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4. März 2005

Win-Win-Lösungen statt fauler Kompromisse

Fachkongress "Mediation zwischen Vision und Wirklichkeit" heute und morgen in der Neuen Uni – RNZ sprach mit Professor Reiner Bastine

Mediation hat sich im vergangenen Jahrzehnt als ein eigenständiges Verfahren der Konfliktregulierung in sehr unterschiedlichen Bereichen etabliert. Dabei geht es um eine faire und zukunftsgerichtete Lösung für alle Beteiligten. An der Universität Heidelberg gibt es ein Weiterbildungsprogramm Mediation, ein neuer Grundlagenkurs beginnt wieder im April. Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM) richtet heute und morgen in der Neuen Universität einen Kongress "Mediation zwischen Vision und Wirklichkeit" aus. Die RNZ sprach mit dem Gründer des Instituts für Mediation, Professor Reiner Bastine.

Was ist Mediation?

Das Prinzip der Mediation ist schon sehr alt und in vielen Kulturen bekannt, nämlich sich in verfahrenen Konfliktsituationen der Mithilfe von neutralen oder allparteilichen Vermittlern zu bedienen. Mediation heißt also Vermittlung in Konflikten. Mediation ist in den letzten zwei Jahrzehnten auch in Deutschland auf eine sehr starke Resonanz gestoßen, weil nicht nur Nerven geschont werden und Beziehungen arbeitsfähig bleiben, sondern weil sich auch langwierige Verfahren vermeiden lassen.

Bei welchen Streitigkeiten kann Mediation eingesetzt werden?

Eigentlich bei allen Arten von zwischenmenschlichen Konflikten, in denen die Beteiligten ein Interesse an der Lösung des Konfliktes haben. Besonders etabliert hat sich die Mediation bisher bei Konflikten in Familien, beispielsweise bei Trennung und Scheidung, aber auch bei Konflikten zwischen Eltern und Jugendlichen, bei der Versorgung pflegebedürftiger Eltern usw. Andere Felder sind Nachbarschaftskonflikte, in Betrieben Konflikte am Arbeitsplatz, Konflikte zwischen Geschäftspartnern, in Gemeinden, mit oder in der Verwaltung, im Bereich der Gesundheitsversorgung, aber auch bei größeren Einheiten etwa bei strittigen Verkehrs- oder Umweltprojekten. Die Einsatzbereiche der Mediation sind also sehr weit gesteckt.

Welche Anforderungen stellt diese Methode an alle Beteiligten? Wann ist eine Mediation demnach Erfolg versprechend?

Die Konfliktpartner müssen lediglich in der Lage sein, miteinander zu sprechen und bereit sein, an einer Lösung des Konfliktes zu arbeiten und dazu einen Beitrag zu leisten. Manchmal erscheint die Hürde zunächst groß, sich mit seinem Kontrahenten zusammenzusetzen. Aber in Anbetracht der Ruhe, die einkehrt, wenn ein Konflikt gelöst ist, ist das eine geringe Belastung.

Mit welchen Techniken arbeiten Mediatoren?

Im wesentlichen sind es Gespräche, die in einer bestimmten Struktur geführt werden, damit die unfruchtbaren Auseinandersetzungen beendet werden können und stattdessen konstruktive und zukunftsgerichtete Lösungen erarbeitet werden können. Entscheidend dabei ist, dass die Konfliktpartner die Lösung nicht aus der Hand geben, sondern selbst entscheiden, wie der Konflikt gelöst werden soll.

Was unterscheidet das Ergebnis von einem Kompromiss, bzw. einem Vergleich?

Kompromisse oder Vergleiche stehen in dem Ruf, dass bei ihnen immer nur Zugeständnisse gemacht werden müssen und dass sie meistens nicht lange halten, deshalb reden wir ja auch vom "faulen Kompromiss". Mediation versucht dagegen, von den Interessen und Bedürfnissen aller Konfliktbeteiligten auszugehen und Lösungen zu entwickeln, die allen gerecht werden. Außerdem bleiben die Entscheidung über die zu treffenden Vereinbarungen und die Verantwortung dafür ausschließlich bei den Betroffenen. Es passiert nicht selten, dass vom Ergebnis der Mediation beide Konfliktpartner profitieren. Wir bezeichnen das als eine so genannte Win-Win-Lösung.

Für welche Berufsgruppen ist eine Weiterbildung in Mediation geeignet?

Der breite Einsatzbereich der Mediation zeigt schon, dass die qualifizierte Weiterbildung in Mediation für Angehörige ganz unterschiedlicher Beruf außerordentlich sinnvoll und nützlich ist, wenn sie beruflich mit zwischenmenschlichen Konflikten umgehen müssen. Unsere Weiterbildung in Heidelberg, die wir vom Heidelberger Institut für Mediation zusammen mit der Universität und der SRH-Gruppe anbieten, ist deshalb ausgesprochen multiprofessionell ausgerichtet. An ihr nehmen z.B. Juristen, Wirtschafts-, Verwaltungs- und Personalfachleute, Psychologen, Geschäftsführer, Sozialpädagogen, Mediziner, Theologen, Architekten und viele andere teil.
Ingeborg Salomon
INFO: www.mediation-heidelberg.de

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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