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31. Januar 2005

Hohe japanische Auszeichnung für Heidelberger Japanologen Wolfgang Schamoni

"Orden der Aufgehenden Sonne mit Goldenen Strahlen am Halsband" für Professor Wolfgang Schamoni vom Japanologischen Seminar der Universität Heidelberg – Würdigung der "unermüdlichen Vermittlertätigkeit zwischen Japan und Deutschland" – Überreichung durch den Japanischen Generalkonsul am 1. Februar 2005, 16.00 Uhr, Alte Universität, Bel Etage, Grabengasse 1 – Medien sind herzlich eingeladen

"Orden der Aufgehenden Sonne mit Goldenen Strahlen am Halsband"

Wenn diese Woche der Japanische Generalkonsul Shigeharu Maruyama nach Heidelberg reist, um Professor Wolfgang Schamoni mit einem Orden auszuzeichnen, erfährt hierdurch auch das Japanologische Seminar eine hohe Würdigung. So zumindest möchte es Wolfgang Schamoni verstanden wissen. "Natürlich freue ich mich über diese Ehre – keine Frage. Aber ich freue mich vor allem deshalb, weil damit auch die Arbeit unseres gesamten Seminars gewürdigt wird", betont der Heidelberger Wissenschaftler, der seit 1985 eine Professur in der Neckarstadt innehat.

"Ja, man könnte mich durchaus als Gründungsvater des Seminars bezeichnen", erklärt Wolfgang Schamoni schmunzelnd.". Denn als ich hier in Heidelberg meine Arbeit begann, gab es noch gar kein Japanologisches Seminar, so dass wir bei Null anfangen mussten", erinnert er sich. "Es war geradezu ideal, konnten wir doch so frei unsere eigene Richtung bestimmen – ohne dass uns eine bestimmte ererbte Tradition den Weg vorgegeben hätte", betont der Japanologe. "Tatsächlich enthält unser Fach eigentlich ganz verschiedene Disziplinen. Traditionell war unser Fach eher philologisch ausgerichtet, in meiner Generation orientierte man sich oft an den Sozialwissenschaften, das heißt, zeitlich an der Moderne oder der Gegenwart – wobei dann gelegentlich die historischen Wurzeln der Moderne vergessen werden. In Heidelberg bemühen wir uns beides zu verbinden, um Japan als ein wichtiges Land der Moderne in seiner ganzen Komplexität zu verstehen," erklärt Wolfgang Schamoni, der sich vor allem mit der modernen, aber auch der vormodernen Literatur beschäftigt.

Möglich wurde dies jedoch erst durch die Tatsache, dass beide am Seminar beschäftigten Professoren – Wolfgang Schamoni und Wolfgang Seifert – am selben Strang ziehen und versuchen, Japan nicht als irgendein exotisches Land, "sondern als ein kompliziertes, widersprüchliches, sehr interessantes Land zu vermitteln, in dem die Probleme unserer gemeinsamen Welt diskutiert werden". "Sehr wichtig ist uns dabei die Zusammenarbeit mit den anderen ostasiatischen Fächern: der Ostasiatischen Kunstgeschichte und der Sinologie. Wir haben in diesem Semester mit einem gemeinsamen BA-Studiengang etwas völlig Neues gewagt und werden in Kürze auch organisatorisch zusammenwachsen. Heidelberg ist eines der wichtigsten Zentren der Ostasienforschung in Deutschland"

"Vergessen darf man hierbei aber nicht, dass dies ohne die unermüdliche Unterstützung durch die Universität niemals möglich gewesen wäre. Wichtig waren daneben aber auch die vielen Bücherspenden aus Japan, die zum erheblichen Teil aus privater Hand stammen. Die Basis dafür waren natürlich zahlreiche Kontakte zu japanischen Kollegen, die in diesen zwanzig Jahren kontinuierlich ausgebaut wurden, so dass die Brücke inzwischen eine sehr tragfähige Konstruktion ist", freut sich Wolfgang Schamoni. "Zwar sind andere deutsche Seminare älter – und manche auch etwas größer als wir. Doch inhaltlich hat die Heidelberger Japanologie ein ganz eigenes Profil und eine eigene Qualität entwickelt!"

"Als ich selbst noch studierte, war Japan ein fernes, irgendwie exotisches Land,", erinnert sich Wolfgang Schamoni. "Zu meiner Zeit als Assistent dann wandelte sich das Bild: Japan war jetzt vor allem eine Wirtschaftsmacht, die in einer oft unsinnigen Berichterstattung angegriffen wurde, Wir haben uns immer gegen eine solche verkürzte Berichterstattung gewehrt. Uns ging es vielmehr um ein vollständiges Bild Japans und seiner geistig-kulturellen Leistung," betont der Heidelberger Wissenschaftler. "Mein persönliches Arbeitsgebiet ist vor allem die Literatur der klassischen Moderne. Weil dort der schwierige und teilweise schmerzvolle Prozess der Modernisierung kritisch begleitet worden ist. Daneben trat schon früh, auch durch persönliche Begegnungen unterstützt, die moderne japanische Geistesgeschichte".

Entsprechend lautet auch die Stellungnahme zur bevorstehenden Auszeichnung aus München, dem Sitz des Japanischen Generalkonsuls, der für den süddeutschen Bereich zuständig ist: "Die japanische Regierung zeichnet Herrn Professor Schamoni (...) für seine unermüdliche Vermittlertätigkeit zwischen Japan und Deutschland aus sowie für sein tiefes Eindringen in die Literatur und das Denken Japans. Sie dankt ihm für sein Bemühen, nicht nur die japanische Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, sondern auch das Werk japanischer Denker der Moderne wie Maruyama Masao in Deutschland vorzustellen und so das landläufige Bild von Japan hierzulande zu korrigieren." Weiter betont das Schreiben die Qualität des Japanologischen Seminars in Heidelberg sowie den guten Kontakt zu den Kollegen in Japan selbst.

Bekannt gegeben wurde die Verleihung bereits am 3. November 2004, dem Tag der Kultur in Japan, so dass Wolfgang Schamoni genügend Zeit hatte, sich auf die besondere Ehre einzustellen. "Wie es genau dazu kam, dass man ausgerechnet auf mich aufmerksam wurde, weiß ich nicht – und werde es wohl auch nie erfahren, was mich nicht weiter stört. Mir geht es vor allem darum, dass der Orden eine Anerkennung für das ganze Institut ist. Und das ist immerhin die beste Bestätigung, dass wir mit unserem Anspruch – in Forschung und Lehre eine kulturwissenschaftliche Japanologie aufzubauen, die die alte Dichotomie von philologisch-historischer Arbeit und Sozialwissenschaften überwindet – auf dem richtigen Weg sind", fasst Wolfgang Schamoni das Ereignis zusammen, an das er 1985, bei der Gründung des Instituts gewiss nicht gedacht hätte.

Der Orden wird am Dienstag, 1. Februar, um 16.00 Uhr in der Bel Etage der Alten Universität durch Herrn Shigeharu Maruyama überreicht, den Japanischen Generalkonsul für den Freistaat Bayern und das Land Baden-Württemberg.
Heiko P. Wacker

Rückfragen bitte an
Prof. Dr. phil. Wolfgang Schamoni
Direktor des Japanologischen Seminars der Universität Heidelberg
Tel. 06221 547661, Fax 547692
p77@ix.urz.uni-heidelberg.de

Rückfragen von Journalisten bitte auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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