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31. März 2005

Jupiter strahlt am Nachthimmel

Sonne, Mond und Sterne im April – Orientierung für Einsteiger momentan besonders einfach

Das Sternbild Jungfrau. Zeichnung: de Appl

Das Sternbild Jungfrau. Zeichnung: de Appl

In diesem Monat ist die Orientierung am Nachthimmel für Einsteiger besonders einfach. Gegen 23 Uhr braucht man nur steil nach oben in Richtung Zenit zu schauen, um die sieben hellsten Sterne des Großen Bären zu finden. Südlich davon erstreckt sich das Sternbild Löwe. Ein großes Sterntrapez deutet den Rumpf dieses Tieres, ein kleineres etwas nach rechts oben versetzt, den Kopf an. Sein hellster Stern Regulus ist einer der drei Sterne des Frühlingsdreiecks. Der zweite Stern dieses Dreiecks ist Arktur im Bootes, und der dritte Spica in der Jungfrau. Hat man das Dreieck gesichtet, so wird man sich relativ schnell zurechtfinden.

Hoch im Westen sind die Zwillinge zu sehen, und zwischen den Zwillingen und dem Löwen befindet sich das Sternbild Krebs, das nicht leicht zu erkennen ist. Zur Zeit steht in der Jungfrau der strahlend helle Jupiter. Im Nordwesten ist der Ringplanet Saturn in den Zwillingen zu sehen. Im Westen versinken die Wintersternbilder: Orion ist am untergehen, ebenso wie der Stier mit seinem roten Stern Aldebaran.

Sternbild des Monats: Jungfrau

Die griechische Mythologie erzählt von der wunderschönen Persephone, der Tochter der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter, wie sie eines Tages zusammen mit Freundinnen auf einer Wiese Blumen pflückte. Persephone bewunderte gerade eine wunderschöne Narzisse, als sich neben ihr die Erde auftat, ohne dass sie es bemerkte.

Aus dem Erdspalt kam Hades, der Herrscher des Reichs der Schatten, in einem Wagen heraufgefahren. Er entführte Persephone und verschwand mit ihr in der Tiefe der Erde. Das Mädchen rief nach seiner Mutter, aber diese konnte ihre Tochter nirgendwo finden. Von Helios, dem Sonnengott, erfuhr sie schließlich von der Entführung. Zornig wandte sie sich an Zeus, den Vater aller Götter, und verlangte nach ihrer Tochter. Dieser entschied dann, dass Persephone einen Teil des Jahres als Hades Frau in der Unterwelt und den anderen Teil bei ihrer Mutter auf der Erde verbringen sollte. Herbst und Winter verbringt Persephone nun – beweint von ihrer Mutter – in der Unterwelt. Doch, sobald sie als Sternbild Jungfrau am Himmel sichtbar wird, kündigt sie den Frühling und das Erwachen des Lebens an.

Mond- und Planetenlauf

Der Mond passiert am 8. die Sonne, er ist dann für uns unsichtbar (Neumond). Gemäß seiner Umlaufperiode steht er am 24. der Sonne gegenüber und erscheint in voller Pracht. Mars ist etwa ab 5:30 Uhr am Morgenhimmel zu sehen, gegen Monatsende bereits eine Stunde früher. Jupiter steht am 3. in Gegenschein (Opposition) zur Sonne und kann somit die ganze Nacht beobachtet werden. Mit 37 Lichtminuten (entsprechend 667 Millionen Kilometern) ist er etwa viereinhalb Mal so weit von uns entfernt wie wir von der Sonne. Saturn kann bis etwa 2 Uhr morgens im Sternbild Zwillinge aufgefunden werden. Merkur, Venus und die drei sonnenfernsten Planeten Uranus, Neptun und Pluto können im April nicht beobachtet werden.

US-Amerikaner auf dem Mond: Nur ein Medienspektakel?

Bekanntermaßen betrat Neil Armstrong am 20. Juli 1969 als erster Mensch den Mond ("It's a small step for a man, but a giant leap for mankind"). Im Rahmen der US-amerikanischen Apollomissionen gab es zwischen Juli 1969 und Dezember 1972 insgesamt sechs erfolgreiche Mondlandungen. Gemäß dem damaligen Medieninteresse gab es Live-Übertragungen in alle Welt, darüber hinaus sind zahllose nicht minder spektakuläre Fotografien der Nachwelt enthalten.

Um vermeintlich widersprüchlichen Details dieser Bilder haben sich Verschwörungstheorien entwickelt: Die Nasa habe es mangels technischer Souveränität nicht gewagt, das Leben der Astronauten aufs Spiel zu setzen. Stattdessen habe sie die Mondlandung in der Wüste von Nevada inszeniert.

Das Liste der angeblichen Fehlinszenierungen ist lang: Die Lunonauten würden nicht so hüpfen, wie sie es unter der reduzierten Mondanziehungskraft zu tun hätten, die US-amerikanische Flagge wehe im nicht vorhandenen Wind, Schatten fielen, als sei die Landschaft von mehreren Lichtquellen bestrahlt, es seinen keine Sterne zu sehen und dergleichen mehr. Bei nüchterner Betrachtung lassen sich alle diese Argumente entkräften. Darüber hinaus gibt es direkte und indirekte Beweise, dass die Apollokapseln tatsächlich die Mondoberfläche erreicht haben. So ist zum Beispiel von Jodrell Bank, einem Radioteleskop nahe Manchester/England, die erste Landung detailliert verfolgt worden.

Die Lunonauten haben zudem Mondgestein zurückgebracht, das so eigentümlich und ursprünglich ist wie kein irdisches Gestein. Sie haben außerdem ein Gerät auf dem Mond zurückgelassen, dass auch heute noch zur Entfernungsbestimmung genutzt wird: Eine Spiegelkonstruktion reflektiert Laserlicht, das von der Erde aus auf die Landungsstelle gerichtet wird. Bedenkt man schließlich, dass die Mondlandungen auch politischen Interessen im Rahmen des Kalten Krieges dienten, so ist anzunehmen, dass die Sowjetunion Zweifel angemeldet hätte, so diese im geringsten Maße bestanden hätten.

In Anbetracht zweier schwerer Nasa-Unglücke in den letzten Jahrzehnten ist es tatsächlich erstaunlich, dass die Apollomissionen allesamt glimpflich verlaufen sind. Das Beinahe-Desaster der Apollo 13 (3. Mondlandungsmission, im April 1970) zeigt aber, dass bemannte Weltraumfahrt ein risikoreiches (und kostspieliges) Unterfangen ist. Wie John F. Kennedy sagte, ist die Mondlandung zu wagen (gewesen), gerade weil sie schwierig ist.

Dr. Cecilia Scorza de Appl/
Dr. Andreas Korn, Landessternwarte,
Zentrum für Astronomie Heidelberg der
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

INFO. Die Astronomieschule für Kinder und Jugendliche an der Landessternwarte bietet Astronomieworkshops für Schulklassen, private Gruppen sowie Lehrerberatung für Schulprojekte an. Telefonische Vereinbarung vormittags und abends unter 06221-21681 oder cecilia.appl@abenteuer-astronomie.de. Das Programm der Kurse und Angebote finden Sie unter http://www.abenteuer-astronomie.de Führungen: Die Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl bietet regelmäßige Führungen an, bei denen – gutes Wetter vorausgesetzt – Beobachtungen am Fernrohr durchgeführt werden. Näheres unter 06221- 509206 (zwischen 12:00 und 16:00 Uhr) oder unter http://www.lsw.uni-heidelberg.de

Rückfragen bitte an
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
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