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24. Januar 2005

Vergeben heißt vergessen?

Lutherische Theologen aus Finnland im Ökumenischen Institut

Bereits zum achten Mal bot das Heidelberger Ökumenische Forum Gelegenheit, Fragen der christlichen Ökumene mit international renommierten Wissenschaftlern zu diskutieren.

Die Pisa-Studie stellt Finnland durchgängig erste Plätze aus. Dass diese Auszeichnung auch für die theologische Forschung gelten könnte, demonstrierten Prof. Eeva Martikainen (Joensuu) und Prof. Risto Saarinen (Helsinki) nun in Heidelberg eindrücklich. Durch die geographische Lage zwischen Ost und West hat sich in Finnland ein besonderes Profil der Ökumenischen Theologie entwickelt.

Dialoge mit den Orthodoxen Kirchen Osteuropas haben ihre Spuren in die Interpretation der eigenen lutherischen Tradition eingezeichnet. Die eigene, erst seit 100 Jahren verschriftlichte Sprache, trug mit dazu bei, eine ganz eigenständige theologische Forschung zu entwickeln und gleichzeitig den ständigen Dialog mit anderen zu suchen. Die Ökumenische Theologie fragt nach der Einheit in Verschiedenheit. Prof. Martikainen zeigte, wie eine an der Tradition orientierte Interpretation der Taufe die Einheit der Kirchen sichtbar machen kann, über die Jahrhunderte alten Spaltungen zwischen der westlichen und den östlichen Traditionen hinweg.

Prof. Saarinen stellte dagegen eine ganz innovative "Theologie der Gabe" zur Diskussion, die durch einen Perspektivwechsel alte Fragestellungen neu und anders thematisiert: Das Interesse am Menschen als Empfänger der Gnade Gottes (hieran haben sich unzählige konfessionelle Spaltungen aufgehängt) wird verlagert auf Gott als den Geber dieser Gnade.

Vor allem die Illustrationen dieses Ansatzes führten zu lebhaften Diskussionen. Wenn Gott die Schuld der Menschen "vergibt", ist diese dann "vergessen"? Oder impliziert Vergebung gerade umgekehrt die Erinnerung an Schuld, damit die Versöhnung als "Heilung" erinnert werden kann? Bezüge auf Verbrechen der Nazis oder auf die Arbeit der Wahrheits- und Versöhnungskommission in Südafrika zeigten die Komplexität, aber auch die Brisanz solcher theologischer "Weichenstellungen" auf.
Fernando Enns

Rückfragen bitte an
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Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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