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18. März 2005

Ohne Gaumensegel kein Klang

Opernsängerin Steffi Sieber erzählte den Redakteuren der Kinder-Uni über Luft, Klang und Töne

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Manche Menschen singen in der Badewanne, andere beim Autofahren und einige wenige sind sogar Opernsänger. Was macht aber den Unterschied zwischen dem Badewannengesang und der volltönenden Stimme in einer Oper aus? Um das herauszufinden, hatten sich die Jungredakteure der Kinder-Uni im Netz (www.kinder-hd-uni.de), dem wissenschaftsjournalistischen Projekt der Rhein-Neckar-Zeitung für Kinder, mit der Opernsängerin und Gesangslehrerin Steffi Sieber eine absolute Spezialistin eingeladen.

"Singen bedeutet, die Luft in Schwingung zu versetzen", erklärt die Opernsängerin, "denn ohne Luft gibt es auch keinen Klang". Um eine Schwingung zu erzeugen, besitzt der Mensch die so genannten Stimmbänder. Die befinden sich in unserem Kehlkopf, der am oberen Ende der Luftröhre sitzt. "Eigentlich sind die Stimmbänder richtige Muskeln", erläutert Steffi Sieber. Im erschlafften Zustand lassen sie einen dreieckigen Spalt offen, durch den die Atemluft hindurch kann. Werden sie aber angespannt, so verengt sich dieser Spalt und die Stimmbänder geraten in Schwingung und damit wird ein Ton erzeugt.

Mit Hilfe aufgeblasener Luftballons überprüften die Nachwuchsredakteure auch gleich dieses System der Tonerzeugung. Die Luft, die aus den fast vollständig zugezogenen Hälsen der Luftballons entweicht, erzeugt einen grellen Ton, der einen erschauern lässt. "Warum klingt das beim Menschen angenehmer?" fragt die Gesangslehrerin Sieber und hat auch gleich die Antwort parat: "Wir haben Resonanzräume in uns". Denn jedes Instrument, wie etwa eine Geige, benötigt einen solchen Resonanzraum. Im Falle der Geige ist es der Geigenkörper, beim Menschen ist es der Mundraum. Aber auch die Stirnhöhlen und die Nebenhöhlen wirken als Resonanzkörper.

Der Einsatz des Resonanzraumes unterscheidet auch den normalen Badewannenträllerer vom Opernsänger. Dies demonstrierte Steffi Sieber gleich eindrucksvoll, indem sie die erste Zeile von "Alle meine Entchen" ein Mal ohne und ein zweites Mal mit vollem Einsatz des zur Verfügung stehenden Resonanzraumes vortrug. Um den nämlich richtig zu nutzen, muss der Kehlkopf möglichst tief gedrückt werden, damit mehr Volumen in der Mundhöhle vorhanden ist und auch die Gaumensegel müssen geöffnet werden und nicht etwa schlaff herunterhängen: Die entscheidenden Voraussetzungen, dass der Sänger laut singen kann und gegen das Orchester ankommt.

Da Töne nur beim Ausatmen erzeugt werden können und manche Töne sehr lange gehalten werden sollen, muss der Opernsänger möglichst viel Luft in seine Lungen hineinbringen. "Hierfür kann kann man die Zwischenrippenmuskeln trainieren", erläutert Steffi Sieber und zeigt auch gleich, was damit gemeint ist.

Einer der Jung-Redakteure muss sich als Versuchsobjekt zur Verfügung stellen und seinen Brustumfang messen lassen. Eingeatmet sind es 73 Zentimeter, ausgeatmet nur 68. Für diese Differenz von fünf Zentimetern sind eben die Zwischenrippenmuskeln verantwortlich. Bei einer ausgebildeten Opernsängerin wie Steffi Sieber beträgt die Differenz übrigens etwa zehn Zentimeter.

All diese Muskeln müssen natürlich auch trainiert werden. So sind für einen Opernsänger tägliche Atemübungen und regelmäßiges Kehlkopftraining selbstverständlich. Bei diesem Training kommt es manchmal vor, dass man sich komische Sachen, wie etwa merkwürdige Mundzüge angewöhnt. "Deshalb ist es wichtig, vor einem Spiegel zu üben", betont Steffi Sieber. Auch sonst muss sie sich richtig fit halten für die Aufgaben auf der Opernbühne. Das macht sie mit Fahrradfahren und ab und zu geht sie sogar ins Fitness-Studio.
Stefan Zeeh

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Irene Thewalt
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