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4. März 2005

Juristin mit Hang zu Geschichte und Sprachen

Die Heidelberger Rechtshistorikerin Meike Webler wurde mit dem Eberhard-von-Kuenßberg-Preis ausgezeichnet

Ihr Tag beginnt gewöhnlich um 5.15 Uhr und endet oft erst spät in der Nacht; fragt man sie nach dem letzten Urlaub, muss sie lange nachdenken. "Ich glaube, vor fünf Jahren", lacht Meike Webler. Die 29-jährige ist die erste Preisträgerin des Eberhard-von-Kuenßberg-Preises; der wird einer jungen Wissenschaftlerin der Juristischen Fakultät der Universität Heidelberg verliehen für sehr gute wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Rechtsgeschichte.

Gestiftet hat die Auszeichnung die Witwe des 1941 gestorbenen Heidelberger Rechtshistorikers Eberhard Freiherr von Kuenßberg, die 1961 aus dem Nachlass zehntausend Mark stiftete und die Erträge aus der Geldanlage als Preis auslobte. Sie handelte damit im Sinne ihres Mannes, der sich als Wissenschaftler und Leiter des Deutschen Rechtswörterbuches einen Namen gemacht hatte und als fürsorglicher und weitsichtiger Lehrer besonders junge Frauen auf dem Weg zu einer wissenschaftlichen Karriere förderte.

So erhielt Meike Webler 1000 Euro Preisgeld, doch wer nun vermutet, die Juristin gönne sich mit dem Geld nach vollbrachter Promotion erst einmal einen netten Urlaub, irrt. "Ich werde die Hälfte für die Drucklegung meiner Dissertation verwenden und die andere Hälfte der Rechtswissenschaftlichen Bibliothek zur Verfügung stellen", erklärt die Preisträgerin im Gespräch mit der RNZ. Ohne diese Bibliothek hätte sie ihre Arbeit über "Leben und Werk des Heidelberger Rechtslehrers Richard Carl Heinrich Schroeder" nämlich nicht schreiben können; insofern empfindet Meike Webler ihre Spende auch als "Danke schön".

In Mainz geboren und in Mannheim lebend wollte Meike Webler "schon immer in Heidelberg studieren". Bis sie im Sommersemester 2000 tatsächlich an die Ruperto Carola kam, hatte sie bereits an der Berufsakademie Mannheim einen Abschluss als Diplom-Betriebswirtin gemacht; ihrem Ausbildungsbetrieb, der Dresdner Bank, ist sie bis heute treu geblieben. Seit sieben Jahren arbeitet Meike Webler als Teilzeitkraft mit einer 20-Prozent-Stelle an dem Geldinstitut, seit über vier Jahren in der Zentrale in Frankfurt.

Dafür nimmt die junge Frau es in Kauf, von Mannheim nach Frankfurt zu pendeln. "Das geht mit dem Zug ganz prima, und die Bank ist auch so großzügig, mich zu Hause arbeiten zu lassen, so dass ich zurzeit nur ein Mal in der Woche nach Frankfurt fahre", erklärt sie. Dafür heißt es abends dann zu Hause: Laptop auf. Dass Meike Webler in ihrem Leben nach immer neuen Herausforderungen suchte, beweisen auch ein Schuljahr an der Central High School Davenport in Iowa/USA, für das ihr der Rotary Club ein Stipendium spendiert hatte, sowie ein betriebswirtschaftliches Praktikum in London und ein Rechtspraktikum in Sevilla.

Sprachprobleme dürfte Meike Webler keine gehabt haben, spricht sie doch fließend Englisch und sehr gut Französisch und Spanisch; außerdem kann sie sich auf Chinesisch verständigen, "nur die Schriftzeichen, die kann ich noch nicht, aber ich bin dabei", meint sie fröhlich. Chinesisch? 1988 reiste die damals Zwölfjährige mit ihren Eltern nach China und erlebte es als sehr befremdlich, rein gar nichts zu verstehen. So beschloss sie, diese Sprache zu lernen; diese gute Idee setzte sie um, parallel zu ihrer rechtshistorischen Promotion – für die pfiffige Juristin kein Problem. "Sprachen und Geschichte sind einfach meine Hobbys", meint sie.

Seit 1. April absolviert Meike Webler ihr juristisches Referendariat am Landgericht Mannheim, im Frühjahr 2006 wird sie ihre letzten juristischen Prüfungen ablegen. Bis dahin wird ihr Tag weiter früh anfangen und spät enden. Auf die Frage, ob sie sich gestresst fühle, zögert sie. "Stress? Es geht, ich fühle mich jedenfalls wohl", meint sie. Und damit wäre alles gesagt.
Ingeborg Salomon

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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und
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