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17. Januar 2005

Einladung zum Lesen und Betrachten

"Im Kreis der Freunde" – Ausstellung um Stefan George und die Zeitschrift "Castrum Peregrini" in Heidelberg

Porträts der Freunde um Stefan George und Castrum Peregrini

Zwei "Ikonostasen" im Heidelberger Forum für Kunst zeigen die Porträts der Freunde um Stefan George und Castrum Peregrini. Foto: Welker


Im Umkreis der Heidelberger Universität – nicht unbedingt an ihr selbst – gediehen von jeher Freundeskreise, etwa zum Beginn des 19. Jahrhunderts, als es zu engen Kontakten zwischen den Romantikern Clemens Brentano und Achim von Arnim mit den Philologen Friedrich Creuzer oder Joseph Görres kam, die die "Zeitung für Einsiedler" hervorbrachten oder vor allem in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, als unterschiedliche Gesprächs- und Freundeskreise in Heidelberg entstanden wie Alfred Webers "Januskreis" oder die "Jours" im Hause von Marianne und Max Weber. Wilhelm Fraenger nannte seinen Kreis "Die Gemeinschaft", der nach dem Er-sten Weltkrieg der künstlerischen Avantgarde in Konzerten, Vorträgen, Ausstellungen oder Theateraufführungen ein Forum bot. Diese Runde war wohl vorbildhaft für die Gründung der Zeitschrift "Castrum Peregrini" durch Wolfgang Frommel in Amsterdam 1951, deren Ursprung in einem Freundeskreis bestand, der sich im Zweiten Weltkrieg in den besetzten Niederlanden um den exilierten deutschen Dichter und Journalisten Wolfgang Frommel und die niederländische Malerin Gisele van Waterschoot van der Gracht gebildet hatte.

An "Castrum Peregrini" und zugleich an den George-Kreis erinnert die Ausstellung "Im Kreis der Freunde", die, veranstaltet vom Heidelberger Kulturamt und der Stichting Castrum Peregrini Amsterdam in Zusammenarbeit mit der Stefan-George-Stiftung in Stuttgart, unter reger Publikumsbeteiligung im Forum für Kunst in der Heiliggeiststraße 21 in Heidelberg eröffnet wurde. Es ist eine literarische Schau, bestehend aus Bildern, Zeichnungen, Fotos, Briefen, Büchern, Handschriften, Dokumenten aller Art, die 2003 schon im Gleim-Haus in Halberstadt gezeigt wurde. Sie lädt zum Betrachten und Lesen ein und setzt beim Rezipienten einiges Interesse für die Literatur voraus. Literarische Ausstellungen ähnlicher Art waren in Heidelberg in den letzten Jahren relativ häufig zu sehen, etwa über Kurt Wildhagen (1984), Alfred Mombert (1993), Emil Belzner (2002) oder Wilhelm Fraenger (2004). Kulturamtsleiter Hans-Martin Mumm erinnerte bei der Vernissage an diese Ereignisse, bevor Dr. Susanne Himmelheber in einer ausführlichen Ansprache auf den sich ab 1892 aus einem losen Zusammenschluss von Schülern zu einer festen Gemeinde formierenden George-Kreis einging und auf die Zeitschrift "Castrum Peregrini", deren Namen Wolfgang Frommel – sein Vater war von 1907 an Pfarrer an der Heidelberger Christuskirche – nach einer Kreuzfahrerburg bei Haifa gewählt hatte.

Neben zwei großen "Ikonostasen", die die Porträts der Freunde aus beiden Kreisen vorstellen, zum Beispiel ein Bild Max Beckmanns von Frommel, ein Gemälde, des lange in Heidelberg wirkenden Malers Martinotto vom Renaissanceforscher Percy Gothein oder ein Foto des 1916 bei Verdun gefallenen Hölderlin-Entdeckers Norbert von Hellingrath, verdienen die Vitrinen Beachtung, die durch informative Texte und Gedichte an den Wänden ergänzt werden. In den Objekten spiegelt sich zum Beispiel die Freundschaft Frommels zu Percy Goethein und Wilhelm Fraenger, oder man entdeckt Gundolfs "Goethe" oder Max Kommerells "Der Dichter als Führer der deutschen Klassik" neben weiteren wissenschaftlichen Werken aus dem George-Kreis, dessen Freundschaftsbeziehungen auch in den "Blättern für die Kunst" Ausdruck fanden. Zu den Exponaten gehören auch diverse Korrespondenzen wie ein Brief Max Kommerells an Claus von Stauffenberg oder der Briefwechsel zwischen Karl Wolfskehl und Friedrich Gundolf. Sehr nützlich für das Verständnis der Übersicht ist auch das komprimierte Begleitheft. (Bis 13. Februar).
Heide Seele

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
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