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7. Dezember 2004

Zauberflöte chemisch inszeniert

Weihnachtsvorlesung mit Professor Gerald Linti alias Papageno zog die Massen in den Hörsaal

Professor Gerald Linti als Papageno

Es zischte und knallte und dazu gab es auch noch zauberhafte Musik: Professor Gerald Linti als Papageno inszenierte die Weihnachtsvorlesung als "Zauberflöte". Foto: Kresin


Ein überfüllter, aus allen Nähten platzender Hörsaal ist eigentlich nichts Ungewöhnliches. Zumindest in Zeiten der Massenuniversität.

Wenn jedoch kostenlose Eintrittskarten vergeben werden und Plätze reserviert sind, dann ist das schon ungewöhnlich und es kann sich eigentlich nur um die Adventsvorlesung der Fakultät für Chemie und Geowissenschaften handeln. Die zieht zwischenzeitlich Jung und Alt in ihren Bann und ist in Kreisen von Fans puffender und knallender Wissenschaft längst mehr als ein Geheimtipp.

Diesmal hatten sich Professor Gerald Linti und sein Team Mozarts Zauberflöte vorgenommen, die sie "chemisch inszenierten". Der Termin für die Uraufführung dieser "chemischen" Zauberflöte, nämlich der 5. Dezember, war mit Bedacht gewählt, denn dabei handelt es sich um Mozarts Todestag.

Im Schweinsgalopp führte Papageno alias Chemie-Professor Linti durch die Oper, denn immerhin sollte das Ganze innerhalb einer Stunde über die Bühne, in diesem Fall durch den Hörsaal gehen.

Da wurde die Ouvertüre mal schnell um einige Noten gekürzt, nicht jedoch, ohne dass zu jedem Einsatz der verschiedenen Instrumente die Funken sprühten und irgendwo etwas explodierte. Auf chemische Weise wurde auch die Schlange, die den Helden Tamino bedroht, von seinen drei Retterinnen um die Ecke gebracht. Nein, nicht etwa mit Gift, das wäre zu banal. Wozu gibt es denn flüssigen, auf Minus 196 Grad Celsius abgekühlten Stickstoff? Hinein mit der (Kunststoff-) Schlange. Derart tiefgekühlt zersprang sie in tausend Stücke, als sie anschließend auf den Boden geschleudert wurde.

Auch drei Opernsänger waren an dem Spektakel beteiligt. Zuerst der Tenor Winfried Mikus vom Theater Heidelberg als Tamino mit der Arie "Dies Bildnis ist bezaubernd schön".

Phantastische Bilder

Passend dazu phantastische Bilder, erzeugt durch verschiedene Substanzen, die sich in einer in einer Petrischale befindlichen Flüssigkeit zersetzten.

Weiter ging es im ICE-Tempo durch die Handlung der Oper, illustriert durch mit lautem Böllerknall zerplatzenden Luftballons, aus Glasröhren hervor quellenden, schwarzen Massen und Flüssigkeiten, die sich beim Umschütten von Glas zu Glas anders färbten.

Zwischendurch musste auch mal gekehrt oder ein Feuer, das außer Kontrolle zu geraten drohte mit dem Feuerlöscher erstickt werden. Nicht ganz klar war allerdings, ob diese Löschaktion auch zur chemischen Inszenierung gehörte oder vielleicht eher nicht?

Nicht funktionierte, aus dem Bariton mit Hilfe von Helium eine Sopranstimme zu zaubern. Da musste schon eine richtige Sopranistin ran, in diesem Fall Ulrike Machill als Königin der Nacht mit der Arie "Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen".

Gleich darauf der Bass Andreas Daum als Zauberer Sarastro mit "In diesen heiligen Hallen", wozu vorher verteilte Leuchtstäbe auf Kommando von "Professor Papageno" im Publikum geschwenkt wurden.

Nach einem fliegenden Umbau kam die eigentliche "chemische" Zauberflöte zum Einsatz. In drei Glaszylindern wurde ein Gas gezündet und da die Glaszylinder unterschiedlich lang waren, war der Explosionsklang auch verschieden, eben wie auf einer Flöte. Über weitere sich verfärbende Flüssigkeiten und gleißende Feuerschwaden fanden schließlich Papageno und die von ihm angebetete Papagena zusammen, nicht ohne, dass eine Substanz in Herzform in einer Flüssigkeit zerging, um abstrakte Bilder zu zeichnen. Den Leuten gefiel's. Tosender Beifall belohnte die Akteure.
Stefan Zeeh

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