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14. Januar 2005

Vom ganz normalen Alltag in Malula

Heidelberger Professor Werner Arnold legt Erzählungen aus einem syrischen Dorf vor – Lesevergnügen nicht nur für Semitisten

Malula? Nie gehört? Klingt (laut-)malerisch und ist es auch. Malula ist ein kleines Dorf im Qalamun-Gebirge in Syrien, nördlich von Damaskus; gelegen auf einem pittoresken Felssporn ist es mit seinen hellblauen Lehmhäusern und seinen eindrucksvollen alten Klöstern gilt es als eines der malerischsten Dörfer Syriens. Doch Malula ist auch eine erstklassige Adresse für Sprachforscher wie für Professor Werner Arnold, Professor für Semitistik am Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients an der Universität Heidelberg.

Arnold baut seit Jahren am Institut für Semitistik ein Spracharchiv auf. Bisher sind hier 1424 verschiedene Audiodokumente von 332 verschiedenen Sprechern aus 112 Orten in 17 Ländern des Vorderen Orients und Nordafrikas verzeichnet. Jetzt hat Arnold zusammen mit Anton Escher und Carmella Pfaffenbach ein mit zahlreichen Fotos, Skizzen und Karten sehr schön ediertes Buch vorgelegt. In "Malula und Malloy" sind Erzählungen aus dem syrischen Dorf gesammelt; zu Wort kommen die Bewohner selbst, vom Bauern bis zum Priester, vom Bäcker bis zur Äbtissin. Einig sind sich diese so verschiedenen Menschen in einem: wer hier geboren ist, will hier bleiben oder hierher zurückkehren. Eine Nonne, die lange im Libanon arbeitete, erklärt das so: "Ich bin froh, dass ich das Dorf mit mir trage, wohin ich auch gehe."

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Malula ein ärmliches Bauerndorf und eine unbedeutende christliche Pilgerstätte. Auswanderung nach Übersee und Abwanderung vieler Bewohner in die großen syrischen Stätte prägten danach viele Jahrzehnte das Leben, erst in den 70er Jahren kehrten einige ehemalige Bewohner zurück. Heute leben in Malula etwa 1000 Familien mit rund 5000 Personen; besonders in den heißen Sommermonaten ist das Bergdorf wegen seines angenehmeren Klimas sehr beliebt.

Werner Arnold ging zunächst 1985 mit einem Graduiertenstipendium nach Syrien, um in Malula Materialien zum Neuwestaramäischen für seine Doktorarbeit zu sammeln. 1993, 1994 und 1997 hat er wieder dort gelebt, und dabei 89 Interviews in aramäischer Sprache aufgezeichnet. Da der Heidelberger die Dorfbewohner inzwischen lange und gut kennt, offenbarten sie sich mit einer Offenheit, die auch die geschriebenen Berichte noch sehr lebendig macht. Vergangenheit und Gegenwart greifen ineinander, die Autoren stellen sie in den historischen Kontext. So ist "Malula und Malloy" ein Lesevergnügen auch für Nicht-Semitisten.
Ingeborg Salomon

INFO: Werner Arnold, Anton Escher, Carmella Pfaffenbach, Malula und Malloy, Würzburg, 2004, 247 Seiten, 38 Euro. ISBN 3-89913-369-2. Die Tondokumente können unter http://semarch.uni-hd.de angehört werden.

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
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