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1. Februar 2005

Eine wirkliche Bereicherung

Interview mit Detlef Junker über die Startphase des Heidelberg Center for American Studies

Prof. Detlef Junker, Gründungsdirektor des Heidelberg Center for American Studies (HCA)

Prof. Detlef Junker, Gründungsdirektor des Heidelberg Center for American Studies (HCA). Foto : Kresin

Herr Prof. Junker, der erste Jahresreport des 2003 gegründeten Heidelberg Center for American Studies (HCA) liegt vor. Welches Fazit ziehen Sie nach der ersten Phase?

Ein außerordentlich positives. Wie Sie aus unserem englischsprachigen Bericht ersehen, haben wir unsere Aktivitäten in allen drei Bereichen – Forschung, Lehre, Forum – vorangetrieben. Institutionell sind wir nun eine zentrale Einrichtung der Universität und direkt dem Rektorat unterstellt. Die beteiligten sechs Fakultäten haben hervorragende Wissenschaftler als ihre Repräsentanten in unser Direktorium gewählt. Vom Rektorat und vielen Abteilungen der Verwaltung wurden wir mit Rat und Tat unterstützt. Für das Engagement meiner jungen Mitarbeiter(-innen), die selbst alle im Ausland studiert haben, bin ich besonders dankbar. Das DAI Heidelberg und das HCA haben beschlossen, enger zusammenzuarbeiten.

Besonders dankbar sind wir unseren privaten Förderern, auf deren Hilfe wir uns verlassen konnten. Allein vier Ehrensenatoren der Universität Heidelberg haben uns unterstützt, Curt Engelhorn, Manfred Lautenschläger, Rolf Kentner und Dr. Michael Frank.

Mehrere wissenschaftliche Konferenzen, die Schurman-Lectures, unsere Vortragsserie "Typisch Amerikanisch", die "Spring Academy" für Doktoranden aus ganz Europa, die über Themen zu den USA arbeiten, und die Eröffnung unseres Aufbaustudienganges in englischer Sprache "Master in American Studies" geben Zeugnis von unserer Kreativität.

Wie ist der zum Wintersemester 2004/05 eingeführte Aufbaustudiengang "Master in American Studies" angelaufen?

Die rechtlichen Probleme hatten wir schon im Jahre 2003 gelöst. Nach Überwindung vieler administrativer Probleme, von den Unterkünften bis zu den Visa, stellen sich die 16 Aufbaustudenten aus neun Ländern und drei Kontinenten dem anspruchsvollen Programm mit großem Elan. Unsere erste Überraschung: Fast alle Kandidaten sprechen ein vorzügliches Englisch. Unsere zweite Überraschung: Fast alle belegen zusätzlich auf freiwilliger Basis einen Deutschkurs. Die Motivation dieser Multikulti-Gruppe ist ebenso hoch wie ihr Beratungsbedarf durch Professoren und Tutoren.

Um welche Themen geht es in diesem Studiengang?

Das allgemeine Thema sind natürlich Geschichte und Gegenwart der USA. Das Besondere unseres Studienganges ist der multi- und interdisziplinäre Ansatz. In diesem Jahr umfasst das breite Studienangebot folgende Fächer: Amerikanische Literatur, Geschichte, Geographie, Jura, Politische Wissenschaft und Religionswissenschaft. Unter den lehrenden Professoren sind zwei Amerikaner, ein Fulbright-Professor und ein Gastwissenschaftler. Beide sind erfolgreich und außerordentlich beliebt.

Im laufenden Wintersemester werden im Rahmen unseres Lehrprogramms auch sechs Vorlesungen aus den oben genannten Fächern in englischer Sprache angeboten: "Veterans, Gangsters, and Hobos: American Literature from World War I to World War II" (Prof. D. Schulz), "Power and Mission. US-Foreign Policy in the Twentieth and Twenty-First Century" (Prof. D. Junker), "Territory and Society. A Geography of the United States" (Prof. W. Gamerith), "Introduction to American Constitutional Law" (Prof. W. Funk), "Checks and Balances: The U.S. Political System" (Prof. K. v. Beyme) und "The Almost Chosen People" (Prof. R. Jewett).

Diese Vorlesungen sind nicht nur für die "zahlenden Gäste" (5000 Euro pro Jahr), sondern für alle Heidelberger Studenten offen. Es ist erstaunlich, wie viele deutsche Studenten an diesen Vorlesungen in englischer Sprache teilnehmen. Das Angebot scheint eine wirkliche Bereicherung für Heidelberg zu sein, übrigens besonders auch für Ausländer. Nach meiner Vorlesung werde ich zum Beispiel Geschichtsstudenten aus den USA, Polen, Italien und Frankreich prüfen, von den internationalen Magisterstudenten ganz abgesehen.

Im Übrigen haben sich einige Querschnittsthemen herausgebildet, beispielsweise das Verhältnis von Staat, Gesellschaft und Religion in den USA. Für die drei Muslimen ist dieses Thema natürlich eine besondere Herausforderung. Auch von den Lehrveranstaltungen zum amerikanischen Rechtssystem, zur Literatur und zum politischen System sind viele fasziniert.

Was sind derzeit Ihre wichtigsten Aufgaben?

In Zusammenarbeit mit den Repräsentanten der verschiedenen Fakultäten arbeiten wir zurzeit an einem Forschungsprogramm, das als Grundlage für Forschungsprojekte, internationale Konferenzen und ein Graduiertenprogramm dienen soll. Parallel dazu muss ich selbstverständlich weiter Fundraising betreiben, wie Sie wissen, ist das HCA eine Public-Private Partnership, d.h. es ist auf private und öffentliche Gelder angewiesen.

Außerdem sind wir in den Vorbereitungen zu unserer zweiten "Spring Academy", die Anfang März wieder im Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg stattfinden wird. Aus den über sechzig Bewerbungen aus ganz Europa haben wir zwanzig hoch qualifizierte Doktoranden eingeladen. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für den nächsten Jahrgang des Magisterstudienganges auf vollen Touren. Unsere gemachten Erfahrungen helfen uns dabei sehr.

Wie geht die Entwicklung des HCA weiter?

Da Historiker als rückwärts gewandte Propheten gelten, habe ich Mühe mit Prognosen, besonders wenn sie sich auf die Zukunft beziehen. Wir haben begründeten Anlass zum Optimismus, aber die tatsächliche Entwicklung wird auch von Rahmenbedingungen abhängen, die wir am HCA nicht beeinflussen können.
Heribert Vogt
Rhein-Neckar-Zeitung

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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