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1. März 2005

"Heidelberg Area" als Markenname der Forschungsregion

Stärkere Vernetzung soll das wissenschaftliche Profil schärfen – Die Ruperto Carola will Zentrum eines nordbadischen Wissenschaftsclusters werden

Titelfoto der neuen Image-Broschüre der Universität Heidelberg

Von Darmstadt bis Karlsruhe reicht die "Heidelberg Area" – mit dem Zentrum der ebenso altehrwürdigen wie jungdynamischen Ruperto Carola, geborgen im romantischen Ambiente Heidelbergs. Unsere Abbildung zeigt das Titelfoto der neuen Image-Broschüre der Universität Heidelberg, mit der weltweit geworben wird.


Die Universität Heidelberg kämpft darum, in den erlauchten Kreis der deutschen Elite-Universitäten aufgenommen zu werden. Vor allem um die immer noch im Raum stehenden Fördermittel aus dem Bulmahn'schen Topf geht es hierbei – vom Selbstverständnis her hat man die nationale Hürde gleichwohl längst genommen. Das neue Strategiepapier (www.rektorat.uni-heidelberg.de/strategiepapier.html) mit seiner in 38 Einzelpunkten aufgeschlüsselten Agenda zeigt unmissverständlich, wohin die Stoßrichtung eigentlich zielt: über den Ärmelkanal und über den Atlantik. Zu den internationalen Topuniversitäten möchte man in Forschung, Lehre – und Image aufschließen. Und dabei sollen künftig ganz gezielt das Ansehen wie auch der Name der Neckarstadt von Nutzen sein.

Der Name "Heidelberg" als Glanzlicht

Wird "Heidelberg" also tatsächlich bald als Marke im globalen Wissenschaftsbusiness gehandelt? Punkt zwei des Strategiepapiers klärt darüber auf, wie dieser Image-Weg zu mehr Identifizierbarkeit und Profil beschritten sein mag: Das Zauberwort lautet "Heidelberg Area". Doch wie darf dieser etwas vage Anglizismus räumlich und inhaltlich begriffen werden? Rektor Peter Hommelhoff erklärt ihn folgendermaßen: "Die Heidelberg Area ist die Region um Heidelberg, auf die die internationale wissenschaftliche Exzellenz Heidelbergs ausstrahlt und mit deren zahlreichen Wissenschaftseinrichtungen die Universität Heidelberg einen fruchtbaren Austausch pflegt. Von daher geht die Bezeichnung Heidelberg Area regional über das so genannte ‚Rhein-Neckar-Dreieck' hinaus. Um in einer zunehmend international und global geprägten Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit bestehen zu können, ist der Name ,Heidelberg', der überall in der Welt bekannt ist und als Glanzlicht für ganz Deutschland wahrgenommen wird, aus unserer Sicht um so bedeutsamer."

Durch den systematischen Ausbau wissenschaftlicher Kooperationen vor Ort möchte man einen Rückkopplungsprozess in Gang setzen. "Heidelberg Area" soll als Wissenschaftsregion in den Augen internationaler Forscher und Unternehmen konturierter erscheinen. Dadurch wiederum erhofft sich die Universität mittelfristig den Zuzug von mehr renommierten Wissenschaftlern, Forschungseinrichtungen, aber auch von ausländischen Top-Studierenden.

Gleich eine ganze Reihe außeruniversitärer Forschungseinrichtungen beteiligt sich an diesem Konzept. Mit dabei sind etwa das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das Europäische Labor für Molekularbiologie (EMBL), das Mannheimer Zentralinstitut für Seelischen Gesundheit (ZI) sowie die Heidelberger Max-Planck-Institute. Aber auch die Universitäten Mannheim und Karlsruhe oder die Fachhochschule Mannheim sind angegliedert. Keineswegs jedoch sollen neue Partnerschaften um jeden Preis gesucht werden: "Für Kooperationen mit weiteren Hochschulen ist die Universität Heidelberg offen, wenn jene auch in ihrem Gesamtauftritt den Qualifikationsmaßstäben Heidelbergs gerecht werden", lautet es im Strategiepapier ausdrücklich.

