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31. Januar 2005

Universität Heidelberg stellte sich dem Diplomatischen Corps vor

In der Landesvertretung Baden-Württembergs in Berlin – 120 Botschafter und Attachés hatten zugesagt – Rektor Prof. Hommelhoff: "Einzigartige Möglichkeit, so viele Multiplikatoren zu treffen"

Die Globalisierung geht an den Universitäten nicht spurlos vorüber. Internationale Kontakte werden immer wichtiger. Wie lässt sich aber eine Universität am Erfolg versprechendsten vor einem breiten internationalen Publikum vorstellen? Hier hatte das Land Baden-Württemberg die Idee, das Diplomatische Corps zu einer Präsentation der Universität Heidelberg in die Landesvertretung in der Bundeshauptstadt Berlin einzuladen – alle Botschafter und Attachés, dazu Mitarbeiter von Ministerien und Forschungsinstitutionen. "Eine vorzügliche, weil einzigartige Möglichkeit, so viele Multiplikatoren zu treffen", befand der Rektor der Ruprecht-Karls-Universität, Prof. Dr. Peter Hommelhoff.

Multimedial präsentierten Universitätsspitze und drei Forscher die Ruperto Carola in Kurzvorträgen, die von einer Darstellung der aktuellen Situation, der internationalen Verflechtungen und der Studienmöglichkeiten bis hin zu ausgewählten Forschungsprojekten reichten. Den Anfang machte Rektor Hommelhoff. Er warf zunächst einen kurzen Blick auf die Geschichte der ältesten Universität in Deutschland, um dann den Blick der Zuhörer auf die Gegenwart der Ruperto Carola zu lenken.

"Das heutige Bild der Hochschule wird besonders durch die Fächervielfalt von der Ägyptologie bis hin zur Zoologie geprägt", betonte der Rektor. Die Botschafter erfuhren: Einige dieser Fächer, wie beispielsweise die Assyriologie oder die Ostasiatische Kunstgeschichte, haben zum Weltruf der Heidelberger Alma Mater beigetragen. Den Ruf der Universität fördert auch die enge Zusammenarbeit mit den in Heidelberg ansässigen Großforschungseinrichtungen, wie etwa dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) oder dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL).

Einen Blick in die Zukunft warf danach der Rektor in Berlin. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und in Kooperation mit der Firma Siemens wollen Universitätsklinikum und Universität ab 2007 die Schwerionenanlage zur Behandlung schwer zu bekämpfender Krebserkrankungen betreiben. Die Anlage soll dazu beitragen, dass die Hochschule nicht nur ihre Spitzenstellung in Deutschland behält, sondern auch zu den führenden acht Einrichtungen in Europa aufschließen kann.

Die weltweiten Verknüpfungen der Ruperto Carola hob Professor Angelos Chaniotis als Prorektor für Internationale Beziehungen hervor. Da seien nicht nur die zahlreichen ausländischen Studenten und Doktoranden an der Heidelberger Universität zu nennen, sondern auch die vielen Gastwissenschaftler, die von Organisationen wie der Humboldt-Stiftung oder dem Deutschen Akademischen Austauschdienst gefördert werden. Bei der hohen Zahl ausländischer Gäste ergebe sich fast von alleine, dass viele Fächer bereits englischsprachige Studienprogramme eingeführt haben.

Die internationalen Aktivitäten beschränken sich nicht auf Heidelberg. Mit der Gründung von akademischen Einrichtungen im Ausland hat die Heidelberger Universität im Vergleich zu anderen deutschen Hochschulen Neuland betreten. So wurden vier Büros des Südasien-Instituts auf dem indischen Subkontinent gegründet, die vor kurzem sogar bei der Flutkatastrophe Hilfe leisten konnten. Darüber hinaus wurde das Heidelberg Center Lateinamerika in Santiago de Chile errichtet, auch durch die tatkräftige Mithilfe von Professor Mario Fernández, dem jetzigen Botschafter Chiles in Deutschland. Professor Fernández, in Heidelberg promoviert, drückte seine Verbundenheit zur Ruperto Carola dadurch aus, dass er bei der Präsentation vor dem Diplomatischen Corps in Berlin in der ersten Reihe saß.

