtern vorgeführt wird und Auge in Auge mit den Folter-Opfern steht, sorgen Deutsche in Chile erneut für ein negatives Bild. Dazu setzt das Heidelberg Center einen deutlichen Kontrast. Ich denke zum Beispiel an die Wirkung, die kürzlich der Vortrag des Heidelberger Europarechtlers Prof. Peter-Christian Müller-Graff auf hochrangige Politiker und Botschafter ausübte.

Dr. Michael Schwarz ist Pressesprecher der Universität Heidelberg.
Heribert Vogt
Rhein-Neckar-Zeitung

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
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