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28. Januar 2005

Wie die Asmat mit Speeren Fische fangen

Jung-Redakteure der Kinder-Uni besuchten das Völkerkunde-Museum

Wie die Eingeborenenstämme in Südostasien leben, erkundeten die kleinen Redakteure der Kinder-Uni jetzt im Völkerkundemuseum

Wie die Eingeborenenstämme in Südostasien leben, erkundeten die kleinen Redakteure der Kinder-Uni jetzt im Völkerkundemuseum. Foto: Alex

Wer hat die Bilder von der schrecklichen Flutkatastrophe mit über 280000 Toten im südostasiatischen Raum nicht noch vor den Augen? Die überraschendste Nachricht war vielleicht, dass unter den Eingeborenen-Stämmen in den vom Tsunami betroffenen Gebieten fast keine Toten zu beklagen sind. Wahrscheinlich wurden diese Menschen durch die Flucht der Tiere vor der Killer-Welle gewarnt und konnten sich so auf höher gelegene Gebiete retten.

Was sind das für Menschen, die so intensiv mit der Natur leben? Im Völkerkundemuseum können die Besucher hautnah mit der Kultur und dem täglichen Leben eines dieser Eingeborenen-Stämme in Südostasien, den Asmat, in Kontakt treten. Dies taten auch die kleinen Redakteure der "Kinder Uni im Netz" (www.kinder-hd-uni.de), dem wissenschaftsjournalistischen Projekt für Kinder der Rhein-Neckar-Zeitung unter der kundigen Führung von Melsine Alting.

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"Asmat heißt so viel wie ,wir Baummenschen'", erläutert die Ethnologin den Nachwuchs-Journalisten. Mit Bäumen und Holz haben die Asmat tatsächlich viel zu tun. Alle Gegenstände des täglichen Lebens sind aus diesem Material gefertigt. Sie leben entweder in richtigen Baumhäusern oder haben ihre Häuser auf Holzpfählen nahe am Wasser errichtet. Und Wasser gibt es in dem Gebiet von der Größe Belgiens, in dem die Asmat auf Guinea leben, mehr als genug.

Zur Fischjagd benutzen sie etwa zwei Meter lange Jagdkanus, in denen sie im Stehen rudern. "So ist es leichter die Speere nach den Fischen zu werfen", erklärt Alting die etwas ungewöhnliche Art des Ruderns. Die Frauen dagegen paddeln im Sitzen, denn sie tragen ihre Babys auf dem Rücken und würden mit dem zusätzlichen Gewicht auf dem Rücken sonst leicht das Gleichgewicht verlieren. Die Flüsse sind nämlich nicht ungefährlich. Hier leben Krokodile.

Besonders beeindruckt waren die Mini-Redakteure von der Kurzlebigkeit der aus Holz gefertigten Gegenstände. Da der Lebensraum der Asmat sich im tropischen Urwald befindet, ist es immer sehr heiß und feucht. Deshalb hält ein Kanu maximal drei Jahre, dann muss ein neues aus einem Baumstamm geschnitzt werden. Dazu haben die Asmat nur Feuer und Steinwerkzeuge. Allerdings haben nach der Entdeckung der Asmat in der 1960er Jahren einfache Metallgegenstände Einzug in ihr Leben gehalten, die die täglichen Arbeiten etwas erleichtern.

Auf den Kultgegenständen der Asmat sind Motive der Dinge des täglichen Lebens zu finden, wie etwa Krokodile oder Boote. Aber auch die Toten haben ihren Raum, denn die Asmat pflegen einen ausgeprägten Ahnenkult. Sie glauben, die verstorbenen Vorfahren wären immer noch anwesend. Von diesem Ahnenkult zeugen auch die bis zu sieben Meter hohen Ahnenpfähle, die im Völkerkundemuseum zu bewundern sind. Auf ihnen sind die Verstorbenen dargestellt und manchmal ist auch ein Krokodil darauf zu entdecken. "Vielleicht wurde derjenige durch ein Krokodil getötet", vermutet der elfjährige Adrian.

Was die kleinen Redakteure aber dann doch befremdete ist, dass die Asmat mit dem Ahnenkult auch eine Kopfjagd verbanden. Erleichtert waren sie allerdings, dass die seit 1963 durch die indonesische Regierung verboten ist. "Auch die Asmat finden das Verbot der Kopfjagd nicht schlecht", erläuterte die Ethnologin Alting zum Schluss, "denn man ist dabei eben nicht nur Jäger, sondern auch häufig Gejagter."
Stefan Zeeh

INFO: Das Völkerkundemuseum, Hauptstraße 235, ist Mittwoch bis Samstag von 14-18 Uhr und an Sonntagen und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet, Tel. 06221 914372.

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
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