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19. Februar 2005

"... und der PSI geht an ..."

Ein Dokumentarfilm über Demenz-Kranke gewinnt beim "Student Prince Award" des Psychologischen Instituts – Vier Filme waren am Start

Sven Gierhan und Sarah Bihler (vorne, v. l.) zeigen stolz den Psychologen-Oscar "PSI".

Sven Gierhan und Sarah Bihler (vorne, v. l.) zeigen stolz den Psychologen-Oscar "PSI". Geleitet wurde das Projekt "Psychologischer Lehrfilm", das zum zweiten Mal über die Bühne ging, von Bernd Reuschenbach (5. v. l.) und Bärbel Maier-Schicht (r.). Foto: Alex


Herrlich, wie sich die Studierenden des Faches Psychologie selbst auf die Schippe nehmen: In drei von vier Filmen des zweiten "Student Prince Award" erfährt das Publikum, was "kollektive Ignoranz" ist, was passieren kann, wenn man die Orientierung verliert und wird schließlich mit einem Streifen unter dem Titel "SoistdieScheisse" konfrontiert. Schließlich sollte man psychologisch gesehen auch negative Gefühle zulassen. Beim internen Filmfestival am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg wird dennoch ein halbstündiger Dokumentarfilm über ein ernstes Thema auf Platz eins landen. Sarah Bihler und Sven Gierhan begleiteten vier Demenz-Kranke mit der Kamera und schufen damit ein Paradebeispiel in Sachen "Psychologischer Lehrfilm".

So sieht es auch der geschäftsführende Direktor des Psychologischen Instituts, Prof. Dr. Joachim Funke. Für ihn war der Streifen schon vor der Premiere der Favorit. Er geht davon aus, dass das Medium Film bei der Ausbildung und später bei der therapeutischen Arbeit eine immer größere Rolle spielen wird. Am Beginn des Abends war jedoch noch nicht klar, wie die rund 80 Gäste im Hörsaal und die Jury abstimmen würden.

Bis kurz vor Schluss haben die 21-jährige Bihler, die im Nebenfach Psychologie studiert, und der 23-jährige Medizinstudent Gierhan an ihrem Werk gefeilt. Im Mittelpunkt stehen Interviews mit den Kranken. Das tägliche Leben wird ebenfalls gezeigt, etwa der Einkauf beim Bäcker. Als "Intro" wählten die beiden eine Spielszene, die sich am besten mit "Memories rückwärts" beschreiben lässt. Die Karten werden zu-, nicht aufgedeckt. Ein Symbol dafür, dass die Gedächtnisleistung schwindet. Bei ihrer Arbeit wurde das Duo wie alle anderen Teilnehmer auch von der Medien-Designerin und Tutorin Christine Roth begleitet.

Unter Leitung von Bernd Reuschenbach und Bärbel Maier-Schicht ging das Projekt "Psychologischer Lehrfilm" nach dem Auftakt im Jahr 2003 nun also zum zweiten Mal über die Bühne. Zehn "Studis" nahmen an dem Seminar teil. Was wiederum bedeutete: monatelang drehen, schneiden, texten und schließlich vertonen. Die technische Ausstattung für das Projekt ist vorbildlich, und zur Preisverleihung gibt es sogar eine Trophäe – den "PSI". Würde natürlich alles nichts nützen, stünde hinter dem Projekt keine schöpferische Kraft.

So ist zum Beispiel der Film "Wo geht's denn hier zum Bahnhof?" von Nina Brandt, Miguel Kliel und Uli Laubenberger voll komischer Situationen. Der Suchende, der sich auf dem Stadtplan nicht zurechtfindet, gerät nacheinander an einen Psychoanalytiker, einen Verhaltens- und einen Gesprächstherapeuten. Da wird der Bahnhof schon Mal zu einem dunklen Schacht, in dem etwas hartes Metallisches rein- und rausfährt. Dazu gibt es den Ratschlag: "Wenn sie wirklich wollen, finden Sie ihn auch."

Mit "Help" gingen Philip Furley und Sebastian Willmann ins Rennen, um das Thema "Hilfsbereitschaft" zu thematisieren. Dabei geht es um die bereits zitierte "kollektive Ignoranz." Fazit: Je mehr potentielle Helfer es an einem Ort des Geschehens gibt, desto geringer wird die Hilfsbereitschaft. Es könnte schließlich auch ein anderer helfen. Enkel und Opa, die am Kamin sitzen und sich unterhalten, agieren in dem Film quasi in der "Rahmenhandlung." Szenen aus der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY-ungelöst" sind neu synchronisiert und geben nun das lokale Geschehen wieder: den Mord an einer Studentin in der Heidelberger Altstadt. Viele bekommen etwas mit, niemand greift ein.

"Wenn Du gut bist, bist du der Superheld, wenn du schlecht bist, sind die anderen schuld", so die Botschaft, die Daniel Konermann, Kjell Kühne und Dominik Müller mit ihrem Film "SoistdieScheisse" vermitteln. Der Titel entstand nach einer Umfrage. Dort ging es darum, warum Menschen zu spät kommen oder rote Ampeln nicht beachten. Umfrage- und Schauspielszenen ergeben eine perfekte Mischung.
Karin Katzenberger-Ruf

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