Zu einer Universität gehören natürlich die Studierenden, und die mehr als 27 000, die sich auf 100 Studiengänge verteilen, machen Heidelberg von den Zahlen her zu einer Massenuniversität, erläuterte Prorektorin Professor Silke Leopold. Diese steht mit der Umstellung der Studiengänge auf den internationalen Standard der Bachelor- und Masterabschlüsse vor einer großen Aufgabe, bei der es weiterhin gelte, das Humboldt'sche Ideal zu verwirklichen, wie die Prorektorin für Studium und Lehre betonte. Ihrer Ansicht nach werden die neuen Studienabschlüsse das Gesicht der Universität stärker verändern als jede frühere Reform.

Auch die Weiterbildung nach dem Studium hat sich die Ruperto Carola auf die Fahnen geschrieben. Da sind einerseits die zahlreichen Graduiertenkollegs, die dazu beitragen, dass Heidelberg bundesweit an der Spitze der erfolgreich abgeschlossenen Promotionen pro Jahr steht. Andererseits unterstützt die Ruprecht-Karls-Universität auch den Übergang vom Studium zum Beruf, indem sie beispielsweise Messen veranstaltet, bei denen sich Firmen als mögliche Arbeitgeber präsentieren und den Kontakt zu den Studenten suchen können.

Highlights der Forschung an der Universität stellten schließlich drei Wissenschaftler vor. Den Sonderforschungsbereich "Ritualdynamik", der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft jährlich mit etwa einer Million Euro gefördert wird, vertrat Professor Axel Michaels. Er erläuterte, welchen Fragestellungen der weltweit größte ritualwissenschaftliche Forschungsverbund nachgeht, wie etwa der Frage nach der Entstehung von Ritualen, oder wozu sie eigentlich dienen.

Ein ganz anderes Forschungsgebiet präsentierte Dr. Katja Mombaur aus dem Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen, nämlich die computergestützte Analyse und Simulation der Laufbewegungen von Robotern ohne "Feedback" – also ohne Rückmeldung von Sensoren. Überraschendes Ergebnis dabei, dass Roboter, die nicht stabil stehen können, durchaus in der Lage sind zu laufen und zu hüpfen. Die Ergebnisse dieser Forschungen geben tief gehende Einblicke in biologische Laufvorgänge und könnten in Zukunft bei der Therapie querschnittsgelähmter Patienten eingesetzt werden.

Der Mediziner Professor Andreas Kulozik präsentierte die Möglichkeiten der Verknüpfung von erstklassiger universitärer und außeruniversitärer Forschung, wie beispielsweise mit dem DKFZ und dem EMBL. In den letzten Jahren führte dieses Konzept zum wissenschaftlichen Durchbruch im Verständnis von Blutkrankheiten bei Kindern. Darüber hinaus gelang es, zukunftsträchtige Strukturen mit der Zusammenführung eines internationalen Teams von Forschern und Studenten zu etablieren.

Der Präsentation folgte eine ausführliche Diskussion. Während des anschließenden Buffets war es dann Zeit, die Kontakte mit den Gästen zu vertiefen, wobei eine ganze Reihe von Ländern den Wunsch nach einer Kooperation äußerten. Auch die von Dr. Armin Schlechter präsentierten Faksimiles und Originale aus dem Archiv der Universitätsbibliothek fanden großen Anklang. Immerhin hat die seit über sechs Jahrhunderten existierende Ruperto Carola einige einzigartige Kostbarkeiten in ihrem Besitz. Nach all diesen positiven Eindrücken plädierte Professor Peter Hommelhoff dafür, "dass sich die Universität öfter in einem solchen Rahmen präsentieren sollte".
Stefan Zeeh

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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