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16. Februar 2005

Der goldene Mittelweg

Verändert der Mensch das Klima? – Forscher Mojib Latif gibt Antworten

Versinken Küstenstriche bald im Meer, drohen uns Dürreperioden, Hurrikans und Flutwellen? Wie weit ist sie vorangeschritten, die globale Erwärmung? Vor allem aber: Sind die Menschen verantwortlich für den Klimawandel? Vor Katastrophen warnen die einen; alles halb so wild, sagen die anderen. Und die Wahrheit? "Die Wissenschaft muss bei dem Thema Treibhauseffekt einen golden Mittelweg gehen", sagt Mojib Latif. "Das heißt: Keine Panikmache, aber auch keine Verharmlosung."

Randvoll ist der Große Hörsaal des Zoologischen Instituts am Sonntagvormittag, viele Zuhörer müssen mit einem Stehplatz Vorlieb nehmen. Den letzten Vortrag der Reihe "Quo vadis, homo sapiens – Entwicklung und Fehlentwicklung" hält einer der renommiertesten Klimaforscher Deutschlands: Mojib Latif vom Kieler Institut für Meereswissenschaften. Seit Jahren beschäftigt er sich mit dem Phänomen Treibhauseffekt und weiß, wie schwer es ist, mit sachlichen und nüchternen Argumenten Gehör zu finden.

Die Antwort auf die im Titel des Vortrages "Ozonloch und Treibhauseffekt – Verändert der Mensch das Klima?" gestellte Frage beginnt mit einer einfachen Feststellung: Der Treibhauseffekt ist zunächst eine ganz natürliche Eigenschaft der Erdatmosphäre. "Sonnenstrahlen führen auf der Erde zu einer Erwärmung, die in Form von Wärmestrahlen zurück ins All gesendet wird", erklärt Latif. "Ein Teil der Wärmestrahlung wird aber von den Treibhausgasen, zum Beispiel Kohlendioxid oder Methan, abgefangen und zurück auf die Erde geworfen." Ohne diesen Effekt würde hätte die Erde nicht eine Durchschnittstemperatur von 15, sondern von unwirtlichen minus 18 Grad.

Nun ist es bei den Treibhausgasen wie bei Medikamenten: Eine Überdosis ist nicht gesund. Und der Mensch produziert massenhaft Treibhausgase, indem er fossile Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas verbrennt "Der Anteil der Treibhausgase ist in den letzten 450000 Jahren stark geschwankt", zeigt Latif anhand einer Grafik. "Aber er war noch nie so hoch wie heute." Gleichzeitig steigt die Temperatur auf der Erde. Die beiden Entwicklungen verlaufen nicht genau parallel – schließlich haben nicht nur Treibhausgase Einfluss auf die globale Temperatur. Außerdem reagiert die Erde mit Zeitverzögerung. Der Befund aber ist eindeutig: "Mindestens die Hälfte der Erderwärmung der letzten 100 Jahre ist auf den Menschen zurückzuführen."

Das hat Folgen: Mehr heiße Tage, längere Trockenperioden und die Zunahme von Niederschlagsextremen prognostiziert Latif. Den Erwärmungseffekt rückgängig zu machen sei unmöglich, Spielraum habe der Mensch trotzdem: "Wenn wir alles unternehmen, um den Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren, wird sich die Erde in den nächsten 100 Jahren um 1,5 Grad erwärmen. Wenn wir so weitermachen wie bisher, dann sind es über fünf Grad."

Der Klimaforscher gibt sich aber optimistisch: "Fossile Brennstoffe gibt es nur begrenzt, sie werden immer knapper und teuerer, und regenerative Energien werden wettbewerbsfähiger. Das Land, das eine Antwort auf das Energieproblem findet, hat auch enorme wirtschaftliche Vorteile."
Fabian Erik Schlüter

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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und
Irene Thewalt
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Tel. 542311
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