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28. Januar 2005

Von den Musen geküsst oder einfach nur vererbt?

Der Heidelberger Psychotherapeut Dr. Rainer Holm-Hadulla geht in seinem neuen Buch den Ursprüngen der Kreativität nach

Was ist Kreativität? Dr. Rainer Holm-Hadulla gibt in seinem neuen Buch eine Antwort.

Was ist Kreativität? Dr. Rainer Holm-Hadulla gibt in seinem neuen Buch eine Antwort. Foto: Alex

Kreativität ist in unserer heutigen Welt mit ihren vielfältigen Herausforderungen nicht nur eine nette Zugabe und eine persönliche Bereicherung, sondern auch von großer praktischer Bedeutung. Dr. Rainer Holm-Hadulla, Professor für Psychotherapeutische Medizin an der Universität Heidelberg und dort Leiter der Beratungsstelle für Studierende, hat sich in seinem neuen Buch mit diesem Thema beschäftigt. Dabei zeichnet er auch die Biografien vieler bekannter Persönlichkeiten nach, die als kreativ gelten: Johann Wolfgang von Goethe, Pablo Picasso, Albert Einstein, Bill Clinton, Manfred Lautenschläger.

Was ist Kreativität?

Kreativität ist eine Eigenschaft lebender Wesen, die in einem beständigen Austausch mit ihrer Umwelt stehen. Um Strukturen aufzubauen und Chaos zu bewältigen, müssen sie sich beständig weiterentwickeln. Üblicherweise fasst man Kreativität als Eigenschaft hervorragender Individuen auf. Ihre Fähigkeit, das Neue und Außergewöhnliche spielerisch zu erschaffen, ist jedoch ein Mythos. Große Kreativität entsteht nicht nur aus Talent, sondern aus zähem Interesse und geduldiger Arbeit. Es gibt aber auch eine alltägliche Kreativität. Fast jedes Kind ist mit einer primären Kreativität ausgestattet. Es sieht Formen und Farben, hört Laute und Töne und spielt mit Ideen und Phantasien. Aus diesen Wurzeln entstehen bei adäquater Förderung die Freude am Leben und der Sinn für Schönheit. Diese schöpferische Kraft prägt das gesamte Leben, aber nur, wenn wir uns darum bemühen.

Gibt es ein Kreativitäts-Gen? Ist Kreativität angeboren?

Viele Talente sind angeboren. Damit aber aus Begabungen kreative Leistungen entstehen, sind erziehungs- und umweltabhängige Motivationen wie Neugier, Interesse und Begeisterung vonnöten. Des Weiteren spielen Persönlichkeitseigenschaften wie Flexibilität, Selbstvertrauen und Durchhaltefähigkeit eine große Rolle.

Wie kann Kreativität gefördert werden?

Durch liebevolle und strukturierte Erziehung mit vielfältigen Anregungen und altersadäquaten Anforderungen. Kreativitätsförderung beinhaltet, zu lernen, sich trotz Versagungen und Enttäuschungen einer gestellten Aufgabe zu widmen. Gleichermaßen wichtig ist es, das Leben als eigene Gestaltungsaufgabe betrachten. Dazu bedarf es aufmerksamer Eltern, inspirierter Lehrer, guter Berater und geeigneter Rahmenbedingungen, die Leistungsfreude wecken und ein produktives Gleichgewicht zwischen strukturierter Arbeit und freier Phantasie ermöglichen. Dies ist in Familie, Schule und Hochschule genau so wichtig wie in der alltäglichen Arbeit. Dabei gilt auch das Wort von Hans-Georg Gadamer: "Erziehen heißt sich selbst erziehen". Wo sind "Kreativitäts-Killer"? Warten auf bessere Zeiten oder den genialen Einfall! Lustlosigkeit, Neid und destruktive Kritik. Regelmäßiger Konsum großer Mengen Alkohols. Es gibt keine schöpferischen Menschen, deren Kreativität durch Alkohol gesteigert wurde. Dies gilt noch mehr für den Gebrauch von Cannabis und anderen Drogen. Besonders der Missbrauch von Haschisch in der frühen Jugend führt zu emotionaler Verflachung und intellektueller Entleerung. Schädlich ist auch die seichte Unterhaltung durch wahlloses Fernsehen oder stundenlanges Computer-Spielen. Es ist durchaus berechtigt, die weit verbreitete Medienverwahrlosung anzuprangern, die die individuelle Kreativität schwer beeinträchtigt.
Ingeborg Salomon

INFO: Rainer Holm-Hadulla, Kreativität – Konzept und Lebensstil, Vandenhoek und Ruprecht, Göttingen, 2005, 22,90 Euro.

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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