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17. März 2005

Welches Risikoverhalten zeigen vierzehnjährige Schüler?

Erste Ergebnisse der "Heidelberger Schulstudie" mit 5.500 Schülern – Daten zu Alkohol- und Tabakkonsum, Selbstverletzungen und Diät-Erfahrung

Rund elf Prozent der Jugendlichen im Alter von ca. 14 Jahren fügen sich ein- bis dreimal im Jahr Verletzungen zu; mehr als vier Prozent tun dies sogar viermal im Jahr. Mädchen sind doppelt so häufig betroffen wie Jungen. Selbstverletzungen sind häufig verbunden mit Depression und sozialer Isolation.

Dies sind erste Ergebnisse der "Heidelberger Schulstudie", die heute bei einer Pressekonferenz zum 29. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik & Psychotherapie in Heidelberg vom 16. bis 19. März 2005 vorgestellt wurden. Rund 1.200 Teilnehmer aus den Fachgebieten Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie diskutieren derzeit die neusten Entwicklungen in der Erforschung, Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen.

Alle Schulen des Rhein-Neckar-Kreises einbezogen

Die vorläufigen Auswertungen der "Heidelberger Schulstudie" beruhen auf einer Befragung von Schülern und Schülerinnen der 9. Klassenstufe (ca. 13 bis 15 Jahre alt) aller Förder-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien im Rhein-Neckar-Kreis von September 2004 bis Januar 2005. Die Studie wurde durchgeführt von der Universitätsklinik für Kinder und Jugendpsychiatrie unter der Leitung des Ärztlichen Direktors Professor Dr. Franz Resch, gemeinsam mit dem Heidelberger Gesundheitsamt und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

Im Rahmen von Schüler-, Eltern-, und Lehrerbefragungen wurden aktuelle Informationen zur Lebenssituation der Schüler, zur Schul- und Hausaufgabensituation, zu psychischen Belastungen und Auffälligkeiten, zur Familien- und Wohnsituation, zu Medikamentengebrauch und -missbrauch, Drogen und Risikoverhalten, zu Sorgen und Belastungen der Schüler und zu familiären Belastungen erhoben.

"Eine vergleichbare Studie zu Risikoverhalten von 14jährigen Schülern liegt im Moment in Deutschland nicht vor", erklärte Professor Resch. Die Ergebnisse sollen mit früheren Studien verglichen werden, um einen Aufschluss über die Entwicklung von Risikoverhalten zu erhalten, das eng mit der Entwicklung psychischer Erkrankungen verbunden ist.

Die Schüler und Schülerinnen wurden im Klassenverband befragt. Eltern und Lehrer erhielten Fragebögen, die an das Gesundheitsamt weitergeleitet wurden. Alle Befragungen erfolgten anonym und auf freiwilliger Basis.

Von 121 angesprochenen Schulen nahmen 116 teil. Die umfangreichen Daten werden derzeit ausgewertet. In den 116 Schulen (Förder-, Haupt-, Real-, Gesamtschulen und Gymnasien) wurden insgesamt ca. 6.100 Schülerfragebögen verteilt; ca. 5.500 Fragebögen wurden weitgehend vollständig ausgefüllt abgegeben. Damit liegen auswertbare Daten von ca. 90 Prozent der angesprochenen Schüler vor.

Gelegentlicher Alkoholkonsum wurde von 50 Prozent der Schüler angegeben

Weitere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Risikoverhalten wahrscheinlich zugenommen hat: Nur 30 Prozent der befragten Schüler gaben an, noch nie Alkohol getrunken zu haben; mehr als die Hälfte trinkt gelegentlich Alkohol, 1,8 Prozent täglich. Rund 63 Prozent hatten noch nie geraucht, 17 Prozent rauchten täglich und der Rest eher selten. Hier besteht ein Zusammenhang mit dem Konsum von Haschisch und Marihuana.

Die Auswertungen zum Thema "Diät und Übergewicht" zeigen: Knapp die Hälfte aller Mädchen (ca. 47 Prozent) empfindet sich als zu dick; bei den Jungen sind dies nur ca. 23 Prozent. Mehr als die Hälfte der Mädchen (ca. 56 Prozent) hat bereits Erfahrungen mit einer Diät, ca. 25 Prozent haben schon mehrfach Diäten gemacht, um abzunehmen. Bei Jungen sind Erfahrungen mit Diäten deutlich geringer (23 Prozent mindestens einmal, 7 Prozent mehrfach).

Im Gegensatz zu diesen subjektiven Einschätzungen kommt tatsächliches Übergewicht bei den Jungen mit 13,5 Prozent etwas häufiger vor als bei Mädchen, die nur zu ca. 11 Prozent auch objektiv übergewichtig sind.

"Die Ergebnisse sind noch als vorläufig zu betrachten, da die Daten noch auf Fehler und Unstimmigkeiten überprüft werden müssen", erklärt Professor Resch. Dennoch lassen sich erste klare Trends und Befunde abschätzen. "Die Ergebnisse werden uns wichtige Aufschlüsse über das Umfeld geben, in dem sich Risikoverhalten und damit psychische Störungen entwickeln." Mitunter würde das recht häufige Verhalten als normal oder gar schick und nachahmenswert empfunden, was jedoch an der Behandlungsbedürftigkeit nichts ändere. Weitere Auswertungen der Studie werden in diesem Jahr veröffentlicht.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. F. Resch
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Zentrum für Psychosoziale Medizin
Universitätsklinikum Heidelberg, Blumenstrasse 8, 69115 Heidelberg,
Tel.: 06221/56 69 15/18; Fax: 06221/56 69 41
E-Mail: Franz_Resch@med.uni-heidelberg.de

Rückfragen bitte an:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät
der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 – 56 45 36
Fax: 06221 – 56 45 44
Handy: 0170 – 57 24 725
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de
www.med.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg


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