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5. März 2006

Die besten Köpfe schon im Kindergarten sichern

Expertenrunde mit Kanzlerin Dr. Marina Frost beim MLP-Forum: "Mut zum Neuen" muss auf allen Ebenen belohnt werden, damit Spitzen-Kräfte in Deutschland bleiben

MLP-Expertenforum mit (von links) Moderator Daniel Dettling, Meinhard Hahn, Marina Frost, Fritz Kuhn und Uwe Schroeder-Wildberg.

MLP-Expertenforum mit (von links) Moderator Daniel Dettling, Meinhard Hahn, Marina Frost, Fritz Kuhn und Uwe Schroeder-Wildberg. Foto: Helmut Pfeiffer


Immer mehr Spitzenwissenschaftler und Nachwuchsmanager verlassen Deutschland, weil sie anderswo bessere Zukunftschancen sehen: eine Problematik, mit der sich auch die großen Unternehmen der Rhein-Neckar-Region auseinander setzen müssen. "Brain Drain" heißt dieses Phänomen auf neudeutsch. Der Finanzdienstleister MLP ließ bei einem Forum Experten dazu zu Wort kommen.

Im MLP-Schulungszentrum in Wiesloch diskutierten der Bundestagsabgeordnete Fritz Kuhn (Grüne), Marina Frost, Kanzlerin der Universität Heidelberg, Meinhard Hahn, Biochemiker und Gründer der Initiative "Maintainbrains", sowie Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandsvorsitzender von MLP.

Moderator Daniel Dettling vom Forschungsinstitut "Berlinpolis" fragte zunächst Fritz Kuhn nach dem Stellenwert der Wissenschaftspolitik bei Rot-Grün. "Neue Arbeitsplätze entstehen nicht dadurch, dass wir mit den Billiglöhnen in China konkurrieren, sondern dadurch, dass wir auf Innovation setzen; sie ist das Wichtigste überhaupt. Die gesamte Bildungskette ist hierfür unsere entscheidende Ressource", so Kuhn. Die Regierung plane nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen einen neuen Anlauf in der Föderalismuskommission, um den Einfluss des Bundes bei den Bildungsrichtlinien zu stärken. Dieses Thema habe hohe Bedeutung in der Koalition, so der Politiker: "Ich würde viele Millionen in Forschung und Bildung stecken, alles andere ist zweitrangig."

Uni-Kanzlerin Marina Frost bedauerte die Vielzahl der Gesetze zur Regulierung von Bildung und Forschung. Der Staat solle die Hochschulen lieber daran messen, welche Ziele sie erreichten. "Wir müssen ein neues Bewusstsein schaffen, damit wäre schon viel geholfen". Die Uni melde sich "sehr laut" zu Wort, wenn es darum gehe, nicht nur die Politik, sondern auch die Wirtschaft zu mehr Engagement zu bewegen. Aber nicht nur Geld werde dringend gebraucht. Es müssten auch Netzwerke geschaffen werden, die es Wissenschaftlern aus anderen Kulturen erleichterten, hier Fuß zu fassen.

Meinhard Hahn ist Gründer der Initiative "Maintainbrains", die sich gegen eine der Ursachen des Phänomens Intelligenz-Abwanderung wendet: Nach dem Hochschul-Rahmengesetz dürfen Nachwuchswissenschaftler maximal zwölf Jahre über befristete Zeitverträge in einer Forschungseinrichtung angestellt werden. Dies habe zu einer Massenarbeitslosigkeit bei Akademikern geführt, die jedoch von der Öffentlichkeit kaum beachtet werde. Hahns Initiative fordert deshalb die Abschaffung jeglicher Befristungsregelungen für Akademiker.

Bildungs- und Forschungseinrichtungen müssten "sich im Wettbewerb bewegen dürfen, mehr Eigenverantwortung zulassen und sich mehr um ihre ehemaligen Studierenden bemühen", so die Empfehlung von Uwe Schroeder-Wildberg für eine Verbesserung des Forschungsstandorts Deutschland. MLP brauche "immer gute Leute, vor allem Berater aus dem akademischen Umfeld". Und für die Altersversorgung, die sie für ihre Kunden aufbaue, würden zudem gute Renditen gebraucht, "und die kommen von Innovationen", so der Betriebswirt.

Aus dem Publikum kam in der anschließenden Diskussionsrunde der Einwand, dass man den ganzen Abend nur über "Brain Drain", also die Abwanderung von Wissenschaftlern, gesprochen habe. Es gebe aber auch das Gegenteil, den "Brain Gain".

Die Lage sei nicht so schlecht, wie sie in den Medien immer wieder dargestellt werde, betonten auch andere Sprecher. Einig waren sich die Experten darüber, dass es gelte, den "Mut zum Neuen" schon im Kindergarten und fortlaufend in allen Bildungseinrichtungen zu fördern.
Gertraude Zielbauer

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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und
Irene Thewalt
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