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4. Dezember 2004

Grußwort des Stellvertretenden Vorsitzenden der Stiftung Universität Heidelberg, Prof. Reinhard Mußgnug, anlässlich der Verleihung der Ruprecht-Karls-Preise

"Magnifizenz, verehrte Frau Dulger, liebe Kollegen, liebe Anwesende, und vor allem liebe Laureaten, denn um Ihretwillen sind wir heute zusammengekommen, dass mir ausgerechnet in diesem Jahr die Ehre widerfahren ist, Sie im Namen der Stiftung Universität Heidelberg begrüßen zu dürfen, freut mich über alle Maßen.

Das Jahr 2004 besitzt für die Stiftung Universität Heidelberg besondere Bedeutung. Die Stiftung wurde 1984 – zwei Jahre vor und natürlich im Hinblick auf das damals herannahende 600-jährige Jubiläum unserer Alma mater gegründet. Sie feiert also in diesem Jahr ihr 20jähriges Bestehen. Gemessen am ehrwürdigen Alter der Ruperto Carola ist das rein garnichts. Aber gemessen an dem, was die Stiftung in der Kürze ihrer 20 Jahre hat bewirken können, waren das immerhin erfolgreiche Jahre. Die Stiftung hat einiges anschieben können, auf das sie stolz ist. Ich nenne das Internationale Wissenschaftsforum am Ende der Hauptstraße, das wächst, blüht und gedeiht. Ich nenne das Professorenwohnheim, an dessen Finanzierung die Stiftung beteiligt ist. Ich nenne die Zusammenfassung der bis vor zwei Jahren etwas unverbunden nebeneinander her wirkenden drei Fördereinrichtungen unserer Universität – der Universitäts-Gesellschaft, des Vereins der Freunde der Universität und eben der Stiftung; weil ich an ihr "auf der anderen Seite" – der der Universitäts-Gesellschaft – mitgewirkt und mitverhandelt habe, nenne ich sie besonders gern; das war eine Reform, um die uns die Politiker, vor allem die Hochschulpolitiker, beneiden sollten. Und ich nenne last not least den Ruprecht-Karls- Preis, den wir heute einmal mehr vergeben.

Die Zahlensymmetrie will es, dass auch dieser Preis heute ein Jubiläum feiert: Er wurde zum ersten Mal 1990 vergeben. Heute ist es also das 15. Mal, dass wir die besten unter unseren Doktoranden mit dem Lorbeer des Ruprecht-Karls-Preises krönen können. Und es gibt noch ein drittes Jubiläum zu feiern: 15 mal 5 macht 75; unter den 5 Preisträgern dieses Jahres wird also die oder der 75. Preisträger sein. Wer unter Ihnen – Frau Dr. Haug, Frau Dr. Tumat, Herr Dr. Fleischmann, Herr Dr. Reuland und Herr Dr. Werz – das sein wird, lasse ich offen. Machen Sie das unter sich aus. Ich will es dabei bewenden lassen, Ihnen und auch Herrn Dr. Lohmann , dem der Fritz-Grunebaum-Preis, und Herrn Dr. Ressler, dem der Umwelt-Preis der Dulger-Stiftung verliehen wird, die herzlichsten Glückwünsche der Stiftung, ihres Vorstands und ihres Kuratoriums auszusprechen.

Für Sie alle ist der Preis, den Sie heute erhalten, erheblich mehr als nur eine Auszeichnung. Sie haben mit den Dissertationen, die Ihnen diesen Preis eingebracht haben, den Beweis erbracht, dass Sie zum wissenschaftlichen Nachwuchs Ihrer Fächer und in den Reihen des wissenschaftlichen Nachwuchses zu den Besten gehören. Darauf dürfen Sie stolz sein. Darauf sind auch wir stolz. Wir sind Ihnen auch in Dankbarkeit verbunden. Denn Sie haben Ihrer Universität einen wichtigen Dienst geleistet.

Die deutschen Universitäten stehen einmal mehr vor einem Umbruch. Die Zeit der Massenuniversität, in der die Gefahr droht, dass die Last der Lehre die Forschung erdrückt, geht nicht etwa zu Ende. Aber es hat sich endlich auch bei den Befürwortern und vor allen den Befürworterinnen der Massenuniversität die Erkenntnis Bahn gebrochen, dass auch die deutschen Universitäten ihr "Pisa" erleben werden, wenn man ihnen die Luft zum Forschen abdreht. Wir dürfen wieder offen mit den anderen Universitäten hier zu Lande und weltweit in Wettbewerb treten. Die Zeiten, wo wir das Wort "Elite" nur flüstern durften, wenn uns keiner hörte, sind gottlob vorbei. Heute dürfen wir dieses Wort wieder unverhohlen in den Mund nehmen. Man feuert uns sogar dazu an.

Das und die Einladung zum Konkurrieren mit den anderen Universitäten in Deutschland und der Welt hören wir gerne. Vor allem beim Konkurrieren spielen wir mit Freuden mit. Wir wollen und werden weit vorne rangieren. Aber das gelingt auch unserer Universität nur, wenn sie mit ihrer gesamten Mannschaft zum Wettbewerb um die Palmen der Wissenschaft antritt. Ihre Erfolge – liebe Preisträger – zeigen, dass Sie das getan haben, und zwar nicht erst am Ende Ihres Studiums, sondern von Anbeginn an. Was für Hänschen und Hans gilt, gilt auch für das Erstsemester und den Doktoranden. Wer als Erstsemester nicht ganz eintaucht in sein Studium; wer nicht als Erstsemester begreift, dass Studieren mehr heißt als bloßer Erwerb von angelesenem Wissen, wer das Studium nicht als Lebensform, sondern nur als Training für ein eng begrenztes Berufsfeld begreift, der wird das alles auch als Doktorand nicht mehr schaffen. Die Folge ist dann die berüchtigte Dissertation die aus 50 Büchern das 51. zusammenstoppelt, die keiner liest, nur der Doktorvater und auch der nur, weil er sie zu seinem Verdruss lesen muss.

Sie haben gezeigt, dass es auch anders geht. Damit haben Sie sich zum Vorbild für die kommenden Generationen gemacht. Damit haben sie auch Ihrer Alma mater geholfen, die auf Sie verweisen kann, wenn man sie nach ihren Erfolgen bei der Nachwuchsförderung befragt. Dafür dankt Ihnen Ihre Universität. Die Stiftung Universität Heidelberg schließt sich diesem Dank mit vollem Herzen an. Sie verdankt Ihnen die Genugtuung, dass sich die Arbeit der Stiftung für die Universität – für ihre alten und ihre jungen Wissenschaftler – lohnt. Sie ermutigen uns zum unverminderten Weitermachen, vor allem mit der Suche nach Mäzenen, die uns beim Helfen helfen.

Ich bin glücklich darüber, Sie heute begrüßen zu können. Mich ärgert nur eines: Dass das Singen und das Latein an unseren Universitäten so gänzlich aus der Mode gekommen sind. Wir hätten allen Anlass, am Ende dieser Feier "Gaudeamus igitur" zu singen."

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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