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16. März 2005

Heidelberger Akademie der Wissenschaften legt erste umfassende Bibliographie zu Martin Bucer vor

"Erstmals wird für uns die erstaunliche Breite seines Wirkens sichtbar"– Ein umfassendes Standardwerk für Wissenschaftler wie für Antiquare

Mit der neuen Bibliographie liegt erstmals eine umfassende Zusammenstellung der Primär- und Sekundärliteratur Bucers vor.

Mit der neuen Bibliographie liegt erstmals eine umfassende Zusammenstellung der Primär- und Sekundärliteratur Bucers vor. Sie wird ein unentbehrliches Mittel für die künftige reformationsgeschichtliche Forschung sein.

Kein anderer Reformator setzte sich für die Überwindung der Trennung innerhalb des evangelischen Lagers und sogar der Trennung zwischen der evangelischen und der römisch-katholischen Kirche gleichermaßen ein wie der Straßburger Reformator Martin Bucer (1491 – 1551). Er gilt als der große Vermittler, als ein Vordenker, dessen theologisches Vermächtnis in den letzten Jahren immer deutlicher ins öffentliche Bewusstsein dringt. Seit 1958 werden die Schriften Martin Bucers unter der Betreuung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, der Landesakademie Baden-Württembergs, herausgegeben, seit 1994 besteht eine Forschungsstelle in Heidelberg. Nach rund vierjähriger Vorarbeit präsentiert nun die Akademie die erste umfassende Gesamtbibliographie zu Martin Bucer. "Erstmals wird für uns die gesamte Breite seines Wirkens sichtbar", so der Germanist und Historiker Holger Pils. Gemeinsam mit Petra Schaffrodt und Stephan Ruderer erarbeitete er das 750 Seiten starke Standardwerk. "Sowohl was Bucers Produktivität als Autor angeht, als auch was die weltweite Wahrnehmung seines Werkes betrifft, besitzen wir nun einen fundierten Überblick. Seine Ausstrahlung auf die Theologie und Politik seiner und auch späterer Epochen war weitreichend", so Pils.

Seine Laufbahn als protestantischer  Prediger begann Martin Bucer 1522 im nordelsässischen Weißenburg.

Seine Laufbahn als protestantischer Prediger begann Martin Bucer 1522 im nordelsässischen Weißenburg. Doch schon wenige Monate später musste er von dort flüchten, da das vor den Toren stehende kurpfälzisch-katholische Heer mit der Zerstörung der Stadt drohte.

In der ersten Abteilung erfasst die im Gütersloher Verlagshaus erscheinende Bibliographie in 442 Einträgen sämtliche gedruckte Werke in chronologischer Folge – von der ersten Flugschrift aus dem Jahre 1523 bis zum jüngsten Band der kritischen Edition des Jahres 2004. Umfangreiche Querverweise machen die jeweilige Druck- und Editionsgeschichte der einzelnen Texte eindeutig nachvollziehbar. Für alle zu Lebzeiten gedruckten Werke sowie später selbständig erschienenen Schriften in alten Drucken werden exakte Beschreibungen, bibliographische Hinweise und Exemplarnachweise in 430 Bibliotheken weltweit gegeben. Darüber hinaus werden Werke, die sich nicht sicher Bucer zuschreiben lassen (die sogenannten Dubiosa), sowie außerdem fast 1000 Abdrucke von Briefen Bucers in rund 200 Publikationen einzeln verzeichnet. "Deshalb ist die neue Bibliographie nicht nur ein Standardwerk für Wissenschaftler wie Theologen, Historiker, Philologen und Bibliothekare, sondern auch ein zuverlässiges Hilfsmittel für Antiquare", sagt Pils.

Die Bibliographie informiert nicht nur über all das, was Bucer geschrieben hat, sondern auch über das, was über ihn geschrieben wurde. Der Sekundärliteraturteil – erstellt von Petra Schaffrodt – umfasst mehr als 2600 Einträge. Er beginnt mit Schriften, die noch zu Bucers Lebzeiten erschienen sind, und endet im Jahr 2002. Auch bietet er eine gute Orientierung über die schnell anwachsende Fülle internationaler Forschungsliteratur, bereits ihr Umfang zeigt die Aktualität der theologischen Fragestellungen Bucers und das wiedererstarkende Interesse an seiner Person. "Für den Forschenden wird es mit dieser natürlich positiven Entwicklung zugleich wichtiger, einen zuverlässigen Überblick über die Publikationen zu erhalten. Sicherlich ist es hilfreich, beide Teile in einem Band vereint zu haben, sie ergänzen und kommentieren sich gegenseitig. Und wie für die Primärliteratur gilt hier die Hoffnung, dass die Zusammenstellung auch entlegener Publikationen künftige Forschungsarbeit erleichtert und weiter befördert. Die Bibliographie sollte das Buch sein, in dem der Forscher sämtliche nützliche Information zu – fast – allen Büchern von über Bucer findet", erklärt Pils.

"Martin Bucer – Bibliographie". Erstellt von Holger Pils, Stephan Ruderer und Petra Schaffrodt unter Mitarbeit von Zita Faragó-Günter. Mit Unterstützung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften herausgegeben von Gottfried Seebaß. 752 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag. 168 Euro. ISBN 3-579-04893-7.

Rückfragen bitte an
Dr. Johannes Schnurr
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Telefon: 06221 / 54 34 00
Fax: 06221 / 54 33 55
E-Mail: johannes.schnurr@urz.uni-heidelberg.de
Internet: www.haw.baden-wuerttemberg.de

sowie
Dr. Thomas Wilhelmi
Forschungsstelle Martin Bucers Deutsche Schriften
Tel.: 06221 / 54 43 96
Fax: 06221 / 54 43 95
E-Mail: thomas.wilhelmi@urz.uni-heidelberg.de

sowie
Holger Pils
Tel.: 0151 / 11 64 65 51
E-Mail: HolgerPils@web.de

Allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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