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19. Januar 2005

Auf dem Kinderplaneten ist eine sanfte Landung garantiert

Geschwisterbetreuung an der Uni-Kinderklinik feiert zehnten Geburtstag – Eltern werden entlastet – Offene Türen am Dienstag

Geschwisterbetreuung an der Uni-Kinderklinik feiert zehnten Geburtstag – Eltern werden entlastet

Für die Kinder der Familie Tacheci wurde der Kinderplanet zur zweiten Heimat. Als Baby Melanie auf der Frühgeborenen-Station lag, wusste Mama Cristina Sophie, Eric und Miguel (v.l.) hier liebevoll umsorgt. Foto: Stefan Kresin


Im Kinderplanet, der Geschwisterbetreuung an der Uni-Kinderklinik, wird viel gelacht und nur selten geweint. "Manchmal fließen allerdings beim Abschied Tränen, denn die meisten Kinder bleiben sehr gerne hier", weiß Leiterin Margit Bösen-Schieck. Zum zehnten Geburtstag der Einrichtung hat die Sozialpädagogin nur einen Wunsch: "Dass es so weitergehen kann wie bisher, und dass wir immer Menschen finden, die uns finanziell unterstützen".

Geboren wurde der Kinderplanet vor zehn Jahren aus einer Notlage, die alle Eltern kranker Kinder kennen: Wohin mit den Geschwistern, wenn ein Kind ins Krankenhaus muss? Genau dieses Problem, noch dazu gleich dreifach, hatte Cristina Tacheci. Am 5. August musste Baby Melanie per Kaiserschnitt in der Uni-Frauenklinik auf die Welt geholt werden, zwölf Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Die 29-jährige Mutter hatte sich von dieser Operation noch nicht erholt, als Melanie auf die Frühgeborenenstation der Kinderklinik verlegt wurde – winzig, hilflos und schutzbedürftig, angewiesen nicht nur auf Mamas Muttermilch sondern auch auf ihre Zärtlichkeit.

Doch zuhause warteten die sechsjährige Sophie, der vierjährige Eric und der zweijährige Miguel, während Vater Christoph an seiner Doktorarbeit schrieb. Die Not war groß und der Kinderplanet die Rettung: Die drei "Großen" durften hier spielen, malen, essen, basteln und auch einmal ein Schläfchen halten, während Mama Cristina auf der Station "Fips" Melanie betreute. Vier Wochen ging das so, bis Melanie nach Hause durfte; damals gab es für die Geschwister einen tränenreichen Abschied vom Kinderplanet. "Die drei sind wirklich gerne hierher gekommen", unterstreicht Cristina Tacheci.

Margit Bösen-Schieck, die selbst betroffene Mutter war und die Geschwister-Spielstätte von Anfang an mit konzipiert und aufgebaut hat, kennt viele Geschichten wie die der Tachecis. "Die gesunden Kinder rücken sehr schnell ins Abseits, wenn ein anderes Kind der Familie schwer krank wird", weiß sie. Denn auf die Stationen der Kinderklinik dürfen Geschwisterkinder unter 12 Jahren nicht mit, und die Eltern, besonders die Mütter, sind meist sehr auf den kleinen Patienten fixiert. "Kranke Kinder brauchen die ganztägige Anwesenheit eines Elternteils, aber diese gebündelte Zuwendung wird notwendigerweise den gesunden Kindern entzogen", so die Sozialpädagogin.

In diese Lücke springt das Team des Kinderplaneten. Margit Bösen-Schieck hat ihre Mitarbeiterinnen neben der fachlichen Qualifikation nach Warmherzigkeit und Ausstrahlung ausgewählt und dabei offenbar viel Geschick bewiesen: Alle hauptamtlichen Kräfte sind von der ersten Stunde an dabei. Ihre Motivation wird durch den täglichen Dank der betroffenen Familien unterstützt, auch innerhalb der Kinderklinik ist das Team voll akzeptiert. Schulungen und Supervision sorgen für fachliche und psychologische Begleitung. Auch bei der Ausstattung des Kinderplaneten haben die Initiatoren darauf geachtet, dass alles freundlich und kindgerecht ist. Es gibt jede Menge Spiele und Bücher, aber auch Ruhezonen; in einem Nebenraum lädt eine Kuschelecke ein, eine kleine Küche sorgt für leibliche Stärkung. "Das nutzen oft auch die Mütter", sagt Margit Bösen-Schieck. Mit ihnen stehen die Mitarbeiterinnen des Kinderplaneten ohnehin dauernd in Kontakt. "Das Kind muss wissen, dass seine Mama nicht weit ist und ganz schnell kommt, wenn es sie braucht", so die Leiterin des Kinderplaneten. Dazu genügt ein Anruf auf Station. Ist das kranke Kind nicht ständig bettlägerig, darf es seine Geschwister im Kinderplanet natürlich auch besuchen; das baut kindlichen Frust ab und schafft Entlastung für die Eltern.

Stichwort: Kinderplanet

INFO: Zum zehnten Geburtstag des Kinderplaneten lädt die Geschwisterspielstätte am Dienstag, 25. Januar, von 9 bis 18 Uhr ins Neuenheimer Feld 153 ein.

Seit der Kinderplanet im Januar 1995 als gemeinsame Initiative aller Elternvereine an der Universitäts-Kinderklinik gegründet wurde, wurden hier insgesamt 22 000 Kinder von insgesamt 5 500 Familien betreut; davon ist die Hälfte unter vier Jahren, ein Viertel fünf bis sieben Jahre und die übrigen acht Jahre und älter. Im Durchschnitt kommen neun Kinder am Tag, die von fünf hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und acht ehrenamtlichen mit viel Zuwendung bedacht werden, die spielen, Hausaufgaben machen, ausruhen und gemeinsam essen. Die finanzielle Verantwortung für den Kinderplanet, der sich ausschließlich aus Spenden finanziert, trägt die "Aktion für krebskranke Kinder". Um den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten, werden etwa 65 000 Euro Spendengelder jährlich gebraucht. Wer helfen will, dem steht das Spendenkonto DLFH "Geschwisterbetreuung" bei der Volksbank Heidelberg, BLZ 672 900 00, Konto 258 720 02, zur Verfügung.
Ingeborg Salomon

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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