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8. Dezember 2004

Zweieinhalb Jahre Umweltsensor SCIAMACHY

Heidelberger Umweltphysiker Professor Ulrich Platt und seine Mitarbeiter sind maßgeblich an den Untersuchungen beteiligt – Abschlusstreffen in Bremen

Am 7. Dezember trafen sich an der Universität Bremen Wissenschaftler aus ganz Deutschland sowie Vertreter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) zum 5. Deutschen SCIAMACHY Validationsteam-Meeting. Schwerpunkt dieses gemeinsamen Abschlusstreffens war die Vorstellung der Projektergebnisse, die während der letzten zweieinhalb Jahre gewonnen wurden. Insgesamt wurden 23 Einzelprojekte in ganz Deutschland mit mehr als 60 Wissenschaftlern vom BMBF (Projektträgerschaft DLR) gefördert, um die Datenqualität des Umweltsensors SCIAMACHY zu untersuchen.

Der Atmosphären-Sensor SCIAMACHY (Scanning Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric Chartography) befindet sich an Bord des europäischen Umweltsatelliten ENVISAT, der seit März 2002 die Erde umkreist. SCIAMACHY ist ein spektroskopisches Instrument der neuesten Generation und ist in der Lage, vom All aus Phänomene wie das stratosphärische Ozonloch, die Emission von Umweltschadstoffen und Treibhausgasen in die Atmosphäre durch menschliche und natürliche Prozesse, wie beispielsweise Stickoxide und Schwefeldioxid aus Industrie und Verkehr, Waldbrände, Vulkanausbrüche und Blitze zu erfassen. Ein wichtiger Schwerpunkt der Nutzung der SCIAMACHY-Daten ist die Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Luftverschmutzung, globaler Erwärmung und Stratosphärenchemie und -physik. Die gewonnenen Messwerte zum Zustand der Atmosphäre werden in aufwändigen Rechnungen aus den Rohdaten gewonnen. Um sicherzustellen, dass die gewonnenen Messwerte richtig abgeleitet werden, müssen diese mit anderen, unabhängigen Messungen verglichen werden. Diese Arbeit wird Validation genannt und ist für die wissenschaftliche Nutzung der Daten unabdingbar.

Die deutschen Validationsmessungen stützen sich auf eine große Zahl von Messinstrumenten, die auf vier verschiedene Weisen eingesetzt werden. An elf Bodenstationen wurden insgesamt 24 Instrumente aufgestellt, die weltweit von der Arktis über die Tropen bis zur Antarktis verteilt sind. Diese Instrumente liefern kontinuierliche Zeitreihen wichtiger Vergleichsdaten. Weiterhin wurden drei Instrumente speziell für Messungen von großen Stratosphärenballons gebaut. Mit solchen Ballons ist es möglich, die Atmosphäre vom Boden bis zu 40 km Höhe zu durchleuchten (Höhenprofile). Mehrere internationale Kampagnen zur Validation von SCIAMACHY wurden erfolgreich geflogen.

Das dritte Standbein der deutschen Validationsaktivitäten ist die Messung vom Flugzeug aus. Das deutsche Forschungsflugzeug Falcon vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat mit drei eigens für die Validation von SCIAMACHY entwickelten Messinstrumenten Flüge von Grönland bis zu den Seychellen durchgeführt und über die gesamte Flugstrecke Messdaten gesammelt. Die Datenprodukte von SCIAMACHY wurden auch mit anderen Satellitendaten verglichen. Der große Vorteil hier besteht darin, dass die Validation nicht auf einem bestimmten Zeitraum und Ort beschränkt ist.

Der durch die verschiedenen Validationsaktivitäten ermittelte Datensatz mit Zehntausenden von Messwerten wurde bereits umfangreich für die Überprüfung und Verbesserung von SCIAMACHY-Daten eingesetzt, wird aber auch direkt in der Atmosphärenforschung genutzt. Die Daten werden auch in den folgenden Jahren von enormen Nutzen sein, da die Auswertung der SCIAMACHY-Ergebnisse kontinuierlich weiterentwickelt wird. Dies wird im Rahmen eines Langzeit-Validationsprojektes weiterverfolgt werden.

Professor Platt ist wissenschaftlicher Leiter der deutschen SCIAMACHY-Validationsprojekte. Unter seiner Leitung sind Wissenschaftler des Instituts für Umweltphysik der Universität Heidelberg maßgeblich an der Validation des Umweltsensors SCIAMACHY beteiligt. Vier Ballonkampagnen, Flüge mit dem Forschungsflugzeug Falcon, Expeditionen mit dem Forschungsschiff Polarstern sowie ein Netz von vier Bodenstationen werden und wurden von den Wissenschaftlern in Heidelberg durchgeführt und . betrieben. Ihre Ergebnisse werden auf dem Abschlusstreffen in Bremen dazu beitragen, die Datenqualität von SCIAMACHY zu gewährleisten.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Ulrich Platt
Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg
Tel. 06221-546350
ulrich.platt@iup.uni-heidelberg.de

Allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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