Im Norden bildet derzeit Darmstadt die Grenze des Wissenschaftsclusters. Hier wurde im Oktober das Graduiertenkolleg "Optische Messtechniken für die Charakterisierung von Transportprozessen an Grenzflächen" von der DFG genehmigt, das nun von der Heidelberger Universität gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt geleitet wird und das dieser Tage beginnt. Im Graduiertenkolleg sind 21 Doktorandenstellen sowie ein Postdoktorandenstipendium für einen Zeitraum von viereinhalb Jahren eingerichtet. Weitere Kooperationen existieren bereits im Rahmen des DFG-Sonderforschungsbereichs "Strömung und Verbrennung in Gasturbinenkammern" an der TU, auch zwischen dem dortigen Fachgebiet Anorganische Chemie und Wissenschaftlern der Universität Heidelberg bestehen enge Arbeitskontakte.

Im Süden markiert derzeit Karlsruhe den Abschluss der "Heidelberg Area", hier werden seit 2003 Kooperationen sowohl mit der Universität wie auch mit dem Forschungszentrum vorbereitet. Eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Universitäten Karlsruhe und Heidelberg besteht bereits im Sonderforschungsbereich "Informationstechnik in der Medizin – Rechner- und sensorgestützte Chirurgie". Außerdem ist geplant, die Universität Heidelberg künftig stärker in das Kompetenznetzwerk Höchstleistungsrechner einzubeziehen, das seinen Mittelpunkt in Karlsruhe hat.

Mit München und Boston gleichziehen

Die Kooperation zwischen der Universität und ihren Partnereinrichtungen findet dabei unter mehreren Aspekten statt. So steht zum einen die rein wissenschaftliche Zusammenarbeit im Fokus, wofür beispielhaft die Kooperation zwischen Universität und EMBL als multinationaler Einrichtung gelten kann. Doch auch die Vermittlung von gesellschaftsrelevanten Forschungsergebnissen an die Bevölkerung wird als Aufgabe betrachtet. So ging aus der Kooperation von EMBL, DKFZ, ZMBH (Zentrum für Molekularbiologie) und Medizinischer Fakultät etwa das "Heidelberger Forum Biowissenschaften und Gesellschaft" hervor. Es setzt sich in allgemeinverständlichen öffentlichen Abendvorträgen mit den Fragen moderner Bioethik auseinander.

Überdies soll künftig auch eine bessere Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses durch eine passgenaue Verbindung spezieller Fachkompetenzen zwischen der Universität und lokalen Partnern erreicht werden. So richteten die Universität Heidelberg und die Fachhochschule Mannheim den Bachelor-Studiengang "Translation Studies for Information Technologies" ein. Der neue Studiengang soll eine Brücke zwischen dem ingenieurwissenschaftlichen Studium an der Fachhochschule und einem geisteswissenschaftlich ausgerichteten Studium an der Universität schlagen.

Da davon auszugehen ist, dass sich im Rhein-Neckar-Raum weitere Software- und Kommunikationstechnik-Unternehmen ansiedeln, wird hier ein hoher Bedarf an spezialisierten wissenschaftlichen Übersetzern erwartet. Mit der SRH Learnlife AG unterzeichnete die Universität im Juli letzten Jahres einen Kooperationsvertrag. Unter dem Namen "Universität Heidelberg – Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung" wird eine Public-Private-Partnership gepflegt, die das akademische Weiterbildungsangebot in der Region weiter erhöhen soll. Doch nicht zuletzt auch Sponsoring spielt im Konzept der "Heidelberg Area" eine Rolle. So unterstützt etwa die Klaus Tschira Stiftung gGmbH die Teilnahme junger Wissenschaftler durch die Bereitstellung von acht Stipendien in Höhe des Teilnehmergehalts von bis zu 6500 Euro an der postgraduellen Weiterbildung Bioinformatik.

Ob und wann diese vielfältigen Partnerschaften die erhofften Früchte tragen werden, steht gleichwohl in den Sternen. Denn noch ist der Unterschied zwischen den angloamerikanischen Spitzenuniversitäten und den deutschen gewaltig, vor allem wenn man die Finanzausstattung betrachtet – und eben auf ihr beruht ein gut Teil wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit. Doch nach diesen Sternen bereits jetzt mit aller Entschiedenheit zu greifen, dafür sieht Rektor Hommelhoff die Zeit gekommen: "Der Großraum um Heidelberg einschließlich Karlsruhe und Mannheim soll als Heidelberg Area mit München und Berlin, aber auch der Boston Area und Bay Area in den USA gleichziehen."
Johannes Schnurr

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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