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27. Januar 2005

Vom Strumpfbandkatalog zur Elektronik

1,4 Millionen Ausleihen pro Jahr: Ausstellung über den Neubau der Heidelberger UB vor 100 Jahren

Dr. Karin Zimmermann mit einem Bauvertrag von 1439 in der Ausstellung über die Heidelberger Universitätsbibliothek, im Hintergrund ein Foto des 100 Jahre alten Bibliotheksbaus

Dr. Karin Zimmermann mit einem Bauvertrag von 1439 in der Ausstellung über die Heidelberger Universitätsbibliothek, im Hintergrund ein Foto des 100 Jahre alten Bibliotheksbaus. Foto: Welker

Diesmal keine Zimelien buchkünstlerischer Art, sondern eher eine Dokumentation. Bis zum eigentlichen Jubiläumstag ist zwar noch eine Weile hin, aber schon jetzt zeigt Heidelbergs ÜB eine Ausstellung mit dem Titel "Den Neubau einer Universitätsbibliothek betreffend. . ." Am 6. November anno 1905, also vor hundert Jahren, wurde das seit 1971 unter Denkmalschutz stehende Architekturwerk eingeweiht, und Maria Effinger von der UB arrangierte in zahlreichen Vitrinen eine für die Geschichte der Ruperto Carola relevante Schau, die nicht nur das Entstehen des repräsentativen Gebäudes zwischen Grabengasse und Sandgasse samt Vorgeschichte und Vorgängerbauten verfolgt, sondern in einem eigenen Kabinett auch ausführlich dessen Urheber, den badischen Baudirektor Josef Durm, würdigt.

In zahlreichen Archivalien, Aufrissen und zeitgenössischen Fotografien, unter anderem von dem berühmten Heidelberger Fotografen Ernst Gottmann (1874-1932), erhält der Besucher Einblick in ein interessantes Kapitel lokaler Architekturgeschichte, denn der historistische Vierflügelbau der UB, der zum Beginn des 20. Jahrhunderts an der Stelle des an der Sandgasse gelegenen Schulgebäudes der Augustinerinnen errichtet wurde, muss den Zeitgenossen kaum weniger monströs vorgekommen sein als viele Jahrzehnte später der Triplex-Komplex. Äußerlich wurde das Gebäude im Verlauf des zurückliegenden Säkulums kaum verändert. Innen aber erfuhr es aufgrund der sich wandelnden Raumnutzung etliche Umbauten. Tätigten ursprünglich 800 Studenten 50000 Ausleihen im Jahr, wurden 2004 rund 33000 Benutzer und über 1,4 Millionen Ausleihen registriert.

Mitte der Fünziger gab es gravierende Veränderungen im Lesesaal, in dem auch die allegorischen Gestalten abgeschlagen wurden. Historistische Architektur nahm man damals nicht ernst und wollte sogar den Südflügel aufgeben; Da kam 1970 das Memorandum von Jügen Julier und Annemarie Seliger, das auf die kunsthistorische Bedeutung des Gebäudes verwies, gerade recht. Unter Elmar Mittlers UB-Leitung entstand die Zweigstelle im Neuenheimer Feld, und sein Nachfolger Hermann Josef Dörpinghaus führte in der Bibliothek, die übrigens bis 1981 noch mit Kohle beheizt wurde, die elektronische Nutzung ein. Kaum ein Aspekt im Zusammenhang mit der UB, der nicht berücksichtigt würde, ob Entstehung des Tiefmagazins zum 600-Jahr-Jubiläum der Universität im Jahr 1986, ob "Ahnengalerie" illustrer Gestalten oder Blick in die nahe Zukunft, denn wenn demnächst drei Altstadt-Institute in die Ludolf-Krehl-Klinik umgezogen sind, soll die UB das vollständige Triplex-Gebäude (mit Ausnahme der Mensa) erhalten.

Auch die Fassadendekorationen mit Erkern, Giebeln und Türmen, nicht zu vergessen die beiden den Eingang flankierenden Sandsteinskulpturen von Prometheus und Jungfrau, die Hermann Volz schuf, sind in der Ausstellung in Abbildungen dokumentiert, und besonderes Gewicht legt die Übersicht auf das Eröffnungsjahr 1905, als es in Heidelberg 1783 Studenten, darunter 49 Frauen, gab. Es wird die Entwicklung in der Katalogisierung aufgezeigt, angefangen bei den "Strumpfbandkatalogen" und den heute noch im Lesesaal stehenden Schweinslederbänden mit ihren "Schlipsen" bis zur elektronischen Erfassung, und ausgesprochen ausführlich widmet sich die klug konzipierte Präsentation dem künstlerisch aufgeschlossenen Architekten Josef Durm (1837-1919), der zahlreiche staatliche und private Bauten inner- und außerhalb des Großherzogtums Baden entwarf, in Heidelberg (unter anderem) das Kurfürst-Friedrich-Gymnasium, und von dem die Schau auch etliche seiner feinen Zeichnungen zeigt.
Heide Seele

Die Ausstellung ist bis zum 23. April, jeweils Mo. bis Sa. von 10-18 Uhr zu sehen.

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
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