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14. Januar 2005

Walfang eine Schandtat der Moderne?

Vortrag von Prof. Karl-Hermann Kock, Bundesforschungsanstalt für Fischerei, Hamburg, im Zoologischen Institut der Universität Heidelberg – 16.1. 2005, 11.00 Uhr, Im Neuenheimer Feld 230

Geschichte und aktuelle Aspekte des Walfangs

Die Vorlesungsreihe "Quo vadis, Homo sapiens? – Entwicklung und Fehlentwicklung" wird diese Woche die Geschichte und aktuelle Aspekte des Walfangs thematisieren. Foto: Privat.

Geschichte und aktuelle Aspekte des Walfangs

Wale zählten seit altersher zur Jagdbeute des Menschen. So ist der Walfang seit dem 10. Jahrhundert aus dem Englischen Kanal und der Nordsee bekannt, als man dem langsam schwimmenden Nordkaper nachstellte, dessen dicke Speckschicht ein Versinken des Walkörpers nach dem Tode verhinderte. Die relativ primitiven Fangmethoden mit Handharpunen und kleinen Schaluppen, die von einem großen Segelschoner ausgesetzt wurden, erlaubten es den Walbeständen bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts, dem Jagddruck eine längere Zeit standzuhalten, ehe sie dezimiert waren.

Dies änderte sich ab 1863 dramatisch, als der Norweger Svend Foyn die Harpunenkanone erfand, die es auch erlaubte, die schnellen Furchenwale, wie Blau-, Finn- oder Buckelwale zu jagen. Ein letztes Hoch des Walfanges brachte die Waljagd in der Antarktis, der 1904 noch von Landstationen und in den Fjorden der Inseln verankerten Walfangmutterschiffen betrieben wurde und an denen auch Deutschland von 1936 bis 1939 teilnahm. Innerhalb von fast 80 Jahren erbeutete der Mensch allein in der Antarktis fast 1,6 Millionen Wale.

Die Internationale Walfangkonvention (IWC), die die Wale eigentlich schützen sollte, trat 1948 in Kraft. Bis in die zweite Hälfte der 70er Jahre ein Club von Walfängern und ausgestattet mit untauglichen Managementmethoden, gelang es der IWC nicht, den Niedergang der Wale zu verhindern. Blauwale zum Beispiel gingen von mehr als 200 000 Tieren auf gerade 300 Tiere zurück. Ähnlich erging es Finn-, Buckel-, Sei- und Glattwalen. Mit dem Beitritt einer größeren Zahl primär am Schutz der Wale interessierter Nationen zur IWC, beschloss diese 1982 ein Moratorium des kommerziellen Walfangs, das 1986 in Kraft trat. Der Walfang sollte erst wieder begonnen werden, wenn eine "umfassende Bestandseinschätzung" aller Walbestände vorgenommen war. Japan, als Hauptwalfangbefürworter, umging das Verbot des kommerziellen Walfangs mit dem so genannten wissenschaftlichen Walfang, der ursprünglich gedacht war, ein oder zwei geschützte Wale zu jagen, nun aber für die Rechtfertigung des Fanges von mehreren hundert Walen herhielt. Der Wissenschaftsausschuss der IWC entwickelte ein neues, sicheres Managementverfahren, das gewährleistete, dass Walbestände genutzt werden können, ohne Schaden zu nehmen. Das Managementverfahren wurde 1994 von der Kommission, dem politischen Gremium der IWC, angenommen. Was noch aussteht, ist die Entwicklung eines Managementsystems, das die Kontrolle und ähnliche Aspekte einschließt.

Seit Mitte der 90er Jahre, als klar war, dass Zwergwale und einige Bryde's Walbestände groß genug waren, um einer Bejagung standzuhalten, setzte eine zunehmende Polarisierung in der IWC zwischen Walfanggegnern und Walfangbefürwortern ein. Man war entweder für oder gegen den Walfang. Kompromissansätze, die kurzfristig aufflackerten, hatten keine Möglichkeit, sich durchzusetzen. Ein neuer Versuch, die Kontrahenten zu einer Einigung zu bringen, wurde 2004 gemacht. Sollte dieser Versuch fehlschlagen, hängt die Zukunft der IWC am seidenen Faden.

Das Zoologische Museum ist am Vortragstag von 10.00-12.00 Uhr geöffnet.

Rückfragen bitte an
Prof. Dr. Volker Storch
oder Dr. Henner Hollert
Tel. 06221 545655 oder 545650, Fax 546162
Volker.Storch@urz.uni-heidelberg.de
Henner.Hollert@urz.uni-heidelberg.de
http://web.zoo.uni-heidelberg.de

allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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