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2. Februar 2005

Der Jugendwahn an Hochschulen

Gesine Schwan in Studium Generale der Universität Heidelberg: "Eliten können eine mögliche Gefahr für die Demokratie darstellen"

"Die Schäden bornierten Spezialistentums werden immer sichtbarer," so las Gesine Schwan, die ehemalige Bundespräsidenten-Kandidatin, den Politikern und Professoren in ihrem Vortrag "Elitenbildung als Problem der demokratischen Politik" gehörig die Leviten. In der voll besetzten Aula der Neuen Universität Heidelberg ließ die Präsidentin der Viadrina-Universität in Frankfurt/Oder dabei kein Thema der aktuellen Hochschulpolitik aus.

In der Schaffung von Eliten sah die Politikprofessorin durchaus eine mögliche Gefahr für die Demokratie. So herrsche unter Experten der Streit, ob Eliten und Demokratie überhaupt miteinander vereinbar wären. Zwar seien für den Aufbau einer Gesellschaft Eliten notwendig, die müssten aber in der Lage sein, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, formulierte die streitbare Sozialdemokratin. Darüber hinaus müssten sie auch soziale Verantwortung übernehmen können und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn aufweisen. Doch die heutige Leistungselite distanziere sich gerade von diesen Eigenschaften. So könne es zu einer mentalen und sozialen Absonderung dieser Gruppe komme: "Ein gefährlicher Trend".

Für Gesine Schwan besonders wichtig: Eliten sollten in der Lage sein, sich selbst zu hinterfragen, um so neue Ideen zu entwickeln und Intiativen zu ergreifen. Denn auch in Zukunft käme es in den Führungspositionen nicht darauf an, technische Fähigkeiten zu besitzen, sondern neue Wege zu beschreiten. In der heutigen Hochschullandschaft, mit den Studienabschlüssen des Bachelor und Master, würden aber die praktischen Fähigkeiten stärker gefördert. Dabei seien aber die theoretischen Fähigkeiten in der Industrie besonders gefragt. Den Elitestudenten machte die Politikwissenschaftlerin allerdings keinen Vorwurf, denn die wollen durchaus über den Tellerrand hinausschauen. Diese Fähigkeit sei aber in den Universitäten nahezu unerwünscht, obwohl die Graduiertenkollegs genau dafür geschaffen wurden.

"In Deutschland herrscht die Vorstellung, dass man nur bis zum Alter von 31,5 Jahren kreativ denken kann", kreidete Gesine Schwan den in den Hochschulen ausgebrochen Jugendwahn an. Vorsorglich wies die quirlige Politikerin aber darauf hin, dass sie auch mit 61 Jahren noch denken könne und dazu eine ganze Menge Lebenserfahrung besitze. Deshalb forderte sie auch, dass die Altersgrenzen bei den Förderprogrammen wegfallen müssen, vergleichbar mit der Situation in den USA.

Das aktuelle Thema Studiengebühren kam in der, vom Rektor der Ruperto Carola Professor Peter Hommelhoff geleiteten Diskussion zur Sprache, wobei Gesine Schwan Studiengebühren nicht grundweg ablehnte. Die Gebühren müssten aber für die Studenten sozial vertretbar sein und die Mittelzuweisungen an die Universitäten nicht gekürzt werden. Auch sollten die Studenten entscheiden dürfen, für was die Studiengebühren eingesetzt werden. Diesen Forderungen schloss sich auch Hommelhoff an und erklärte, wenn diese Punkte nicht eingehalten würden, ginge er zusammen mit seinen Rektorenkollegen und den Studenten auf die Straße.
Stefan Zeeh

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Tel. 06221 542310, Fax 542317
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