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23. Februar 2005

Visionen eines Klangs

Collegium Musicum der Universität Heidelberg mit Max Bruchs "Lied von der Glocke" nach Schiller in der Neuen Aula

Ganze 70 Parodien in den ersten 70 Jahren nach seiner Entstehung: Damit wurde Schillers "Lied von der Glocke" zu einem der meist parodierten Werke überhaupt. Max Bruch hat die Ballade ernst genommen und sie 1878 in einem groß angelegten Oratorium für Soli, Chor und Orchester vertont. Der Dirigent Heinz-Rüdiger Drengemann liebt romantische Raritäten wie dieses Werk – seine Aufführung mit dem Collegium Musicum der Heidelberger Universität in der Neuen Aula kam einer Pioniertat gleich. Und das Schönste: Drengemann verstand es, nicht nur sämtliche Ausführenden für dieses Werk zu entflammen, das Publikum war am Ende ebenso begeistert.

Hehren, pathosgeschwängerten Ton stimmt Schiller neben volksnaher Schlichtheit an, und auf solche Wechselfälle reagiert Bruch mit unterschiedlichen Idiomen. Da findet sich der fromme Ton protestantischer Feierlichkeit neben kühnen, harmonisch drängenden Passagen. Dort, wo es der Text nahe legt, findet Bruch überaus inspirierte Momente von großer Tiefe, und ebenso weht volksliedhaft genrehaftes herein, um eine bürgerlich-heimelige Stimmung zu zeichnen.

Dass Drengemann diese Musik liebt, konnte man sehen und hören in der leidenschaftlich mitreißenden Art, wie er das große Ensemble dirigierte, und in dem großen Nuancenreichtum, den er unentwegt sehr fein regulierte, zu beständig wechselnd aufglühender und verglühender Dynamik und changierenden Farben. Eine großartige Leistung ist dem Uni-Chor zu bescheinigen, der die Musik hingebungsvoll aufblühen ließ, ebenso engagiert und inspiriert sang wie das Uni-Orchester aufspielte. Packend vorangepeitschte Kraft, erregende Stringenz und sonores Farbenpotential waren hier gleichermaßen stark entwickelt.

Herausragend aus dem Solistenquartett war die Altistin Manami Kusano, die wunderbar innig strömende Lyrik und flammende Leuchtkraft in ihre Arien brachte. Etwas spröde und scharf klang die Sopranistin Claudia Gervasi, die überdies streckenweise zu tief intonierte. Kraftvollen Strahlglanz und hingebungsvolle Emphase brachte der junge Tenor Rouwen Huther in seinen Vortrag, formulierte mit einer schwärmerischen Plastizität, die stellenweise etwas übertrieben wirkte. Seine Kräfte schonte er keineswegs – da war manches unschön gebrüllt, wobei ihm auch die Intonation aus dem Ruder geriet. Den jovialen, erzählerischen Ton der Basspartie traf Lionel Fawcett gut und stilvoll, wenngleich sein Organ in der Höhe beengt klang. Am 24. April, 17 Uhr, gibt es das Werk noch einmal in der Mannheimer Konkordienkirche zu hören.
Rainer Köhl

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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und
Irene Thewalt
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