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21. Februar 2005

"Geschüttelt, nicht gerührt"

Professor Metin Tolan nahm James Bond ins Visier der Physik – Blick in die Trickkiste der Stunts

Volles Haus im Großen Hörsaal der Physik: Am Freitag begeisterte Professor Metin Tolan James-Bond-Fans, als er die Tricks des Geheimagenten auf physikalische Tauglichkeit untersuchte.

Volles Haus im Großen Hörsaal der Physik: Am Freitag begeisterte Professor Metin Tolan James-Bond-Fans, als er die Tricks des Geheimagenten auf physikalische Tauglichkeit untersuchte. Foto: Alfred Gerold


Die Frage bewegt James-Bond-Fans seit Jahrzehnten; denn seit Autor Ian Fleming 1953 den Agenten mit der Lizenz zum Töten auf geheime Missionen schickt, trinkt der smarte Ladykiller Martinis, "geschüttelt, nicht gerührt", wie Bond nicht müde wird zu betonen. Dass das seinen guten Grund hat, verriet nun ausgerechnet ein Physiker dem staunenden Publikum. Professor Metin Tolan lehrt an der Universität Dortmund und ist bekennender Bond-Fan; was ihn vor allem interessiert, sind die unglaublichen Stunts und das technische Equipment, das 007-Fans immer wieder neu begeistert.

Tolan ist inzwischen selbst ein Star, machten doch seine "Star-Trek"-Vorlesungen bereits Furore; einen renommierten Physiker, der äußerst ernsthaft über den Einsatz von Röntgenstrahlen zur Untersuchung von Oberflächenstrukturen forscht und gleichzeitig locker-flockig und sehr amüsant über cineastische Technik plaudert, trifft man schließlich nicht alle Tage. Tolan erwies sich als echter Entertainer, so dass die 90 Minuten Bond-Kolloquium am Freitagabend wie im Flug vergingen.

Die Martini-Frage stellte Tolan zunächst zurück, um sich den Themen Verfolgungsfahrten, Weltraum, Uhren und Röntgenbrille zu widmen. So empfiehlt es sich beispielsweise nur bedingt, von einer Klippe aus auf einem Motorrad sitzend einem Flugzeug hinterher zu springen und sich dann flugs durch das Fenster auf den Pilotensitz zu werfen, wie James Bond das in "Golden Eye" vorführt. Tolan rechnete anhand von Parametern wie Anfangsgeschwindigkeit, Reibungskoeffizient, Flugzeug- und Bond-Gewicht aus, dass der Gute den Flieger wahrscheinlich verfehlen würde.

Auch aus der multifunktionalen Armbanduhr im Notfall ein Stahlseil auszufahren und sich mit diesem an einer Pendeluhr hochzuziehen, wie in dem Streifen "Die Welt ist nicht genug" gezeigt, konnte Tolan nicht wirklich empfehlen. "Sich 20 Meter in zwei Sekunden hochzuziehen würde bei einem Bond-Körpergewicht von 76 Kilo eine Gewicht von 400 Kilo bedeuten, das an dem Arm zieht", rechnete der Physiker vor. Damit wäre der Arm ausgerissen – und der Agent nicht mehr sehr einsatzfähig. Nur am Rande sei erwähnt, dass ein aufgerolltes Stahlseil einen Durchmesser von 25 Zentimetern hätte und in einer Armbanduhr wohl schlecht unterzubringen ist.

Und die Röntgenbrille, mit der Bond in "Die Welt ist nicht genug" Gegner und Girls durchleuchtet? "Wohl eher eine Infrarotbrille, die ein Wärmebild zeichnet", konstatierte der Wissenschaftler. Für relativ realistisch hält der Physiker hingegen eine Polarisationsbrille, wie der Geheimagent sie in einer anderen Szene benutzt. Dabei dreht 007 ein kleines Rädchen an seinen eleganten Augengläsern und schaltet so einen Filter vor; der steigert Kontraste und unterdrückt Reflexe. Fotografen kennen das, und Bond dient die Brille dazu, gegnerische Schurken hinter einer spiegelnden Fensterscheibe besser auszuspähen.

Ganz klar ist für Tolan auch das berühmte Martini-Beispiel. "In dem Drink haben die Geschmacksmoleküle mehr Masse als die Alkoholmoleküle; beim Schütteln gelangen sie nach oben", demonstrierte Tolan anhand eines mit großen und kleinen Kugeln gefüllten Gefäßes. Da Bond, wie alle wissen, immer in Eile ist und dementsprechend nur einen schnellen Schluck nimmt, will er den wenigstens genießen; und dafür müssen die Geschmacksmoleküle an der Oberfläche schwimmen. Na denn, Prost!
Ingeborg Salomon

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Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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