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20. Januar 2005

Die Elite ist tot, der Wettbewerb geht weiter

Heidelbergs Universitäts-Rektor Hommelhoff ist sich einig mit Wissenschaftsminister Frankenberg über die neuen Wege der Spitzenförderung

Der baden-württembergische Wissenschaftsminister Peter Frankenberg und der Heidelberger Universitätsrektor Peter Hommelhoff sind sich offenbar weitgehend einig über die Zielsetzungen bei der Förderung wissenschaftlicher Exzellenz. Nachdem ihm der Minister Details des neuen Konzepts zur Stärkung der Spitzenforschung an den Hochschulen erläutert habe, gebe es eine "vollkommen andere Sachlage als bisher angenommen", sagte Hommelhoff gestern Abend der Rhein-Neckar-Zeitung: "Wir stehen hinter diesem Konzept und machen im Wettbewerb um die Spitze unverzagt und mit Volldampf weiter."

Hommelhoff hatte gegenüber der RNZ am vergangenen Wochenende den Vorschlag der unionsgeführten Länder Baden-Württemberg und Bayern, anstelle des von der Bundesregierung geplanten Elite-Wettbewerbs die dafür veranschlagten 1,9 Milliarden Euro an einzelne Forschungseinrichtungen zu verteilen, zunächst als "Verwässerung" kritisiert und abgelehnt. Im Gespräch mit Frankenberg habe er jedoch feststellen können, dass "wir in vielfacher Weise in den Details übereinstimmen". So sei man sich einig, dass die in Deutschland bestehende Trennung von universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen schwäche, und dass die Universitäten unterfinanziert seien. Minister Frankenberg habe in diesem Zusammenhang klar erklärt, dass deutsche Wissenschaftler sich in Qualität und Kompetenz keineswegs unterschieden von amerikanischen oder anderen internationalen, sagte Hommelhoff. "Und das war für mich ein eminent wichtiger Satz."

Aus diesen Gründen müssten die finanziellen Rahmenbedingungen für die Forschung verbessert werden: "Damit sich die leistungsfähigen Universitäten messen können mit den führenden im Ausland." Deutsche Hochschulen benötigten deshalb eine international wettbewerbsfähige Forschungs-Infrastruktur: "Auch darüber sind wir uns einig."

Frankenberg wolle nach dem neuen Konzept Spitzen-Universitäten nicht generell, sondern lediglich zunächst nicht fördern, sagte Hommelhoff weiter: "Er will nicht nach dem Gießkannenprinzip fördern, wie wir ursprünglich befürchteten, sondern den Universitäten Mittel geben, die bereits heute international wettbewerbsfähig sind." Damit sollte einigen Hochschulen die Chance eröffnet werden, sich durch Qualität und Leistungsfähigkeit zu Spitzen-Universitäten zu entwickeln. "Ob man das dann Elite-Universität nennt oder nicht, das ist wie der Streit um die Henne und das Ei", sagte Hommelhoff.

Wichtig sei allerdings, dass diese Form der Förderung nicht auf einen zu langen Zeitraum angelegt sei: "Wir sprechen von vielleicht fünf Jahren, innerhalb der wir uns einreihen wollen unter den zehn besten Universitäten in Europa und den 30 besten weltweit." Dass der Wettbewerb über die deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) abgewickelt werden soll, sei in Ordnung: "Allerdings muss die DFG frei sein, auch Vorhaben zu fördern, die nicht in ihr eigenes Förder-Instrumentarium passen." Die Unis müssten das Recht haben, Kapital frei zu vergeben: "Dafür stehen wir dann auch gerade."

Auch der Gedanke der angestrebten Vollkostenfinanzierung von einzelnen Forschungsprojekten sei nachvollziehbar. Falls es hier bei der Finanzierung Kompetenzgerangel zwischen Bund und Land gebe, dann "ist doch nicht einzusehen, warum es eine Riege befähigter Staatssekretäre nicht schaffen sollte, eine Lösung zu finden, die die Rechtsstandpunkte bezüglich der Bildungskompetenz einmal dahingestellt sein lässt".

Wissenschaftsminister Frankenberg betonte in einer Stellungnahme zu Hommelhoffs RNZ-Kritik vom Montag, mit dem Konzept, das nun die wirklichen Forschungskosten berücksichtige, würden die Potenziale der Universitäten in Forschung und Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses gestärkt: "Wenn wir auf diese Weise international konkurrenzfähige Fakultäten schaffen, leisten wir den entscheidenden Beitrag zur Schaffung von Spitzenhochschulen." Diese könnten dann im internationalen Wettbewerb ihr Profil und ihre Stärken zur Geltung bringen.
Peter Wiest

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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